Schlechter Start, aber ein gutes Ende für Kloten

Kloten hat mit dem 8:2 (2:2, 3:0, 3:0) über Winterthur zu Leader Ajoie aufgeschlossen. Der Sieg wurde allerdings auf Umwegen eingefahren.

Trotz frühem Rückstand feiert der EHC Kloten letztlich einen komfortablen Sieg.

Trotz frühem Rückstand feiert der EHC Kloten letztlich einen komfortablen Sieg. Bild: Leo Wyden

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Nach 60 Minuten stand das Resultat auf der Tafel, das man so ungefähr hatte erwarten dürfen. 8:2, der achte Sieg in Folge und das Aufschliessen zu Leader Ajoie in der Tabelle. Kloten liegt nur nicht auf Platz eins, weil die Pruntruter aus den bisherigen Direktbegegnungen vier von sechs möglichen Punkten geholt haben. Das soll bald anders sein. Die nächste Chance bietet sich am Samstag mit einem Sieg im letzten Heimspiel vor der Nationalteampause gegen Olten. Ob Ajoie allerdings im Tessin gegen die Rockets am gleichen Abend Punkte liegen lässt wie zuletzt zwei gegen Kloten (Sonntag) und einen gegen Visp (Dienstag)?

Das soll Kloten nicht kümmern. Wenn das Team auf dem Niveau der letzten Woche weiterspielt, wird es einmal die Nummer eins sein. Dazu gehört aber auch, dass diese Mannschaft aus dem gestrigen Match bereit ist, etwas zu lernen. Denn wie befürchtet, gab das Team doch tatsächlich dem Schlendrian eine grosse Chance, sich einzuschleichen. «Wir haben nicht gekämpft, wir haben nicht hart gearbeitet, wir sind nicht Schlittschuh gelaufen, das war schrecklich», fasste Coach Per Hanberg das Geschehen der ersten Minuten zusammen.

Auf dem Eis sah das so aus: Marc Marchon bedient Mark Lazarevs mit einem perfekten Pass zum 1:0 für Winterthur, nach 7:33 hiess es bereits 2:0 für den Aussenseiter. Da hatte Hanberg genug, er nahm sein Timeout. Es hatte immerhin so viel Wirkung, dass durch Ganz und Lemm noch vor der ersten Pause der Ausgleich gelang. «Aber das ganze Drittel war schlecht, die Leistung stimmte einfach nicht», kritisierte der Trainer.

«Mein Team hat den Schalter umlegen können»

Immerhin fand sich sein Team ab dem zweiten Abschnitt nicht zu einer fantastischen Darbietung. Aber immerhin reichte die Verbesserung, um den Gegner dann scheinbar noch locker auf Distanz zu setzen. Die Tore fielen regelmässig, und nur noch auf einer Seite. Am Ende waren Fabian Ganz, Dominic Forget und Ramon Knellwolf Doppeltorschützen. Und Goalie Dominic Nyffeler erneut einer der besten, weil er immer wieder nachlässiges Verhalten seiner Vorderleute korrigierte. Und am Schluss feierten die Klotener Fans, als hätte es die schlechten ersten Minuten gar nie gegeben.

Nicht akzeptabel seien die ersten 20 Minuten gewesen, ärgerte sich Hanberg. Aber er freute sich auch über die Fortsetzung. «Wer so lausig beginnt, bringt es sehr selten fertig, die Einstellung noch im Match zu ändern. Mein Team aber hat den Schalter umlegen können.» Dass sich ein Team nach einer Reihe von guten Leistungen gegen gute Gegner einmal gehen lässt, das lasse sich kaum verhindern. «Jede Mannschaft wird einmal von einer solchen Baisse getroffen», findet er.

Dass die mit den guten 40 Minuten korrigiert wurde, spricht für sein Team. Aber nicht für den Gegner. Es war erstaunlich, wie leicht sich Winterthur von einem guten Ergebnis in die nächste Kanterniederlage gegen ein Spitzenteam treiben liess. Kloten kam dann doch relativ einfach zu seinen Toren. Hätte das Team so begonnen wie in der letzten Woche gegen Langenthal, Winterthur-Coach Michel Zeiter hätte sein Timeout früher nehmen müssen als erst nach 48 Minuten und dem 7:2. Und Kloten hätte wohl locker noch ein paar Tore mehr erzielt.

15:3 lautet das Torverhältnis nach zwei Partien gegen die Winterthurer. Am Samstag wird es kaum so viele Goals zu sehen geben. Und Kloten braucht eine Steigerung, um gegen Olten die Siegesserie auf neun Partien auszudehnen.

Kloten - Winterthur 8:2 (2:2, 3:0, 3:0)

4204 Zuschauer. - SR Mollard/Kaukokari (FIN), Nater/Schlegel.
Tore: 6. Lazarevs 0:1. 8. (7:33) Küng (Brace/Powerplaytor) 0:2. 9. (8:17) Ganz 1:2. 16. Lemm (Grossniklaus/Powerplaytor) 2:2. 22. Knellwolf (Faille) 3:2. 32. Füglister (Steiner) 4:2. 39. Ganz (Sturny, Lehmann/bei 5 gegen 3) 5:2. 43. Forget (Figren) 6:2. 48. Forget (Steiner, Marchon) 7:2. 54. Knellwolf (Mettler) 8:2.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Kloten, 5mal 2 Minuten plus Spieldauer (Guerra) gegen Winterthur.

Rangliste: 1. Ajoie 17/38. 2. Kloten 17/38. 3. Thurgau 17/33. 4. Langenthal 16/32. 5. Visp 16/29. 6. Olten 16/29. 7. Chaux-de-Fonds 17/23. 8. GCK Lions 17/18. 9. Winterthur 17/18. 10. Sierre 17/16. 11. EVZ Academy 15/14. 12. Biasca 16/9.


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(jch)

Erstellt: 30.10.2019, 22:50 Uhr

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