Josi bekommt das, was er wert ist

Der Berner war in Nashville während Jahren unterbezahlt. Mit seinem neuen, mit 72 Millionen Dollar dotierten Achtjahresvertrag wird er zur Nummer 3 der Verteidiger.

Roman Josis Zukunft in der NHL ist bis 2028 geklärt. (Bild: Keystone)

Roman Josis Zukunft in der NHL ist bis 2028 geklärt. (Bild: Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Roman Josi gilt seit Jahren als einer der besten NHL-Verteidiger. Ab der nächsten Saison wird er auch entsprechend entlöhnt. Der Berner hat von den Nashville Predators einen mit gut 72 Millionen Dollar dotierten Achtjahres-Vertrag erhalten. Dieser bringt ihm im Durchschnitt 9,059 Millionen Dollar ein. Die Zahl setzt sich aus dem Jahrgang 90 und der Rückennummer 59 zusammen.

«Es ist ein sehr spezieller Tag für mich. Es war bei den Verhandlungen nicht das Wichtigste, aber ich finde es ein lustiges Detail», sagt Josi. Die Summe entspricht etwa dem, was man erwartet hatte. Mit rund 9 Millionen Dollar pro Jahr wird Josi ab nächster Saison zur Nummer 3 unter den NHL-Verteidigern, was das Salär betrifft: Hinter San Joses Erik Karlsson (11,5 Millionen) und Drew Doughty (11 Millionen) von den Los Angeles Kings.

Gemäss dem kanadischen Journalisten Pierre LeBrun (TSN, The Athletic) hatte Josis Agent 9,5 Millionen pro Saison gefordert, die Predators wollten 8,5 bezahlen. Also fand man sich in der Mitte. Zudem erhielt Josi eine Klausel, dass er nicht wegtransferiert werden kann. «Sie ist sehr wichtig, für mich, für meine Frau und meine Familie. Ich will für den Rest meiner Karriere nur für Nashville spielen», sagt Josi zur Klausel.

Der 29-Jährige, der bis 2028 unterschrieb, kann also getrost seine Zukunft in Nashville planen. Im Sommer heiratete er das Model Ellie Ottaway, das aus der Country-Metropole stammt. Wenn Josis Vertrag ausläuft, wird sein 38. Geburtstag kurz bevorstehen. Die Chance, dass er seine Karriere in der NHL beendet, dürfte also gross sein. Es sei denn, er absolviert noch eine Ehrenrunde in Bern.

Höherer Lohn als Hischier

Josi hatte im Sommer 2013 einen mit 28 Millionen Dollar dotierten Siebenjahres-Vertrag unterschrieben. Das war damals der beste Kontrakt eines NHL-Schweizers. Nun setzt er die Latte erneut am Höchsten: Vor elf Tagen hatte New Jerseys Nico Hischier einen mit 50,75 Millionen Dollar dotierten Siebenjahres-Vertrag erhalten. Aufgrund Josis konstant starken Leistungen und seiner wichtigen Rolle als Captain und Führungsspieler war er für Nashville in den vergangenen Jahren eher zu günstig. Der Berner entschied sich damals für eine längere Vereinbarung, um Sicherheit zu haben. Auch, weil er schon einige Gehirnerschütterungen gehabt hatte.

Wenn er dereinst die Schlittschuhe an den Nagel hängt, wird Josi in der NHL brutto über 100 Millionen Dollar verdient haben. Davon muss man aber rund 50 Prozent für die Steuern abziehen. Wenn es noch Zweifel gegeben hatte, ob die Predators den Offensivverteidiger halten sollten, so dürfte Josi diese mit seinem starken Saisonstart zerstreut haben: In den ersten 11 Spielen skorte er 13 Punkte, auch das Team ist als Nummer 4 im Westen gewohnt solide gestartet.

Unter seiner Führung soll Nashville zum erstmaligen Stanley-Cup-Sieg in der Clubgeschichte kommen. «Das Management stellt jedes Jahr ein Team zusammen, das um den Stanley-Cup spielen kann. Wir werden alles dafür tun, den Stanley-Cup nach Nashville zu holen», so Josi. 2017 scheiterten die Predators im Final an Pittsburgh mit Mark Streit, in diesem Frühjahr schieden sie in der Startrunde überraschend gegen Dallas (2:4) aus.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Erstellt: 29.10.2019, 17:35 Uhr

Artikel zum Thema

Josi sahnt in der NHL massiv ab

Der Schweizer Verteidiger unterschrieb bei den Nashville Predators einen neuen Achtjahresvertrag über 72 Millionen Dollar. Mehr...

Josi gerät in eine seltene Schlägerei – und verliert

Video Der Verteidiger von Nashville gerät mit Mark Stone von den Golden Knights aneinander und wird für fünf Minuten auf die Strafbank geschickt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Weisse Pracht: Schneebedeckte Chalet-Dächer in Bellwald. (18. November 2019)
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...