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Keine Eishockey-Freuden am Obersee

Die Lakers zieren in der National League A das Tabellenende. Es ist dies der schlechteste Saisonstart von Rapperswil-Jona in der Eliteklasse.

Nur in der Spielzeit 1994/95, also in der ersten NLA-Saison der Klubgeschichte, starteten die Eishockeyaner aus Rapperswil und Jona ähnlich schlecht wie heuer. Nach vier Pleiten zu Beginn konnten die Spieler vom damaligen Coach Pekka Rautakallio den fünften Match gewinnen. Ein solches Erfolgserlebnis fehlt dem Team von Morgan Samuelsson im Jahr 2008. Zwei Punkte aus fünf Ernstkämpfen, mit 11:22 das mit Abstand schlechteste Torverhältnis der Liga – die Lakers essen hartes Brot. Nimmt man noch die resultatmässig miserable Vorbereitungsphase dazu, in der keiner der neun Tests gewonnen wurde, sieht die Bilanz am Obersee sehr düster aus.

Das Siegen verlernt

Fazit: Die Profis vom Obersee haben das Siegen verlernt. Diese Verunsicherung sowie das mangelnde Selbstvertrauen ziehen sich durch alle Mannschaftsteile. Die Abwehr, in der Goalie Marco Streit bisher besser spielt als erwartet, ist oft überfordert. Selbst Verteidiger mit internationaler Erfahrung wie Patrick Fischer oder Cyrill Geyer, die eigentlich Leistungsträger sein sollten, sind von individuellen Fehlern nicht gefeit. In der Offensive genügen momentan nur Stacy Roest, Captain Loïc Burkhalter und Sébastien Reuille höheren Ansprüchen. Auch die schwedische Fraktion, in der vor allem Christian Berglund die Rolle als Reisser zugedacht wurde, blieb weit hinter den Erwartungen zurück.

Unzufriedenheit im Umfeld

Gewiss, die durchaus respektablen Vorstellungen gegen Meister ZSC oder gegen den SC Bern machen den Verantwortlichen Mut. Die Leistungen bei den Auswärts-Niederlagen in Biel oder Freiburg, Konkurrenten, die in Reichweite liegen, waren dagegen desolat. Dass nach einem schwachen Saisonstart der Trainer unter Druck gerät, ist normal und gehört zum Business. Samuelsson weiss, dass die Partien am Wochenende zu Hause gegen die SCL Tigers und auswärts in Genf zu Schicksalsbegegnungen mutieren. Verlieren die Lakers auch diese beiden Spiele, dürften die Stunden des Coaches gezählt sein. Selbst wenn sich Geschäftsführer Reto Klaus (noch) hinter den Schweden stellt.

Samuelsson muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Defensive nicht stabilisiert zu haben, im modernen Eishockey das A und O für sportlich erfolgreiche Tage. Und der Grossteil des Personals bleibt in der persönlichen Entwicklung stehen. Selbst diese Einstufung muss dem Coach angelastet werden. Dem schwedischen Trainer muss man dafür zugute halten, dass er mit Leib und Seele seinem Job nachgeht. Auch in der Vorbereitung wurde härter trainiert als auch schon, will man den Beteiligten Glauben schenken.

Stimmt die Mischung im Team?

Auch Klaus gerät wegen seiner Personalpolitik immer mehr in die Kritik, namentlich in Supporterkreisen. Die Kader seien nicht ideal zusammengestellt worden, finden der Anhang, die Sponsoren und Geldgeber. Viel Kampf, aber wenig Talent umhüllt die Garderobe der Gastgeber in der Diner's-Club-Arena. Die Supporter stören sich zudem an Unzulänglichkeiten im Marketing. So wurden die auf Saisonbeginn versprochenen Klubschals erst aufs dritte Heimspiel ausgeliefert – ein Fauxpas, der in schwierigen Zeiten auf dem Eis dem Image des Klubs nicht förderlich sind.

Die Lakers stehen vor einer ungewissen Zukunft. Trotz einem umgebauten und schmucken Stadion, das eigentlich den Aufbruch für eine erfolgreiche Zukunft einläuten sollte.

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