Kloten reichts wieder nicht – Del Curto verhüllt sich

Der Swiss-League-Leader verliert in La Chaux-de-Fonds, wo sich der Engadiner unter einer Kapuze versteckt.

Unzufrieden: Per Hanberg vermisste bei seinen Klotenern die Aggressivität.

Unzufrieden: Per Hanberg vermisste bei seinen Klotenern die Aggressivität. Bild: Freshfocus

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Dieses Mal sollte es klappen: Kloten war nach La Chaux-de-Fonds gereist, um endlich erstmals seit dem Abstieg in der Halle Les Mélèzes zu gewinnen. Aber vor 1932 Zuschauern wurde die schwarze Serie nicht beendet, sondern verlängert. Der Leader verlor 2:3 und nach dem 4:6, 2:3 und 4:5 zum vierten Mal in Folge in dieser eiskalten Halle.

Das einzige Tor, das nicht im Powerplay fiel, machte den Unterschied. Timothy Coffman erzielte es 16 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels. Die erste Klotener Formation um Éric Faille machte sich auf, um doch noch einen Vorstoss zu wagen – und wurde erwischt. Topskorer Coffman entwischte, es war das 2:0. Kloten kam nur eine Spielminute später zurück (die Pause lag dazwischen), mit dem ersten Powerplaytreffer.

Doch der Mann, der den feinen Pass zum Tor Marco Lehmanns gespielt hatte, musste nur zwei Minuten später auf die Strafbank: Robin Figren. Zwölf Sekunden später hiess es 3:1, aber die Entscheidung war das noch nicht. Kloten nützte ein zweites Powerplay durch Forget zum zweiten Goal, noch blieben acht Minuten zu spielen. Doch 30 Sekunden nach diesem Tor schwächte Jeffrey Füglister sein Team mit einem dämlichen Foul in der Angriffszone. Wenigstens überstand Kloten diese Strafe. Das unüberlegte Handeln Füglisters dürfte Konsequenzen haben. Zweieinhalb Minuten vor Ende der Partie nahm Per Hanberg sein Timeout, 2:15 lang versuchte Kloten ohne Goalie den Ausleich zu erzielen. Es gab Halbchancen, aber kein Tor.

Hanbergs Ärger

Der Vorsprung auf Verfolger Olten ist fünf Runden vor Ende der Qualifikation auf zwei Punkte zusammengeschrumpft. Im Oltner Kleinholz findet der nächste Klotener Auwärtsmatch statt, am Mittwoch nächster Woche. Am Samstag kommen die Ticino Rockets in die Swiss Arena. Ein Ausrutscher ist da nicht erlaubt. Sonst ist der Vorsprung vor dem grossen Duell bereits dahin.

Zu viele Dinge, die vorher immer für Kloten gelaufen waren, klappten im Neuenburger Jura nicht. Das war vor allem das Spiel in Unterzahl, eine der vielen Stärken des Leaders. Ein unglückliches Foul des stürzenden Ganz in der Mittelzone brachte das erste Powerplay und die Führung für La Chaux-de-Fonds. Nachher verteidigten sich die Neuenburger vor allem, mit allen Mitteln.

«Sie waren vor beiden Toren besser als wir, deshalb haben sie gewonnen», analysierte Coach Hanberg besonnen. «Wir müssen wieder viel hungriger werden für die Abpraller. Wir machten es ihnen ein bisschen zu leicht», ärgerte er sich. «Wir sollen aggressiver auftreten, entschlossener auch.» Und dann muss seine Mannschaft natürlich auch bei numerischem Gleichstand Tore erzielen. Das war in La Chaux-de-Fonds schwerer als gegen Winterthur.

Der Kapuzenmann

Beim Gegner hatte ein Kapuzenmann mehr zu sagen als Trainer Loïc Burkhalter. Es war Arno Del Curto, der auf der Bank Anweisungen gab, mit und ohne Taktiktafel. Warum er meint, sich unter einer Kapuze und in der Garderobe verstecken zu müssen, ist nicht nachvollziehbar. Denn es kennt ihn ja ohnehin jeder, der mal mit Eishockey zu tun hatte. Seine Gesten sind die gleichen. Und es weiss ja auch jeder, dass er seinem Freund Burkhalter beratend zur Seite steht. Nach den jüngsten Niederlagen (Biasca und Zug) brauchte der Hilfe.

La Chaux-de-Fonds - Kloten 3:2 (1:0, 1:0, 1:2) 1932 Zuschauer. - SR Hungerbühler/Hürlimann, Betschart/Gurtner.
Tore: 8. Bogdanoff (Tanner, Holdener/Powerplaytor) 1:0. 40. (39:46) Coffman (Cameron, Iglesias) 2:0. 41. (40:46) Lehmann (Figren, Faille/Powerplaytor) 2:1. 44. Cameron (Iglesias, Mieville/Powerplaytor) 3:1. 53. Forget (Truttmann, Krakauskas/Powerplaytor) 3:2.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds, 3-mal 2 plus 10 Minuten (Füglister) gegen Kloten.

Rangliste: 1. Kloten 39/87 (150:72). 2. Olten 39/85 (161:92). 3. Ajoie 39/80 (158:98). 4. Visp 39/73 (127:93). 5. Thurgau 38/68 (95:92). 6. Langenthal 38/67 (124:99). 7. La Chaux-de-Fonds 39/55 (131:125). 8. GCK Lions 39/54 (117:121). 9. Sierre 39/43 (97:136). 10. EVZ Academy 38/36 (84:145). 11. Winterthur 38/25 (85:181). 12. Biasca Ticino Rockets 39/23 (88:163).

Erstellt: 21.01.2020, 23:38 Uhr

Artikel zum Thema

Winterthur ist einfach kein Gradmesser

Der EHC Kloten schiesst gegen das ehemalige Partnerteam sieben Tore. Mehr...

Kloten und sein fragiles Glück

Die Siegesserie des EHC ging gegen Ajoie nach zwölf Spielen zu Ende. Und doch könnte es beim Leader der Swiss League kaum besser laufen. Mehr...

Klotens unheimliche Siegesserie gerissen

Siegesserie beendet: Der EHC Kloten verliert zuhause gegen Ajoie erstmals wieder nach zwölf Siegen in Folge. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Blogs

Sweet Home 10 raffinierte Einrichtungstipps

Mamablog Wenn das Baby brüllt. Und brüllt. Und brüllt.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Natürliche Kunst: Douglas Ciampi aus Massachusetts steht neben einer eisbedeckten Antenne auf dem Gipfel des Mount Washington. (24. Februar 2020)
(Bild: Robert F. Bukaty) Mehr...