ZSC kassiert dritte Niederlage in Folge

Trotz Aufholjagd im Mitteldrittel – die ZSC Lions unterliegen dem EHC Biel vor heimischem Publikum. Kloten bleibt derweil punktelos.

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Das Tief der ZSC Lions geht weiter. Die Stadtzürcher erlitten mit dem 2:4 gegen Biel die dritte Niederlage in Serie, die zweite vor heimischem Publikum.

Im ersten Drittel präsentierten sich die Lions in einem desolaten Zustand, luden sie die Bieler förmlich zum Toreschiessen ein. Nach nur 37 Sekunden musste ZSC-Verteidiger Kevin Klein auf die Strafbank, worauf Robbie Earl nach 66 Sekunden mit einem Schuss von der blauen Linie die Führung der Gäste erzielte. Dem 0:2 von Jason Fuchs (11.) ging ein Scheibenverlust von Severin Blindenbacher voraus, vor dem 0:3 von Beat Forster (12.) leistete sich Christian Marti einen Aussetzer. Die beiden Tore fielen innert 88 Sekunden. Die Zuschauer verabschiedeten die ZSC-Spieler mit einem gellenden Pfeifkonzert in die erste Pause.

Teenager sorgt für Entscheidung

Zwar erfolgte danach eine Reaktion der Lions, mehr als zwei Powerplay-Treffer durch Reto Schäppi (24.) und Fredrik Pettersson (29.) brachten sie aber nicht zu Stande, auch weil der Bieler Keeper Jonas Hiller mit 40 Paraden eine starke Leistung zeigte. Im letzten Drittel brachten sie selbst während einer 78 Sekunden dauernden doppelten Überzahl nichts Zählbares zu Stande. 18 Sekunden vor dem Ende machte der erst 16-jährige Valentin Nussbaumer mit seinem zweiten Tor in der National League, einem Schuss ins leere Gehäuse, alles klar.

Damit wird die Luft für ZSC-Trainer Hans Wallson immer dünner. Die Lions hatten während der gesamten letzten Qualifikation nie drei Partien hintereinander verloren. Allerdings waren sie auch im Herbst 2015 mit fünf Niederlagen in neun Begegnungen schlecht in die Saison gestartet, dennoch beendeten sie die Regular Season souverän im 1. Rang.

Tigers müssen in die Overtime

In diesem Herbst müssen die SCL Tigers nicht bis in die 10. Runde auf den ersten Sieg warten. Im sechsten Anlauf klappt es: Servette wird nach Verlängerung mit 3:2 niedergerungen. Die Langnauer vermochten indes nicht zu verbergen, dass in ihren Reihen noch nicht alles stimmt. Die ersten beiden Führungen wurden nach 123, beziehungsweise 111 Sekunden wieder verspielt - wegen schlimmer individueller Fehler. Derartige Blackouts hatten dreimal in den ersten fünf Runden Langnau nach Führungen den Weg in die Niederlage gewiesen.

SCB kann Fehlstart korrigieren

Meister Bern besiegt Lausanne nach Rückstand bis zur 30. Minute mit 4:1. Gaëtan Haas erzielt zwei Tore für den SCB. Bis zur 30. Minute drohten dem SC Bern erstmals seit Januar 2016 drei Meisterschaftsniederlagen hintereinander. Aussenseiter Lausanne führte mit 1:0 und besass Möglichkeiten zu einem zweiten Goal. Innerhalb von neun Minuten realisierten dann André Heim, Gaëtan Haas und Mason Raymond mit den Toren zum 3:1 für Bern den Umschwung. Der 19-jährige Berner Oberländer Heim erstocherte sich sein erstes Tor in der obersten Liga. Auch Mason Raymond, der erst zum zweiten Mal in der Meisterschaft zum Einsatz gelangte und sich doch fürs Team Canada bei Olympia empfehlen möchte, erzielte sein erstes Tor in der Schweiz.

Kloten bleibt punktelos

Der EHC Kloten wartet auch nach dem sechsten Saisonspiel in der National League auf den ersten Punktgewinn. Der Tabellenletzte unterlag Leader Fribourg-Gottéron 1:2. Für den entscheidenden Treffer zum sechsten Sieg in Serie von Fribourg gegen Kloten zeichnete Jim Slater in der 53. Minute aus nächster Distanz verantwortlich. Der Amerikaner hatte auch beim im Powerplay erzielten 1:1 von Matthias Rossi (27.) seinen Stock im Spiel.

Dabei hätte die Partie für die Klotener nicht besser beginnen können, gingen sie doch bereits nach zwölf Sekunden durch Denis Hollenstein in Führung. In der 22. Minute jubelte Hollenstein erneut. Auf den ersten Blick schien er die Scheibe mit der Brust ins Tor befördert zu haben. Die Schiedsrichter schauten sich die Szene lange an und entschieden dann, dass es die Hand gewesen sei. Das war jedoch nicht klar ersichtlich, wahrscheinlich berührte Hollenstein den Puck sogar noch mit dem Stock.

ZSC Lions - Biel 2:4 (0:3, 2:0, 0:1)
7659 Zuschauer. - SR Koch/Nikolic (AUT), Küng/Obwegeser.
Tore: 2. (1:06) Earl (Pouliot, Micflikier/Ausschluss Klein) 0:1. 11. (10:31) Fuchs (Schmutz, Pedretti) 0:2. 12. (11:59) Forster (Rajala) 0:3. 24. Schäppi (Nilsson/Ausschluss Dufner) 1:3. 29. Pettersson (Nilsson, Schäppi/Ausschluss Kreis) 2:3. 60. (59:42) Nussbaumer (Micflikier, Pouliot) 2:4 (ins leere Tor).
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 8mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Nilsson; Micflikier.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Geering; Blindenbacher, Dave Sutter; Karrer, Marti; Seger; Wick, Schäppi, Kenins; Nilsson, Suter, Pettersson; Künzle, Pelletier, Pestoni; Chris Baltisberger, Shore, Herzog.
Biel: Hiller; Dufner, Kreis; Fey, Forster; Steiner, Jecker; Suleski; Joggi, Earl, Rajala; Nussbaumer, Pouliot, Micflikier; Schmutz, Fuchs, Pedretti; Fabian Lüthi, Fabian Sutter, Wetzel.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Sjögren und Hinterkircher. Biel ohne Tschantré, Hächler, Neuenschwander, Maurer, Diem, Valentin Lüthi (alle verletzt) und Lofquist (überzähliger Ausländer). - ZSC von 58:30 bis 59:42 und ab 59:54 ohne Goalie. - Timeout ZSC Lions (59:54).

SCL Tigers - Genève-Servette 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 1:0) n.V.
5248 Zuschauer. - SR Massy/Stricker, Borga/Progin.
Tore: 22. Dostoinow (Nüssli) 1:0. 24. Richard (Riat, Schweri) 1:1. 52. Gagnon (Koistinen, Albrecht) 2:1. 54. Almond (Bezina, Gerbe) 2:2. 64. (63:40) Gagnon (Erni, Nüssli) 3:2.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Erkinjuntti; Simek.
SCL Tigers: Ciaccio; Zryd, Koistinen; Seydoux, Erni; Lardi, Huguenin; Müller, Randegger; Elo, Gustafsson, Erkinjuntti; Kuonen, Gagnon, Neukom; Dostoinow, Albrecht, Nüssli; Gerber, Peter, Haas.
Genève-Servette: Decloux; Petschenig, Römmernes; Jacquemet, Fransson; Loeffel, Mercier; Vukovic, Bezina; Gerbe, Almond, Spaling; Wick, Romy, Simek; Schweri, Richard, Riat; Traber, Hasani, Holdener.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne Punnenovs, Berger, Blaser, Stettler (alle verletzt) und Himelfarb (überzähliger Ausländer), Genève-Servette ohne Mayer, Bays, Rubin, Impose und Rod (alle verletzt). - Pfostenschüsse: Zryd (9.), Neukom (17.). - Timeout SCL Tigers (59:18).

Bern - Lausanne 4:1 (0:1, 3:0, 1:0)
15'585 Zuschauer. - SR Mollard/Vinnerborg, Kaderli/Wüst.
Tore: 5. Pesonen (Genazzi/Ausschluss Moser) 0:1. 30. Heim 1:1. 34. Haas (Noreau/Ausschluss Simic) 2:1. 39. Raymond (Meyer) 3:1. 54. Haas (Untersander, Bodenmann) 4:1.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Lausanne.
PostFinance-Topskorer: Scherwey; Junland.
Bern: Genoni; Noreau, Gerber; Untersander, Burren; Andersson, Wolf, Gerber; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Bodenmann, Haas, Scherwey; Meyer, Ebbett, Raymond; Berger, Heim, Randegger; Kämpf.
Lausanne: Zurkirchen; Gobbi, Fischer; Junland, Borlat; Trutmann, Genazzi; Frick; Vermin, Jeffrey, Pesonen; Danielsson, Kneubuehler, Ryser; Simic, Froidevaux, Herren; In-Albon, Miéville, Schelling; Zangger.
Bemerkungen: Bern ohne Pyörälä (überzähliger Ausländer), Krueger, Hischier, Kamerzin und Blum, Lausanne ohne Ritz, Walsky und Nodari (alle verletzt).

Fribourg-Gottéron - Kloten 2:1 (0:1, 1:0, 1:0)
5189 Zuschauer. - SR Hebeisen/Wiegand, Fluri/Gnemmi.
Tore: 1. (0:12) Hollenstein 0:1. 27. Rossi (Slater/Ausschluss Weber) 1:1. 52. Slater (Sprunger, Holös) 2:1.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Fribourg, 3mal 2 Minuten gegen Kloten.
PostFinance-Topskorer: Sprunger; Hollenstein.
Fribourg-Gottéron: Brust; Holös, Chavaillaz; Kienzle, Stalder; Rathgeb, Schilt; Glauser; Sprunger, Slater, Birner; Neuenschwander, Meunier, Schmutz; Rossi, Bykow, Mottet; Fritsche, Rivera, Vauclair; Nathan Marchon.
Kloten: Boltshauser; von Gunten, Bäckman; Stoop, Andersen; Harlacher, Back; Weber; Praplan, Sallinen, Hollenstein; Bieber, Trachsler, Lemm; Grassi, Marc Marchon, Leone; Bader, Schlagenhauf, Kelenberger; Bozon.
Bemerkungen: Fribourg ohne Abplanalp und Cervenka. Kloten ohne Ramholt, Obrist und Santala (alle verletzt). - 22. Tor von Hollenstein (Hand) aberkannt. - 31. Harlacher verletzt ausgeschieden. - Time-Out Kloten (58:31), danach ohne Goalie.

Rangliste: 1. Fribourg-Gottéron 15. 2. Biel 14. 3. Lugano 11. 4. Zug 10. 5. Davos 10. 6. Bern 10. 7. ZSC Lions 8. 8. Genève-Servette 7. 9. Ambri-Piotta 6. 10. Lausanne 5. 11. SCL Tigers 3. 12. Kloten 0. (fsc/SDA)

Erstellt: 22.09.2017, 19:21 Uhr

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