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Kenins, der Unruhestifter

Ronalds Kenins wurde von Lausanne engagiert, um das Team bissiger zu machen. Das bekamen auch die ZSC Lions zu spüren, gegen die er am Dienstag wieder spielt.

Simon Graf
Mit dem ZSC wurde Ronalds Kenins dreimal Meister, nun fühlt er sich in Lausanne wohl. (Bild: Anthony Anex/PPR)
Mit dem ZSC wurde Ronalds Kenins dreimal Meister, nun fühlt er sich in Lausanne wohl. (Bild: Anthony Anex/PPR)

Als Jan Alston noch für die ZSC Lions stürmte, fiel ihm im Kraftraum ein 17-Jähriger aus dem Farmteam GCK auf. «Er hatte dieses Funkeln in den Augen.» Und er stemmte auch schon mächtig Gewichte. Zehn Jahre später spielt Ronalds Kenins für Lausanne, und Alston ist sein Sportchef und voll des Lobes über ihn: «Sein Feuer, seine Leidenschaft sind ansteckend. Er ist in den besten Jahren seiner Karriere.»

Es wird gemunkelt, Kenins habe bereits bei den Waadtländern unterschrieben, bevor er im Sommer 2017 sein letztes Vertragsjahr mit den ZSC Lions antrat. Er kam nicht zurecht mit den schwedischen Trainern, passte mit seiner wilden Spielweise auch nicht recht in ihr Konzept. 2016 zurückgekehrt aus Nordamerika, war er eineinhalb Saisons ein Schatten seiner selbst gewesen. Dann kam Hans Kossmann als Nothelfer und sagte: «Ich kriege Kenins hin.» Im Playoff blühte er auf, sorgte nicht nur für Intensität, sondern schoss auch Tore - fünf insgesamt. «Ich brauchte Selbstvertrauen, das gab mir Kossmann», blickt Kenins zurück.

Auch Peltonen glaubt an ihn

In Lausanne hat er dort angeknüpft. Er hat in Ville Peltonen einen Trainer, der zwar ruhiger ist als Kossmann, aber ebenfalls auf ihn setzt. Fast 18 Minuten Eiszeit bekommt er pro Spiel, und er gehört auch zur Standardformation im Powerplay. Von den Schweizer Stürmern wird nur Joël Vermin öfter eingesetzt. In 38 Spielen hat er schon 23 Punkte (8 Tore) geskort, zwei Punkte fehlen ihm noch zu seinem Bestwert.

Doch der 27-Jährige ist keiner, der an seinen Skorerpunkten gemessen wird - oder zumindest nicht nur. Alston verpflichtete ihn auch deshalb, weil die Lausanner zwar spielerisch versiert, aber zu brav waren. Kenins ist bissig, seine Checks tun weh, er lässt sich nichts gefallen. Das bekam vor Weihnachten auch ZSC-Verteidiger Maxim Noreau zu spüren, nachdem er ihn hart, aber korrekt gecheckt hatte. Kenins stand auf, entledigte sich seiner Handschuhe und begann, auf Noreau einzuprügeln. Natürlich musste er unter die Dusche. «Kein Problem», sagt Alston. «So spielt er eben. So soll er auch spielen.»

Ein Spieler für Del Curto?

Mit dem Transfer zu Lausanne hat der Lette seine sportliche Heimat in der Schweiz verlassen. «Ich bin keiner, der gerne wechselt», sagt er. «Aber ich war in einer Phase, in der ich etwas Neues brauchte.» Doch die Dinge ändern sich schnell in Zürich. Man kann sich gut vorstellen, dass Arno Del Curto Gefallen gefunden hätte an Kenins. Dass sich dieser mit seiner Wucht ideal geeignet hätte fürs Forechecking, das dem Engadiner vorschwebt. «Ich glaube schon, dass ich gut ausgekommen wäre mit Arno», sagt Kenins.

Er zeigt sich nicht überrascht, dass die Zürcher den Trainer wieder gewechselt haben. «Ich hatte erwartet, dass etwas passiert, wenn sie so weiterspielen.» Besonders gefreut hat ihn, dass Mathias Seger als Assistent zurückgekehrt ist. «Gegen Segi zu spielen, das wird schon speziell», sagt er schmunzelnd. Was aber nicht heisst, dass er sich zurückhalten wird - im Gegenteil.

Kenins wohnt in Prilly, in unmittelbarer Nähe zum Stadion. Das Leben neben dem Eis gestalte sich für ihn in Lausanne aber noch etwas kompliziert, sagt er. Mit dem Französischen hat er sich noch nicht angefreundet. Dafür hat er sich sportlich gut eingelebt. «Die Gruppe ist gut, ihr Potenzial ist gross», sagt er. «Wir müssen einfach noch lernen, ein Siegerteam zu werden.»

Vielleicht kann er seinen Kollegen auch in dieser Hinsicht noch etwas beibringen. Mit den ZSC Lions ist er schon dreimal Meister geworden.

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