Kloten zurück auf dem Boden

Das 1:5 beim überraschenden Leader Lausanne zeigt, dass die Zürcher noch keine ­Spitzenmannschaft sind.

Lausannes Sven Ryser kämpft mit dem Klotener Romano Lemm um den Puck. Foto: Christian Brun (Keystone)

Lausannes Sven Ryser kämpft mit dem Klotener Romano Lemm um den Puck. Foto: Christian Brun (Keystone)

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Manchmal werden Vorsätze innert kürzester Zeit zu Makulatur. So wie in Lausanne, als die Klotener besten Mutes waren, das 1:3 nach zwei Dritteln zu korrigieren, sich aber selber um die Chance zur Umsetzung brachten. Erst 40 Sekunden alt war das letzte Drittel, als Lausannes Trutmann von einer unglücklichen Stockaktion Gerbers profitierte – und drei Minuten später fand der Puck von Jeffreys Stock den Weg irgendwie ins Netz zum 5:1. Wieder machte Goalie Gerber einen unglücklichen Eindruck, und dass gleichzeitig seinem Gegenüber Cristobal Huet ein Assistpunkt zugesprochen wurde, unterstreicht, wie das Duell der beiden über 40-jährigen Stanley-Cup-Champions ausging.

Gerber sammelte im Fernduell mit seinem internen Goaliekonkurrenten Luca Boltshauser keine Pluspunkte, auch die Feldspieler zogen aber einen schwachen Abend ein. Patrick von Gunten wurde schmerzlich vermisst, gerade Lukas Stoop und René Back leisteten sich zu viele Fehler im Aufbau, die Stürmer mit Ausnahme Praplans blieben diskret. Angesichts des Schlussverdikts war es auch müssig zu diskutieren, ob die Partie einen anderen Verlauf genommen hätte, wenn dem Walliser Topskorer mit einem Penalty die 2:1-Führung gelungen wäre (24.). Jedenfalls folgten kaum mehr gelungene Szenen des EHC, Genazzi und Pesonen legten noch im Mitteldrittel mit Überzahltreffern die Basis zum Sieg. Am Schluss stand für Lausanne der dritte Sieg zu Buche, das Torverhältnis beträgt 13:6, die Waadtländer belegen erstmals seit 2001 den 1. Platz der NLA. «Dass wir Leader sind, heisst noch nicht viel. Aber die Art und Weise, wie wir spielen, ist sehr positiv, es macht sehr viel Spass», sagt Verteidiger Genazzi.

Tirkkonens erster Rückschlag

Niemand hätte vor Saisonbeginn angenommen, dass irgendwann – auch nicht in der dritten Runde – das Duell von bester Offensive gegen stärkste Defensive zwischen Lausanne und Kloten ausgetragen würde. Zu klar schien der Trend bei beiden Teams nach unten zu zeigen. Den Romands wurde nach dem Ende der Betonmischer-Zeit unter Heinz Ehlers ein schwieriges Jahr prognostiziert, den Zürchern nach dem Horror-Frühling sowieso. Das erste Drittel in der ­Patinoire de Malley zeigte dann, dass der Begriff Spitzenkampf in diesem Stadium zurückhaltend verwendet werden sollte. Kloten kam kaum zu Torchancen, und das 1:1 nach Treffern von Antonietti und der Torpremiere von US-Verteidiger Sanguinetti schmeichelte den Gästen.

Da sich später der Spielverlauf weiter zu Ungunsten der Zürcher entwickelte, kassierte Pekka Tirkkonen seine erste Niederlage in einem Ernstkampf als ­Kloten-Trainer. Überraschend ist diese nicht, erst zwei von neun Direktduellen konnte Kloten seit dem Wiederaufstieg Lausannes für sich entscheiden.

Erstellt: 13.09.2016, 23:15 Uhr

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