Klotens Anspruch muss der Aufstieg sein

Die neue Führung des EHC wird am sportlichen Erfolg gemessen. Deshalb gibt es für die Zürcher Unterländer nur das eine Ziel.

Rettete Kloten 2016 und gibt den Club jetzt weiter: der Zürcher Unterländer Hans-Ulrich Lehmann.

Rettete Kloten 2016 und gibt den Club jetzt weiter: der Zürcher Unterländer Hans-Ulrich Lehmann. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Der Besitzerwechsel in Kloten präsentiert sich als das, was man seit Dezember hatte erwarten können. Breit abgestützt ist ein gutes Schlagwort, es geht in die richtige Richtung. Doch seit Dezember ist einiges geschehen. Kloten hat sich sportlich in der ersten Swiss-League-Saison nicht so ent­wickelt, wie sich das der Club erhofft hatte. Statt zumindest den Final auf zweithöchster Stufe zu erreichen, folgte die herbe Enttäuschung: Im Playoff-Viertelfinal gewann das Team nur gerade ein Spiel.

Bereits am 3. März war Saisonende. Seither herrschte Funkstille – Ausnahme war die Verpflichtung des neuen Trainers Per Hanberg. Zwei Monate warteten Sponsoren, Anhänger und andere Interessierte auf irgendein Zeichen. Sie warteten bis gestern vergebens. Deshalb geht die neue Führung, ohne es selbst verschuldet zu haben, bereits mit einem Handicap in die erste Amtszeit.

Die drei Jahre unter Hans-Ulrich Lehmann sind Vergangenheit. Der Zürcher Unterländer Unternehmer hat bei seinem Einstieg 2016 Kloten gerettet. Dass er als Präsident in die Geschichte eingeht, unter dem der Traditionsclub erstmals nach 56 Jahren in die zweithöchste Liga absteigen musste, war nicht sein Ziel. Doch der Sparkurs, wie er ihn verordnete, war wie befürchtet die falsche Medizin.

Es ist Lehmann nie gelungen, die Eishockey-Götter zu seinen und den Verbündeten Klotens zu machen. Aus dem einfachen Grund: Wer die Götter milde stimmen will, muss ihnen vor einem Ereignis Opfer dar­bringen.

Aufs Eishockey übertragen: Wer ohne die maximale Anzahl erlaubter Ausländer in eine Saison geht, wer sein Kader immer weiter ausdünnt, der kann das nicht im Nachhinein korrigieren. Auch wenn er am Ende mehr Geld ausgibt, als er bei «normalen» Investitionen vor der Saison hätte in die Hand nehmen müssen. Deshalb ging es ständig abwärts mit dem EHC.

Die neue Führung wird am sportlichen Erfolg gemessen. Der Anspruch muss der Aufstieg sein. Anlaufzeit bleibt keine. Jede Saison in der ­Anonymität der Swiss League ist für den EHC Kloten eine verlorene.

Ein Jahr und zwei Monate hat er schon verschenkt.

Erstellt: 29.04.2019, 23:34 Uhr

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