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Kampf der Giganten

Kanada gegen Russland, Crosby gegen Owetschkin: Im NHL-Playoff kommt es zum Duell der Superlative. Was die beiden so einzigartig macht – und wo sie sich ähnlich sind.

Sidney Crosby und Alexander Owetschkin: Zwei Eishockeyspieler, welche die NHL seit Jahren prägen und zu den stärksten der Welt gehören. 2006 debütierte Crosby im Trikot der Penguins, Owetschkin bei den Captials.
Sidney Crosby und Alexander Owetschkin: Zwei Eishockeyspieler, welche die NHL seit Jahren prägen und zu den stärksten der Welt gehören. 2006 debütierte Crosby im Trikot der Penguins, Owetschkin bei den Captials.
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International wurde Owetschkin mit der Sbornaja dreimal Weltmeister, eine olympische Medaille fehlt dem 31-Jährigen noch in seinem Palmarès. Crosby ist seinem Kontrahenten bereits voraus: 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi holte der Kanadier mit dem Nationalteam die Goldmedaille.
International wurde Owetschkin mit der Sbornaja dreimal Weltmeister, eine olympische Medaille fehlt dem 31-Jährigen noch in seinem Palmarès. Crosby ist seinem Kontrahenten bereits voraus: 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi holte der Kanadier mit dem Nationalteam die Goldmedaille.
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Kanada und Russland. Niemand sonst zelebriert und charakterisiert das Eishockey so sehr wie die beiden Nationen. Die Ahornblätter und die Sbornaja, wie deren Nationalteams genannt werden, prägen den Sport, sammeln Weltmeisterschaftstitel und Medaillen an Olympischen Spielen. Mit ihren Topligen (NHL und KHL) sind sie auf dem Hockeymarkt omnipräsent. Und beide Nationen produzierten Spieler der Superlative: Wayne Gretzky, Sergei Makarow, Wjatscheslaw Fetisow, Mario Lemieux. Aktuell zwei lebende Legenden: Alexander Owetschkin und Sidney Crosby.

Deren Teams, die Washington Capitals und die Pittsburgh Penguins, duellieren sich in der zweiten Runde des NHL-Playoffs. Somit kommt es nicht nur zum Aufeinandertreffen der beiden erfolgreichsten Teams der Regular Season, sondern auch der beiden besten Eishockeyspieler der letzten Jahre.

Auf der einen Seite der 29-jährige Crosby, «Sid the Kid», kanadischer Center, Spielmacher und Captain. Auf der anderen Seite der 31-jährige Owetschkin, «Alexander the Great», russischer Flügel und Wirbelsturm, Scharfschütze und Goalgetter. Doch: So unterschiedlich sich die beiden Spielertypen präsentieren, ihr Werdegang verlief fast zeitgleich.

Über 100 Punkte in der ersten Saison

2004 war seine Zeit gekommen. Alexander Michailowitsch Owetschkin, damals bei Dynamo Moskau, wurde beim NHL-Draft als Nummer eins gezogen. Sein neues Team waren die Washington Capitals, seine Trikotnummer die Acht. Doch «Ovi» hatte Pech: Seine Debütsaison wurde aufgrund des Lockouts um ein Jahr verschoben.

So begann die Saison 2005/2006 mit zwei Rookies, die beim Draft als Erste gezogen wurden. Neben Owetschkin sorgte ein weiteres Talent für Aufmerksamkeit: Sydney Patrick Crosby, neuer Spieler bei den Pittsburgh Penguins, Trikotnummer 87.

Washington und Pittsburgh, damals in den unteren Tabellenregionen der Liga, erhofften sich viel von ihren jungen Stars. Owetschkin war bereits mit 18 Jahren einer der auffälligsten Spieler Russlands, Crosby galt als Erbe von Pittsburgh-Legende Lemieux. Und beide lieferten, was von ihnen erwartet wurde. In ihrer Debütsaison kamen Crosby und Owetschkin sogleich auf über 100 Skorerpunkte (Crosby 102, Owetschkin 106). Es war klar: Hier entstand etwas Besonderes.

In den darauffolgenden Spielzeiten blieb die Schlagzahl hoch, die Leistungen waren beeindruckend. Crosby wurde zugleich ins All-Star-Team gewählt und erreichte die 200-Punkte-Marke mit 19 Jahren als jüngster Spieler überhaupt. 2009 gewann der Kanadier mit Pittsburgh seinen ersten Stanley-Cup, sieben Jahre später doppelte er nach. An den Olympischen Spielen 2010 und 2014 holte er mit dem Nationalteam die Goldmedaille. Legendär: Crosbys Golden Goal in der Verlängerung des Finals von Vancouver gegen die USA, welches ihn zum Helden der Nation krönte.

Unvergesslich: das Game Winning Goal von Crosby im Olympiafinal. Video: Youtube.

Der Stanley-Cup, der noch fehlt

Owetschkin wiederum wurde ebenfalls schnell fürs All-Star-Team nominiert. 2008 schaffte er es als einer der wenigen Spieler, in einer Saison über 60 Tore zu erzielen. 2010 wurde er Captain der Capitals, die sich nun als Spitzenmannschaft etablierten. Mit der Nationalmannschaft feierte er dreimal den Weltmeistertitel. Zudem ist Owetschkin mit insgesamt 602 Treffern erfolgreichster NHL-Torschütze Russlands.

Knallhart und doch filigran auf dem Eis: Alexander Owetschkin. Video. Youtube.

Bei der Frage, wer denn nun der bessere Spieler ist, spaltet sich die Eishockeywelt. Stellt man jedoch die beiden Palmarès gegenüber, fällt auf: Im Vergleich zum Kanadier fehlt dem Russen die olympische Medaille – und der Triumph beim Stanley-Cup. Selbst eine Finalqualifikation blieb Owetschkin bisher verwehrt. Dabei trägt Crosby eine Mitschuld.

Neben den Duellen in der Qualifikation standen sich «Sid the Kid» und «Ovi» 2009 und 2016 im Playoff gegenüber. Beide Male in der zweiten Runde, beide Male mit Pittsburgh als Sieger. Und beide Male stürmte Crosby danach mit den Penguins zum Titel. Ein gutes Omen für den Kanadier?

Die diesjährige Ausgangslage präsentiert sich offen: Washington schloss die Saison als bestes Team der Liga ab, gegen das hartnäckige Toronto setzte es sich in der ersten Playoff-Runde 4:2 durch. Owetschkins Genie blitzte jedoch noch kaum auf, gerade mal drei Punkte resultierten aus den ersten sechs Spielen.

Pittsburgh, zweitbeste Mannschaft der Regular Season, liess Columbus beim 4:1-Sieg in der Serie ohne den überzähligen Mark Streit keine Chance. Crosby erzielte in fünf Spielen bereits sieben, sein kongenialer Sturmpartner Jewgeni Malkin sogar elf Skorerpunkte.

Als «vorgezogener Final» wird das Duell gehandelt, dessen erste Partie in der Nacht auf Freitag stattfindet. Dennoch werden alle Augen auf Owetschkin und Crosby gerichtet sein, auf die beiden besten Eishockeyspieler der Gegenwart. Auf die beiden Gegenpole, welche doch Gemeinsamkeiten aufweisen. Und natürlich macht es die Rivalität noch reizvoller, dass es ein Russe und ein Kanadier ist.

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