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HCD trotz Niederlage Leader, SCB verliert

Dem HC Davos wurde die 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen in Zürich durch die Übernahme des Leaderthrons ansatzweise versüsst.

Die Bündner sind nun dank des gewonnenen Punktes alleiniger Leader vor dem spielfreien Kloten, das einen Match weniger aufweist.

Die Zürcher kommen nach mässigem Start immer besser in Fahrt und sind dank des dritten Heimsiegs in Serie auf Rang 4 vorgerückt. Dies auf Kosten von Bern, das nach der gelungenen Qualifikation für die Champions League, bei Erzrivale Fribourg-Gottéron 2:4 verlor und damit die erste Niederlage der Saison kassierte.

Genf-Servette verbesserte sich dank des 4:1-Erfolgs gegen Zug von Platz 8 auf 6. Die Innerschweizer sind nach vier Niederlagen in Serie weiter Drittletzter.

Sejna, der Held im Penalty-Krimi

Nach einem Marathon-Penaltyschiessen kamen die ZSC Lions zum dritten Heimsieg innert Wochenfrist. Der Meister bezwang Davos nach 16 Penalties mit 3:2, Peter Sejna war mit zwei kaltblütigen Versuchen der Matchwinner.

Die ersten zwölf Penalties brachten keinen einzigen Treffer. Dann brachte Peter Guggisberg Davos in Führung, Sejna glich aber aus und verhinderte so die Niederlage. Der wirblige Internationale im HCD-Dress traf im nächsten Versuch nicht, der Slowake sorgte dann für die Siegsicherung.

Die Bündner hatten in der regulären Spielzeit zweimal geführt: Alexandre Daigle vollendete nach schönen Kombinationen jeweils eiskalt (13./42). Severin Blindenbacher (32.) und Jan Alston (53.) sorgten aber jeweils für den Ausgleich.

Der Sieg für das Team von Sean Simpson und Colin Muller war verdient, die Zürcher sündigten gegen die kompakten Gäste aber in der Chancenauswertung. Alexej Krutow (25./38.), gegen den seit einer Woche ein Verfahren des Einzelrichters läuft, und Oliver Kamber (45./48) verpassten die besten Chancen, in der Overtime hatte Blindenbacher mit einem Pfostenknaller Pech.

Erinnerung an den Playoff-Frühling

In Fribourg erinnerte viel an die letzten Playoffs. Die St-Léonard-Halle war ausverkauft, der SCB leistete sich in der Hektik wieder zu viele Strafen, aus denen Gottéron Kapital schlug. Fribourg gewann dank drei Powerplay-Toren 4:2.

Aus den ersten vier Überzahlchancen realisierte Gottéron drei Tore. Zuerst nach zehn Minuten durch Andrej Bykow das 1:0, später bei Spielmitte innerhalb von 81 Sekunden durch Verteidiger Shawn Heins und Gil Montandon die Wende vom 1:2 zum 3:2. Die Treffer von Bykow und Montandon wurden brillant herausgespielt. Der frühere Berner Montandon hatte im März mit dem «Gamewinner» in Spiel 6 bereits die historische Playoff-Serie entschieden.

In eine Existenzkrise wird die neuste Niederlage in Freiburg den SCB aber nicht mehr stürzen. Die Berner verzichteten beinahe auf einen Block Internationale. Nebst den verletzten Martin Plüss, Ivo Rüthemann, David Jobin und Patrik Bärtschi gönnte Coach John van Boxmeer aus freien Stücken Goalie Marco Bührer eine Pause; für ihn kam Jonas Müller zum Saisondebüt. Ausserdem schied in der 34. Minute Back Philippe Furrer nach einem (fairen) Check von Mark Mowers aus.

Dennoch erspielte sich der SC Bern in der zweiten Spielhälfte zahlreiche Ausgleichschancen. Sébastien Caron - auch das eine Parallele zu den Playoffs - präsentierte sich indessen in Glanzform (34 Paraden). Den dramatischen Höhepunkt der Partie ereignete sich, wie sich das bei Fribourg - Bern gehört, in der Schlussminute. Zuerst bejubelte Bern 36 Sekunden vor Schluss den vermeintlichen 3:3-Ausgleich durch Ramzi Abid; der Treffer wurde indessen nach Videokonsultation nicht gegeben. 22 Sekunden vor Schluss stellte Gottéron den Sieg sicher, ohne dass allerdings der Puck den Weg ins Netz fand: Sandy Jeannin wurde mit unfairen Mitteln von Travis Roche am Torschuss gehindert, und weil Bern ohne Torhüter spielte, resultierte aus dem Foul ein «technisches Goal» zum 4:2.

Fribourg verdiente sich den Sieg mit einem beeindruckenden zweiten Abschnitt, wobei der SCB in dieser Phase mit acht kleinen Strafen seinen Teil zum Fribourger Sturmlauf beitrug.

Der EVZ weiter im Tief

Genf-Servette kam gegen Zug trotz 0:1-Rückstand noch zu einem sicheren 4:1-Erfolg und damit dem dritten Erfolg in Serie. Trainer Doug Shedden verlor mit Zug zum vierten Mal in Serie und er selbst während des Spiels auch noch die Contenance.

Nach einem torlosen Startdrittel zwischen den beiden bislang offensivschwächsten Teams der Liga erwischte Zug einen Blitzstart: Björn Christen brachte die Innerschweizer schon nach 19 Sekunden auf Zuspiel der neuen und temporären Verstärkung Lee Goren in Führung. Der Slowake Juraj Kolnik glich nur 72 Sekunden später aus und bei Spielmitte profitierten die Einheimischen von einer Fünf-gegen-Drei-Situation. Jean-Pierre Vigier erzielte das 2:1, Trainer Chris McSorley hatte - einmal mehr in einer solchen Situation - das Timeout genommen. 130 Sekunden später gelang Paul Savary die Vorentscheidung.

Die Innerschweizer, bei denen fünf Leistungsträger verletzt fehlten, was das zu schmale Kader nicht erträgt, schwächten sich zusätzlich selber und offenbarten so Anzeichen einer Krise. Coach Doug Shedden wurde in der 38. Minute auf die Tribüne verbannt, nachdem er wiederholt mit der Regelauslegung von Ref Eichmann nicht zufrieden war. Zwischen dem impulsiven Kanadier und der Schweizer Schiedsrichter-Gilde ist die grosse Liebe noch nicht ausgebrochen; Shedden hatte sich schon in mehreren Partien zuvor aufgeregt. Micki DuPont, der einzige Auländer, der bisher irgendwelchen Ansprüchen genügt, verbrachte im Schlussabschnitt 12 Minuten zusätzlich auf der Strafbank.

si/fal

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