«Ich glaube, mein Telefon explodiert jetzt dann gleich»

Was Nico Hischier zu seinem neuen, 50 Millionen Dollar schweren Vertrag bei den New Jersey Devils gleich nach der Unterschrift sagt.

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Die Saison ist keine drei Wochen alt, und Sie haben heute bereits Ihren im Sommer 2020 auslaufenden Vertrag verlängert. Waren es kurze Verhandlungen?
Alles fing vor dem Trainingscamp an. Mein Agent und ich trafen uns mit dem General Manager zum Mittagessen, jetzt sind wir zum Ende gekommen.

Sie haben nun um sieben Jahre verlängert, laut Regeln wären sogar acht möglich gewesen. Warum sieben? War das Ihr Wunsch?
Über acht haben wir gar nie diskutiert, beiden Seiten passten die sieben Jahre.

Ging es am Ende also um die Summe? Sie werden im Schnitt pro Jahr 7,25 Millionen US-Dollar verdienen, der Vertrag ist also 50,75 Millionen schwer.
Nein, auch da waren wir uns von Anfang an schon nahe.

Es dürfte Ihnen entgegenkommen, dass der neue Vertrag nun schon so früh erledigt ist und nicht Ende Saison ein langer Sommer mit Verhandlungen folgt. Ja, ich bin froh, all das nicht mehr im Kopf zu haben und mich nun zu 100 Prozent auf die Saison freuen zu können, mich aufs Eishockey konzentrieren zu können.

Mehrere Topspieler wie Patrik Laine oder Mitch Marner sorgten letzten Sommer mit der genau gleichen Ausgangslage für ein wahres Sommertheater in der NHL. Es kam so lange zu keiner Einigung mit den jeweiligen Teams, dass die Spieler teilweise sogar die Trainingscamps verpassten. War die Vermeidung solcher Szenarien präsent bei Ihnen?
Ja, auch. Es war mein Wunsch gewesen, schon jetzt während der Saison zu unterschreiben. Und auch die Devils waren offen für diese Lösung.

Sie haben gerade Besuch in New Jersey.
Ja, mein Vater ist hier.

Zufall? Oder kam er, um mit Ihnen auf den neuen Vertrag anzustossen?
Nein, das ist Zufall. (lacht) Es war ursprünglich auch nicht geplant, dass wir schon heute die Verlängerung bekannt geben. Das hätte erst in den kommenden Tagen passieren sollen. Dann rief mich aber heute nach dem Training der General Manager zu sich, und wir entschieden uns, es schon heute zu tun.

Aber wird noch heute gefeiert?
Nicht gross, wir werden kurz darauf anstossen.

Haben Sie schon Reaktionen erhalten? Viele Medienanfragen in New Jersey?
Ich habe vorher kurz geredet mit den Journalisten, die die Devils verfolgen. (Schaut auf sein Handy) Und ich glaube, mein Telefon explodiert jetzt dann gleich. (lacht) Das werden Journalisten und sicher auch viele Freunde sein, die mir gerade schreiben.

Was bedeutet Ihnen persönlich dieser lange 7-Jahres-Vertrag?
Es ist für mich eine Wertschätzung der Devils, dass sie auf mich setzen, mir vertrauen, dass ich ein Teil der Mannschaft sein darf. Mir gefällt es sehr hier, und ich bin gespannt auf die kommenden Jahre. Wir haben ein junges Team. Ich freue mich auf mehr.

50 Millionen Dollar. Wie tönt das in Ihren Ohren?
Das tönt sicher nach viel. Ich mache mir aber nicht zu viele Gedanken über diese Zahl. Ich freue mich einfach auf die weitere Zeit mit diesem Team. Ich bin meinem Agenten dankbar, dass er so einen Vertrag aushandeln konnte. Und der Vertrag zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das Geld spielt für mich aber eine Nebenrolle. Ich spiele hier Eishockey. Ich habe das Glück, dass ich das Hockey zum Beruf machen konnte.

Timo Meier verdient seit dieser Saison im Schnitt 6 Millionen pro Saison. Sie lösen ihn mit Ihren 7,25 ab nächster Saison als bestverdienenden Schweizer ab. Was bedeutet Ihnen das?
Das hat für mich gar keine Bedeutung. Und man darf Roman Josi nicht vergessen. Er wird seinen neuen Vertrag noch unterschreiben. Und er wird eine höhere Zahl haben – weil sonst würde etwas falsch laufen.


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Erstellt: 19.10.2019, 00:22 Uhr

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