Zum Hauptinhalt springen

Grönborg muss Zeit bekommen – wie einst Hartley

Im neuen ZSC-Trainer haben die Spieler einen konsequenten Chef bekommen, der auf Befindlichkeiten keine grosse Rücksicht nehmen wird.

Bekam einen Zweijahresvertrag: Der zweifache Weltmeister Rikard Grönborg. Foto: Andrea Zahler
Bekam einen Zweijahresvertrag: Der zweifache Weltmeister Rikard Grönborg. Foto: Andrea Zahler

Eine Woche Anfang März brachte den Zustand der ZSC Lions gut auf den Punkt: Am Montag verlor das Team das Spiel der letzten Playoff-Chance in Genf, am Mittwoch wurde der Spatenstich für die neue Arena in Altstetten zelebriert. So gut die Organisation neben dem Eis unterwegs ist, so verheerend war der vergangene Winter sportlich. Zumal auch die Junioren der Elite A und der Novizen Elite enttäuschten, in den Viertelfinals scheiterten. Bei der ersten Mannschaft musste wie gewohnt der Trainer die Zeche zahlen: Arno Del Curto, der als Nothelfer nur deshalb zugesagt hatte, weil ihm der ZSC so sehr am Herzen liegt, musste nach zwei Monaten wieder gehen.

Es war klar, dass sein Nachfolger eine starke Figur sein müsste. Umso erleichterter war Sportchef Sven Leuenberger, als er den zweifachen Weltmeister Rikard Grönborg verpflichtet hatte, mit einem Zweijahresvertrag. Der Schwede ist ein unbestrittener Fachmann, mit dem kleinen Vorbehalt, dass er auf dieser Stufe noch nie ein Clubteam geführt hat. In ihm haben die Spieler einen konsequenten Chef bekommen, der auf Befindlichkeiten keine grosse Rücksicht nehmen wird. Unter Del Curto, der gerne auf den Menschen eingeht, hätten sie es wohl angenehmer gehabt.

«Die ZSC Lions stehen vor einer spannenden, wegweisenden Saison.»

Es ist eine ähnliche Situation wie 2011, als die Zürcher ebenfalls vom Weg abgekommen waren und Bob Hartley als Trainer bekamen, der mit der harten Hand die Leistungskultur wieder einführte. Das schaffte er nur, weil er von der Führungscrew gestützt wurde, obschon die Resultate anfangs auf sich warten liessen. Mancher Spieler wünschte sich Hartley ins Pfefferland, doch am Schluss gelang der Turnaround und mit etwas Glück sogar der Titel. Diese Geduld müssen die Lions nun auch beweisen. Es muss fertig damit sein, dass im Zweifelsfall der Trainer schuld ist. Der Schwede muss die Zeit bekommen, um seine Ideen umzusetzen.

Die ZSC Lions stehen vor einer spannenden, wegweisenden Saison. Gefordert ist auch Sportchef Sven Leuenberger. Die Hälfte der Spielerverträge läuft aus, 13 von 26. Für Leuenberger gilt es, die richtigen Reize zu setzen und auch anderswo aufstrebende Spieler zu identifizieren, die den Lions in Zukunft helfen könnten. Denn im eigenen Nachwuchs klafft in den Jahrgängen ab 2000 ein Loch. Die Älteren mit Potenzial sind nun alle im erweiterten Kader. Hartley belebte einst den Konkurrenzkampf, baute Junge wie Cunti und Kenins ein und rüttelte andere wach. Ähnliches muss auch jetzt geschehen.

----------

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, oder direkt hier:

----------

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch