HCD-Präsident widerspricht Trainer: «Grossartiges Publikum»

Gaudenz Domenig verteidigt den Spengler-Cup nach den Attacken von Christian Wohlwend. Er versteht die Unzufriedenheit der Fans.

HCD-Präsident Gaudenz Domenig (2. v. r.) will nichts von schlechter Stimmung am Spengler-Cup wissen. (Bild: Jürgen Staiger/Keystone)

HCD-Präsident Gaudenz Domenig (2. v. r.) will nichts von schlechter Stimmung am Spengler-Cup wissen. (Bild: Jürgen Staiger/Keystone)

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Trainer Christian Wohlwend hat sich nach dem HCD-Out über fehlende Unterstützung durch das Publikum beklagt. Können Sie das nachvollziehen?
Nein. Wir haben fantastische Zuschauer am Spengler-Cup und sind stolz auf jeden, der kommt. Das sind Leute, die von weit her anreisen, um die Spiele zu sehen. Und die nach einem Abendspiel oft noch mehrere Stunden Heimfahrt auf sich nehmen. Wir haben ein grossartiges Publikum.

«Die Unterstützung des Publikums muss man sich verdienen.»

Wie erklären Sie sich ­Wohlwends Ausbruch?
Er ist ein sehr emotionaler Mensch. Das ist im Eishockey auch seine grosse Stärke.

Aber was sagen Sie dazu?
Dass er bei der Beurteilung des Publikums faktisch falsch liegt. Ich nehme ihm das auch nicht gross übel.

Warum war es denn im Vergleich zu den Ambri-Spielen so viel ruhiger?
Die Unterstützung des Publikums muss man sich auf dem Eis verdienen. Es ist sonnenklar, dass wir am Spengler-Cup nicht gezeigt haben, was wir zeigen wollten - und in der Meisterschaft auch schon gezeigt haben. Das muss man analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Haben Sie mit Wohlwend schon gesprochen seit dem Out?
Nein, bisher hatte ich keinen persönlichen Kontakt mit dem Trainer. Wir machen nach dem Turnier ein Debriefing.

Wohlwend spekulierte, am Spengler-Cup seien vielleicht gar keine echten HCD-Fans ...
Am Spengler-Cup haben wir Eishockeyfans. Und das deckt sich zum Teil mit HCD-Fans.

HCD-Coach Wohlwend attackiert nach dem Spengler-Cup-Out die eigenen Fans. (Video: SRF)

Wurden Sie vor dem 1:5 gegen das Team Canada darüber informiert, dass die Coaches ein halbes Dutzend Leistungsträger schonen werden?
Nein. Ich erfahre die Aufstellung erst, wenn ich in den Kristall Club komme oder kurz zuvor per Whatsapp. Ich analysiere die Aufstellung auch nicht gross, das ist nicht meine Aufgabe. Und ich rede schon gar nicht rein, dafür verstehe ich auch zu wenig davon. Klar ist: Die Coaches haben eine strategische Überlegung gemacht, die an sich nachvollziehbar ist. Und die dann nicht funktioniert hat.

Hatten Sie Reaktionen bei Sponsoren und Partnern?
Es gibt immer Reaktionen. Man fand, der Auftritt des HCD war schlecht. Und das stimmt ja auch.

Wie wird sich dieser HCD-Auftritt auf den Spengler-Cup 2020 auswirken?
Keine Ahnung. Diese Saison haben wir sowohl in der Meisterschaft wie am Spengler-Cup mehr Tickets verkauft. Was nächstes Jahr ist, hängt von vielen Faktoren ab. Aber die Fans sind heute sicher unzufrieden.

«Eine Krise ist es nicht, aber sicher ein Rückschlag.»Source

Erlebt der HCD gerade seine erste Krise unter der neuen sportlichen Führung mit Wohlwend und Sportchef Raeto Raffainer?
Eine Krise ist es nicht, aber sicher ein Rückschlag. Bisher sind wir über den Erwartungen geblieben, am Spengler-Cup jetzt darunter. Unser Saisonziel ist weiterhin das Playoff, ein zweites ist mit dem Schweizer Cup dazugekommen. Am Spengler-Cup nach drei Spielen auszuscheiden, war sicher nicht das Ziel. Verlieren kann man immer – aber dann muss man mit wehenden Fahnen untergehen.


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Erstellt: 30.12.2019, 20:05 Uhr

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