Kloten sorgt mit Newsletter für Aufregung

Eine Mitteilung des in die Swiss League gefallenen Clubs verärgert EHC-Fans.

Augen zu und durch: Der aktuelle Newsletter des EHC Kloten ist vor allem wegen eines Satzes dicke Post für die Fans.

Augen zu und durch: Der aktuelle Newsletter des EHC Kloten ist vor allem wegen eines Satzes dicke Post für die Fans. Bild: Christian Merz

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Vor eineinhalb Wochen endete in Kloten eine Ära. Der EHC musste den Abstieg aus der National League hinnehmen. Bis am 25. April hatte sich der Traditionsverein in der obersten Spielklasse gehalten. Es war ein bitterer Moment für den Verein, auf dem Eis und auf der Zuschauertribüne flossen Tränen.

Am Donnerstag hat sich der EHC Kloten mit einem Newsletter an seine Fans gewandt. Bereits der erste Satz kann leicht missverstanden werden: «Das Warten hat bald ein Ende.» Das könnte den Eindruck erwecken, als hätte der Club den Abstieg erwartet. Und als hätten Klotener Anhänger die Swiss League herbeigesehnt. Das ist Salz in die Wunde vieler ohnehin schon frustrierter Fans.

Was der Club eigentlich sagen wollte: «Der Vorverkauf für die Saisonkarten der Saison 18/19 steht in den Startlöchern und wird bald kommuniziert. Neben dem Startdatum des Vorverkaufes werden auch die angepassten Ticketpreise in absehbarer Zeit kommuniziert.» Darauf dürfte tatsächlich mancher Kloten-Fan gewartet haben und gespannt sein, was er ab September für einen Matchbesuch in der Swiss-Arena bezahlt.

Fans erwartet «cooles Team»

Im zweiten Abschnitt des Rundschreibens geht der Absteiger auf die Situation der Mannschaft ein, die quasi gar nicht mehr existiert, da nach dem Fall in die Swiss League alle Spielerverträge nichtig wurden. Der EHC versichert: «Im sportlichen Bereich ist man mit allen Mitteln dran, ein dynamisches, qualitativ gutes und cooles Team für nächste Saison zusammenzustellen.» Wie sehr das Versprechen einer «coolen» Mannschaft die Fans tröstet, die sich auf Spiele gegen die EVZ Academy oder im Wallis und Jura einstellen müssen, bleibt offen.

Kloten tickt anders

Der Verein aus der Flughafenstadt geht komplett anders mit seinem Schicksal um, als dies Rapperswil-Jona vor drei Jahren getan hatte. Der nun wieder in die National League zurückgekehrte Club liess sich damals mehr Zeit, um seine Wunden zu lecken. Nachdem die Lakers ihren Platz in der höchsten Eishockey-Liga des Landes (nach 21 Jahren Zugehörigkeit) den SCL Tigers überlassen mussten, rumorte es auf allen Ebenen gewaltig. 13 Tage nach dem Abstieg gab der Verein vom Obersee bekannt, dass Sportchef Harry Rogenmoser und CEO Roger Sigg – innerhalb ihrer Kündigungsfrist – ihre Büros räumen müssen. Der Club strebte eine Neuorganisation an und engagierte mit Rolf Kaufmann einen Unternehmer, der den Verwaltungsrat in strategischen und operativen Fragen unterstützte.

Michel Zeiter, der Headcoach Anders Eldebrink bis zu dessen Freistellung (nach der Heimniederlage zum Auftakt der letztlich 0:4 verlorenen Ligaqualifikations-Serie) assistiert und danach das Team übernommen hatte, war als Trainer nicht mehr gefragt. Die Suche nach einem Nachfolger stand bei den St. Gallern zwar an oberster Stelle. Sie liessen sich bei der Wahl jedoch Zeit. Erst am 5. Juni 2015 (fast zwei Monate nach dem Abstieg am 9. April) wurde Jeff Tomlinson als neuer Headcoach vorgestellt. Bei der ersten Medienkonferenz hob der gebürtige Kanadier hervor: «Die Lakers wollen einen Neustart, sie wollen besser werden.» Und er sagte damals: «Ich freue mich darauf, in Rapperswil-Jona etwas aufzubauen.» Das hat der 48-Jährige geschafft und den Club zurück in die National League geführt.

Warten auf die Rückkehr

In den ersten Monaten nach dem Gang in die Swiss League sprach in Rapperswil-Jona kaum jemand von Wiederaufstieg. Zu tief sass der Schock, zu sehr war der Club damit beschäftigt, sich neu auszurichten. Viel wurde auch für eine Versöhnung mit den Fans unternommen – unter anderem ein Wechsel von Clubfarben und Logo.

In Kloten schlägt die Vereinsführung auf strategischer Ebene keinen völlig neuen Weg ein. Sie hält an Trainer André Rötheli fest, unter dem die Mannschaft den Abstieg nicht abwenden konnte. Mit Felix Hollenstein als Sportchef soll sich der EHC wieder aufrappeln. Nur 15 Stunden, nachdem der Klotener Albtraum Realität geworden war, versprach Präsident Hans-Ulrich Lehmann: «Es ist keine Beerdigung des EHC Kloten. Wir bleiben nicht am Boden liegen. Wir stehen wieder auf. Und wir werden in die National League zurückkehren.» (ddu)

Erstellt: 04.05.2018, 11:17 Uhr

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