Kloten katastrophal

Die Flyers gingen beim 2:4 in Lausanne schon früh unter und verleiten Trainer Sean Simpson zu einer harten Selbstkritik.

Geknickt: Klotens Goldhelm Chad Kolarik und Goalie Martin Gerber.

Geknickt: Klotens Goldhelm Chad Kolarik und Goalie Martin Gerber.

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Lausanne Tabellennachbarn. Das waren der LHC und die Flyers vor der gestrigen Begegnung. Beide hatten tags zuvor ihren ersten Saisonsieg geholt, beide also die Chance, ihren Elan zu verlängern und zu mehren.

Nutzen tat dies nur eines der beiden Teams. Das andere unterstrich mit einer lamentablen Vorstellung, dass ein 3:2 gegen den Aufsteiger SCL noch lange kein Symptom eines Aufschwungs ist. Dieses Team heisst Kloten.

Entschieden war der Match gestern im Nu. Zwei Flyers gaben Danielsson in der 7. Minute freies Geleit, Lausannes Topskorer bedankte sich mit dem 1:0, wobei auch Goalie Gerber kein Hindernis darstellte. Sechs Minuten später schoss Miéville nach magistralem Zuspiel Danielssons das 2:0, weitere fünf Minuten danach wurde Herren zum 3:0 eingeladen.

Für Herren war es der Auftakt zu einem grossen Abend. Vorletzten Sommer verliess er Kloten, weil sich dort keine Rolle für ihn fand. Am Lac Léman hat sie der 24-Jährige gefunden: Skorer in der ersten Linie. Der Walliser hätte gut noch weitere Tore erzielen können – und war damit nicht allein.

Wie auf der Playstation liessen sich die Flyers mit simplen Täuschungen ausmanövrieren, versprangen langjährigen Leistungsträgern die einfachsten Pucks, ging Laufduell um Laufduell verloren, Zweikampf um Zweikampf.

Und doch schafften es die Klotener, dass das Resultat ihnen bis zum finalen 2:4 schmeichelte. Santala traf eine Sekunde vor der zweiten Pause aus dem Nichts zum 1:3, Leone verkürzte im Schluss¬abschnitt auf 2:4. Zusammen mit Obrist und Praplan gehörte er zu den wenigen Zürchern, die mit den Waadtländern wenigstens läuferisch mithielten. Andere konnte man beobachten, wie sie im Stillstand die Orientierung suchten.

«Katastrophal» nannte Trainer Simpson den Auftritt seines Teams – er bezog das nur auf das erste Drittel, doch diese Einschränkung brauchte es nicht. Die Flyers verschenkten schlicht ein Spiel gegen einen ¬Gegner, der aus bescheidenen ¬Mitteln das Beste machte. Bei ihnen verhält es sich genau umgekehrt.

Telegramm:

Lausanne - Kloten Flyers 4:2 (3:0, 0:1, 1:1)

5544 Zuschauer. - SR Prugger/Wiegand, Kohler/Küng . - Tore: 7. Danielsson (Hytönen, Leeger) 1:0. 13. Miéville (Danielsson) 2:0. 18. Herren (Danielsson) 3:0. 40. (39:59) Santala (Hollenstein) 3:1. 43. Genazzi (Deruns) 4:1. 46. Leone 4:2. - Strafen: je 3mal 2 Minuten gegen Lausanne und die Kloten Flyers. - PostFinance-Topskorer: Danielsson; Kolarik.

Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Jannik Fischer, Stalder; Rytz, Genazzi; Trutmann, Lardi; Danielsson, Hytönen, Herren; Pesonen, Miéville, Louhivaara; Walsky, Froidevaux, Déruns; Antonietti, Paul Savary, Augsburger.

Kloten Flyers: Martin Gerber; Stoop, von Gunten; Back, Gustafsson; Frick, Schelling; Collenberg; Bieber, Santala, Hollenstein; Guggisberg, Olver, Kolarik; Leone, Kellenberger, Praplan; Lemm, Liniger, Casutt; Obrist.

Bemerkungen: Lausanne ohne Conz (krank), Bang (verletzt), Kloten Flyers ohne Stancescu, Büsser, Harlacher und Boltshauser (alle verletzt). 40. Miéville fällt verletzt aus. Kloten Flyers ab 59:26 ohne Torhüter. 59:46 Timeout Kloten Flyers.

Resultate: Biel - Davos 5:1 (2:0, 2:0, 1:1). Fribourg-Gottéron - Bern 5:3 (2:1, 1:0, 2:2). SCL Tigers - ZSC Lions 4:6 (1:3, 1:1, 2:2). Lausanne - Kloten Flyers 4:2 (3:0, 0:1, 1:1). Zug - Genève-Servette 3:0 (2:0, 0:0, 1:0). 20.30 Uhr: Ambri-Piotta - Lugano.

Rangliste: 1. Fribourg-Gottéron 5/13 (24:15). 2. Biel 5/13 (21:12). 3. Zug 5/12 (16:11). 4. ZSC Lions 6/11 (19:17). 5. Bern 6/8 (24:20). 6. Lausanne 5/7 (11:11). 7. Genève-Servette 5/6 (14:14). 8. Davos 5/6 (16:18). 9. Ambri-Piotta 4/5 (11:17). 10. Lugano 4/3 (10:14). 11. Kloten Flyers 5/3 (14:23). 12. SCL Tigers 5/3 (12:20).

Erstellt: 19.09.2015, 22:40 Uhr

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