Winterthur ist einfach kein Gradmesser

Der EHC Kloten schiesst gegen das ehemalige Partnerteam sieben Tore.

<i>Eric Faille steuerte ein Tor zum hohen Sieg gegen Winterthur bei. (Bild: Keystone/Archiv)</i>

Eric Faille steuerte ein Tor zum hohen Sieg gegen Winterthur bei. (Bild: Keystone/Archiv)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Als man sich schon damit angefreundet hatte, dass Kloten vor 5266 Zuschauern im vierten Duell mit Winterthur nur sechs Tore erzielen würde, stürmte Edson Harlacher nach vorne. Fabian Sutter bediente ihn, und der Verteidiger traf 22 Sekunden vor dem Abpfiff zum 7:0. Es war sein erstes Saisontor.

Und somit steht unter dem Strich aus den vier Saisonduellen: Kloten hat 29 Tore geschossen, 4 kassiert. Oder anders ausgedrückt: Im Schnitt pro Match lautet das Torverhältnis 7,25:1. Woraus sich nichts anderes schliessen lässt, als dass dieser EHC Winterthur nun wirklich kein Gradmesser für Kloten sein kann.

Denn der Swiss-League-Leader musste erneut – wie schon im ersten Heimspiel gegen dieses Team – sehr wenig Aufwand betreiben, um zu gewinnen. Der erste Schuss von Romano Lemm aufs Tor bedeutete nach 109 Sekunden das 1:0, nachher ging es bis zur ersten Drittelspause locker zum 4:0 weiter (Knellwolf, erneut Lemm und Figren trafen). Dass Trainer Per Hanberg dennoch nicht zufrieden sein konnte, zeigt erstens das Schussverhältnis von nur 13:11 – und zweitens, dass Winterthur extrem viele Chancen zu Treffern hatte. Alleine in den ersten zwei Minuten standen zwei alleine vor Goalie Dominic Nyffeler, später gabs gefährliche Konter. Einfach deshalb, weil einige Klotener der Versuchung des Schlendrians erlagen. Trotz Warnungen. Nyffeler auf jeden Fall musste sich seinen neunten Shutout verdienen, vor allem im ersten Drittel und dann nochmals in den letzten Minuten.

Guggisberg im Griff

Ab dem zweiten Drittel ging es besser, Kloten hatte da alles unter Kontrolle. Gegen einen Gegner, der immer harmloser wurde, der selbst bei doppelter Überzahl nicht einen Torschuss zustande brachte. Natürlich hatten die Winterthurer einige zusätzliche Verletzte zu ersetzen, aber sie waren ja auch in den drei Duellen zuvor jeweils chancenlos geblieben (zweimal 7:1, einmal 8:2). Erneut zeigte sich, dass die Klotener den Winterthurer Goalie Tim Guggisberg, im letzten Playoff kurz für den verletzten Joren van Pottelberghe im Einsatz, einfach im Griff haben. Faille und Truttmann schossen im Mitteldrittel das fünfte und sechste Tor relativ einfach. 49:20 lautete das Verhältnis der Torschüsse, auch das sagt eigentlich alles über den Match aus, in dem Kloten noch dreimal den Pfosten traf.

Während Kloten seinen Vorsprung an der Spitze gegenüber Olten bei fünf Punkten hielt (die Oltner schlugen Visp 4:1), rutschte Winterthur wieder ein bisschen mehr in die Bredouille. Der Tabellenletzte Biasca holte gegen die GCK Lions einen Punkt und liegt nur noch zwei Zähler hinter dem EHCW.

Kloten dürfte sich tags darauf ein bisschen erholen. Hanberg zum Beispiel genoss den Sonntag bei einem Unihockey-Ausflug mit der Familie. Und dann geht es am Dienstag auf zu einer Destination, wo seit dem Abstieg noch kein Punkt geholt wurde: Nach La Chaux-de-Fonds. Dort verlor Kloten in der letzten Saison 4:6 und 2:3, in diesem Winter an einem regnerischen Sonntag 4:5. Würde das Playoff nun beginnen, wären die Neuenburger Klotens Gegner. «Es wird Zeit, da einmal ein Zeichen zu setzen», sagt Hanberg. Wenn sein Team meint, dass es in der Les Mélèzes so einfach geht wie gegen Winterthur, dann wird es allerdings nichts damit.

Kloten - Winterthur 7:0 (4:0, 2:0, 1:0) - 5266 Zuschauer. - SR Massy/Staudenmann, Huguet/Haag. - Tore: 2. Lemm (Füglister) 1:0. 10. Knellwolf (Lehmann, Faille/Powerplaytor) 2:0. 13. Lemm (Füglister) 3:0. 19. Figren (Knellwolf) 4:0. 25. Faille 5:0. 29. Truttmann (Harlacher) 6:0. 60. (59:38) Harlacher (Sutter) 7:0. - Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kloten, 6-mal 2 Minuten gegen Winterthur.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

(jch)

Erstellt: 18.01.2020, 22:12 Uhr

Artikel zum Thema

Kloten und sein fragiles Glück

Die Siegesserie des EHC ging gegen Ajoie nach zwölf Spielen zu Ende. Und doch könnte es beim Leader der Swiss League kaum besser laufen. Mehr...

Klotens unheimliche Siegesserie gerissen

Siegesserie beendet: Der EHC Kloten verliert zuhause gegen Ajoie erstmals wieder nach zwölf Siegen in Folge. Mehr...

Kloten feiert Rekordsieg

Der Leader der Swiss League baut seine Siegesserie auf eindrückliche Art und Weise aus. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Blogs

Mamablog Vaterschaftsurlaub – der Krimi geht weiter

Sweet Home Grosses Theater zu Hause

Die Welt in Bildern

Klebriger Protest: Eine PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) Aktivistin protestiert im Vorfeld der Mailänder Fashion Week gegen die Lederindustrie indem sie sich mit schwarzem Schleim übergiesst. (18. Februar 2020)
(Bild: Flavio Lo Scalzo) Mehr...