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Kloten kämpft gegen den Schlendrian

Der EHC gewinnt auch sein drittes Spiel in der Swiss League. Mit dem 6:4 in Zug ist er nach nur drei Partien alleiniger Leader – aber noch immer am Lernen.

Treffsicher: Klotens Nummer-1-Center Patrick Obrist (v.) hat in jedem Match ein Tor erzielt – hier bejubelt er eines mit Marc Marchon.
Treffsicher: Klotens Nummer-1-Center Patrick Obrist (v.) hat in jedem Match ein Tor erzielt – hier bejubelt er eines mit Marc Marchon.
Melanie Duchene, Keystone

«Wir nehmen auch diesen Sieg», sagte der Klotener Topskorer Ryan MacMurchy auf dem Weg in die Garderobe. Alle Spieler des EHC wussten, dass sie in der Bossard-Arena gegen das Farmteam des EVZ fern von exzellent aufgespielt hatten.

So ist das bisher verlaufen mit dem Absteiger, der als einer der grossen Favoriten in der zweithöchsten Liga gilt: Nicht immer konstant, nicht immer ohne ­Fehler waren die Auftritte. Aber es sind – Cup eingerechnet – ­immerhin schon vier Siege nacheinander, welche die Mannschaft innerhalb von zehn Tagen eingefahren hat. Dazu ist sie Leader der Swiss League, sie hat mit 17 Toren am meisten aller Teams geschossen. Das steht auf der Habenseite. Die Ausbeute gegen drei eher schwächere Teams der Liga ist makellos.

Der Match in Zug hat gezeigt, dass Kloten bereits in vielen Bereichen mitten im Alltag der Swiss League steckt. Zuerst einmal rein von der Logistik des Heimclubs her. Die Academy verlegte den Match in die Eishalle, in der am Vorabend der EVZ gegen den HC Davos eine 1:2-Niederlage erlitten hatte. Doch an den ungewohnt vielen Fans (rund 800 aus Kloten) wollte man offenbar nicht unbedingt Geld verdienen: Türöffnung war erst 45 Minuten vor Spielbeginn.

Wieder Zuschauer-Überzahl

Im Spiel trug Kloten seinen Teil zur Unterhaltung bei, der Favorit liess sich auf ein munteres Hin und Her ein. Dabei müsste Kloten gar nicht an die Anhänger des Gegners denken, denn auch am Samstag war kaum jemand da, der sich an den Treffern des Heimteams freute. Die EHC-Fans waren auch im zweiten Auswärtsspiel in Überzahl.

Trainer André Rötheli nahm es gefasst, dass seine Spieler beim 4:5 nochmals ins Zittern gerieten. «Zug war von den ersten drei Gegnern derjenige, der uns am meisten gefährden konnte. Das Academy-Team hat nichts zu verlieren.» Es sei schwierig, sich eine Woche lang auf einen Match vorzubereiten. Natürlich war auch er höchst erstaunt über die unmöglichen Zuspiele, die Steiner, aber auch Kellenberger und Ganz in der eigenen Zone versuchten. Über die wenig konsequente Leistung im eigenen Drittel. Oder über das Nachlassen im Powerplay.

«Aber für unseren Entwicklungsprozess ist dieses 6:4 besser als ein 7:0», sagt der Trainer. «Alle müssen wissen, dass es in dieser Liga keinen Gegner gibt, den man einfach wegspielen kann.» Kloten sei fähig, 60 Minuten gutes Eishockey zu zeigen, «aber es müssen alle mitmachen».

Zwei Bircher-Tore

Das scheint momentan das Hauptproblem beim EHC zu sein. Es ist nicht zu übersehen, dass da der eine oder andere einen zähen Kampf gegen den Schlendrian austrägt. Patrick Obrist, im ersten Block der Center, der bisher pro Match ein Tor erzielte, sah dies: «Wir haben eigentlich gewusst, dass dieses Team nie aufgibt, doch nach dem 3:1 haben wir es wieder vergessen. Die Gefahr besteht, dass man sich dem Level anpasst.» So schnell wie möglich müsse man im Training wieder das eigene Tempo finden.

Die Stürmer haben noch einiges gutzumachen. Denn in Zug schossen Verteidiger vier Tore: René Back und Philippe Seydoux je eines, Alain Bircher sogar zwei. Natürlich «habe ich früher bei den Junioren schon zwei Treffer in einem Match erzielt», sagte der erst 21-Jährige. Auch das gehört zum Alltag in der zweithöchsten Liga: Es können sich Spieler zeigen, die vorher kaum Platz zur Entfaltung fanden.

Was nicht heisst, dass die neuen Älteren sich zurückhalten müssen.

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