«Ich wäre lieber erst 22 und hätte gerade mein 200. Spiel gemacht»

ZSC-Captain Mathias Seger bestreitet in Zug seinen 1073. NLA-Match – Rekord. Doch für ihn zählt nur die 2:3-Niederlage.

Auf zum nächsten Einsatz: Mathias Seger ist mit 1073. NLA-Spielen Rekordhalter.

Auf zum nächsten Einsatz: Mathias Seger ist mit 1073. NLA-Spielen Rekordhalter. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Können Sie sich noch an den 21. September 1996 erinnern? Vermutlich nicht. Und so geht es auch Mathias Seger. ­Dabei hat der Tag zumindest für den St. Galler eine tiefere Bedeutung. Er markiert den Auftakt seiner bemerkenswerten NLA-Karriere, als der Verteidiger damals noch im Rapperswiler Trikot beim 4:3 gegen ­Lugano debütierte.

Fast 20 Jahre sind seither vergangen. Und Seger, nun schon bald 39, steht ­immer noch auf dem Eis. Gegen Zug ­bestritt er seinen 1073. Match in der höchsten Spielklasse und löste damit Ivo Rüthemann als Rekordhalter ab.

Die Liga führt zwar Ronnie Rüeger mit 1078 Partien. Allerdings kam der Goalie nur 763-mal tatsächlich zum ­Einsatz, bei allen anderen war er Ersatz. Es ist schon das zweite Mal, dass Rüthemann eine Bestmarke an Seger verliert. Auch im Nationalteam löste ihn der ZSC-Captain als Rekordspieler ab – mit mittlerweile 305 Einsätzen für die Schweiz. Und er ist ­sogar Weltrekordhalter: 16 WM-Teilnahmen sind sonst unerreicht.

Das alles ist schön und gut. Aber ­Seger ist keiner, der je einen Deut auf ­Rekorde gegeben hätte. Für ihn zählen nur ­Erfolge – wie die fünf Meistertitel, die er schon gesammelt hat. ­Darum war die Zahl 1073 für ihn gestern auch weit unbedeutender als jenes 2:3, das in Zug am Ende auf dem Videowürfel stand. «Vielleicht schaue ich nach der Karriere irgendwann zurück und finde es dann ­speziell», sagte Seger. «Heute hätte ich lieber gewonnen.»

Ex-Zürcher Zangger mit zwei Toren

Seine ZSC Lions erleben einen höchst durchzogenen Saisonstart. Nur 2 Siege und 6 Punkte aus den ersten vier Auftritten. Das genügt den hohen Ansprüchen nicht. In der Angriffsauslösung geschehen immer wieder unerklärliche ­Abspielfehler, die den Gegner zum ­Konter einladen: Der einstige ZSC-Junior Zangger erzielte aus solchen Situationen ­heraus zwei der drei EVZ-Tore.

Vor allem aber stockt der Offensiv­betrieb. Mehr als zwei Tore gelangen noch nicht. Neue Kräfte wie Pestoni oder ­Thoresen stehen noch ohne Punkt da. Da hilft es nicht, wenn wie gestern mit Wick (angeschlagen) und Nilsson (krank) die beiden ­gefährlichsten Stürmer fehlen.

«Dann muss ich Tempo machen»

Die Ideen des neuen Trainerduos Wallson/Johansson sind sichtbar, aber ausgereift ist ihr System bei den Lions längst nicht. Diese verbringen viel Zeit in der gegnerischen Zone, ziehen ihre Kreise – mit bescheidenem Ertrag. Nach vier Jahren unter Crawford, in denen die Taktik klar vorgegeben ­gewesen sei, müssten die Zürcher erst ihre Instinkte wiederfinden, sagte Seger. «Wann ist der Schuss die richtige Wahl? Wann der Pass? Solche Sachen.»

Der Altmeister trat zwischenzeitlich sogar selbst als Stürmer auf, weil Cunti kränkelte. «Wenn es vorne nicht läuft, muss ich halt Tempo machen!», scherzte Seger. Den Humor hatte er trotz Niederlage jedenfalls nicht verloren. So merkte er auch an: «Ich wäre lieber 22 und hätte gerade mein 200. Spiel gemacht.»

Erstellt: 13.09.2016, 23:19 Uhr

Artikel zum Thema

Drei Punkte für zwei gute Minuten

Maximaler Ertrag für minimale Leistung. Beim 2:1-Sieg der ZSC Lions in Langnau stimmte nur das Resultat. Mehr...

Jubiläumssieg dank alter Schwäche

Kloten gewinnt das 200. Zürcher Derby 3:2 im Penaltyschiessen, wo der ZSC erneut versagt. Mehr...

Dossiers

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Blogs

Sweet Home Die besten Orte für eine neue Ordnung

Geldblog Bei GAM fliessen weiterhin Vermögen ab

Die Welt in Bildern

Ganz schön angeknipst: Ein Mitglied des Bingo Zirkus Theater steht anlässlich des 44. internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo auf der Bühne. (16. Januar 2020)
(Bild: Daniel Cole ) Mehr...