Zum Hauptinhalt springen

Hexer, Zauberer und Skorer

Die ZSC Lions und sieben weitere Teams buhlen um sechs Plätze im Playoff. In den letzten drei Qualifikationsrunden können diese Figuren zu Helden werden.

Heisssporn Chris Di Domenico, SCL TigersRestprogramm: Fr Lakers (a) - Sa Bern (h) - Mo Lausanne (h)
Heisssporn Chris Di Domenico, SCL TigersRestprogramm: Fr Lakers (a) - Sa Bern (h) - Mo Lausanne (h)
Marc Schumacher/freshfocus
Hexer Benjamin Conz, Ambri-PiottaRestprogramm: Fr Davos (h) - Sa Zug (a) - Mo Lakers (h)
Hexer Benjamin Conz, Ambri-PiottaRestprogramm: Fr Davos (h) - Sa Zug (a) - Mo Lakers (h)
Adrien Perritaz, Keystone
Vulkan Chris McSorley, ServetteRestprogramm: Fr Fribourg (a) - Sa Biel (h) - Mo ZSC Lions (h)
Vulkan Chris McSorley, ServetteRestprogramm: Fr Fribourg (a) - Sa Biel (h) - Mo ZSC Lions (h)
Urs Lindt/freshfocus
1 / 5

Einen so spannenden Strichkampf gab es noch nie. Alle Teams ausser Bern, Zug, Davos und Rapperswil-Jona sind seit Wochen im Playoff-Modus. Fehltritte sind von Freitag bis Montag verboten – innert 74 Stunden wird in je drei Partien über Sein oder Nichtsein entschieden.

Lausanne und Biel können sich mit sechs respektive fünf Punkten Reserve nur selber aus dem Rennen bringen. So wie die Waadtländer am Dienstag, als sie gegen Ambri (1:2) eine 1:0-Führung und eine darauf folgende doppelte Überzahl nicht zum Sieg und zum Playoff-Einzug nutzen konnten. Sukkurs erhalten beide von der Statistik: Seit Einführung des Modus mit 50 Spielen 2007 genügten maximal 74 Punkte.

Doch was ist im Eishockey-Winter 2018/19 schon normal? Wenig, wie das Beispiel des in arge Schieflage geratenen Meisters ZSC Lions beweist, der noch in Bern, gegen Rapperswil und in Genf antreten muss. Während es beim Team von Arno Del Curto noch etliche Baustellen gibt, müssen die fünf unmittelbaren Kontrahenten vor allem je auf einen Hoffnungsträger setzen.

SCL TigersChris Di Domenico

Wenn Langnau am Freitag in Rapperswil-Jona antritt, dürfte Heisssporn Chris Di Domenico noch mehr geladen sein als sonst. Der Topskorer weiss um die Chance der Emmentaler, erstmals seit 2011 die Top 8 zu erreichen, und um die Pflicht, beim Tabellenletzten das Punktemaximum einzufahren, bevor die letzten beiden Aufgaben ungleich schwieriger werden. Mit einem erfolgreichen Abend könnte «DiDo» auch noch die letzten Herzen zurückerobern, die er 2017 mit seinem überstürzten Abgang nach Ottawa verloren hatte. Steigerungspotenzial hat er noch beim Abschluss: Nur 10 seiner 44 Skorerpunkte entstammen Toren. Restprogramm: Fr Lakers (a) - Sa Bern (h) - Mo Lausanne (h)

Ambri-PiottaBenjamin Conz

Für eine solche Ausgangslage hätten die Leventiner vor Saisonstart blind unterschrieben: drei Runden vor Schluss zwei Punkte Reserve am Trennstrich, dazu noch Heimspiele gegen die beiden schlechtesten Teams in der Hinterhand. Viele Wetten musste die sportliche Führung um Trainer Luca Cereda und Sportchef Paolo Duca gewinnen, damit es so weit kommen konnte. Eine der wichtigsten war die Besetzung der Goalieposition. Bei Ambri-Piotta setzte man auf Hexer Benjamin Conz, das einstige Riesentalent, das zuletzt viel Kredit verloren hatte, bei dem man aber gerne vergisst, dass er erst 27 ist. Conz spielt die ganze Saison stark; seit sein Vertrag im November vorzeitig bis 2021 verlängert wurde, ist er erst recht eine Bank. Und er hat Erfahrung im Strichkampf: Er ist der einzige Langnauer Playoff-Goalie der Neuzeit.

Restprogramm: Fr Davos (h) - Sa Zug (a) - Mo Lakers (h)

LuganoLinus Klasen

Anfang Jahr schienen alle Zeichen auf Trennung zu stehen, als Zauberer Linus Klasen trotz überragender Leistungen am Spengler-Cup für Davos im ersten Meisterschaftsspiel des Kalenderjahres gegen den gleichen Gegner auf die Bank musste. Wie so oft in dieser Saison. Und wenn der so geniale wie launische Schwede einmal spielen durfte, betrieb er mit unnötigen Fouls in der Offensivzone und lamentablem Defensivverhalten keine Eigenwerbung. Dass Lugano den Anschluss an und nun auch zumindest temporär den Sprung über die Trennlinie geschafft hat, liegt aber auch am potenziell besten Spieler der Liga. Trainer Greg Ireland kann es sich nicht leisten, in den verbleibenden drei Partien auf die Nummer 86 zu verzichten, zusammen mit Gregory Hofmann und dem wiedererstarkten Goalie Elvis Merzlikins könnte er die Vollendung der Aufholjagd orchestrieren.

Restprogramm: Fr Zug (h) - Sa Davos (a) - Mo Bern (h)

FribourgEin Goalgetter

Trainer Mark French tut gut daran, seinen Spielern vor dem Schlussspurt noch einmal das Objekt der Begierde näherzubringen. Ein Tor muss er ihnen zeigen, am besten in seiner ganzen Pracht von 183 Zentimeter Breite und 122 Zentimeter Höhe. In letzter Zeit taten sich seine designierten Torschützen nämlich unendlich schwer mit dem Erfüllen ihrer Aufgabe. Bei Julien Sprunger verbleicht das gelbe Topskorer-Shirt, in den letzten 11 Partien hat er nur einmal getroffen. Interne Konkurrenz ist nicht in Sicht: Sein Sturmpartner Andrei Bykow jubelte einmal in 12 Spielen, und Andrew Miller, Matthias Rossi und Killian Mottet warten seit mindestens 10 Spielen auf ein Erfolgserlebnis.

Restprogramm: Fr Servette (h) - Sa Lausanne (a) - Zug (a)

ServetteChris McSorley

Früher hätte man um das Inventar der Postfinance-Arena fürchten müssen, und zwar zweimal. Johan Franssons katastrophalen Assist zum 1:0 von Simon Moser hätte Vulkan Chris McSorley wohl mit einem Tobsuchtsanfall quittiert, ebenso Gaëtan Haas' Siegestor 96 Sekunden vor der Schlusssirene beim 4:3-Erfolg am Dienstag. Es war vermutlich das Ende aller Playoff-Hoffnungen Genfs, und McSorley verzog sich gesittet in die Garderobe. Entweder ist er altersmilde, oder dann weiss er einfach, dass es mit diesem limitierten Kader ein kleines Wunder gewesen wäre, den Sprung unter die Top 8 zu schaffen, den der Verwaltungsrat vollmundig zum Ziel erhoben hatte. Oder aber er brütete bereits an der Strategie für die weiteren «Finals». Und träumte von einer Reduzierung des Rückstands auf die ZSC Lions auf drei Punkte vor einem Heim-Showdown am Montag.

Restprogramm: Fr Fribourg (a) - Sa Biel (h) - Mo ZSC Lions (h)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch