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Klotens Auferstehung dank Von Gunten und Nachbarschaftshilfe

Der EHC beendet mit dem 3:1 gegen die ZSC-Kürläufer seine Niederlagenserie in der Meisterschaft nach acht Spielen.

Matchwinner Patrick von Gunten (Nr. 72) beim Klotener Jubel mittendrin.
Matchwinner Patrick von Gunten (Nr. 72) beim Klotener Jubel mittendrin.
Keystone

Keck hatte Klotens Verteidiger Back vor dem 5. Zürcher Saisonderby behauptet: «Eigentlich ist der ZSC unserer Lieblingsgegner.» Die mutige Aussage bestätigte sich. Mit dem 3:1 gegen die Stadtzürcher feierte der EHC erstmals seit dem 29. November 2016 wieder einen Sieg in der Meisterschaft. Und dabei half der Kantonsrivale, den man diesmal eher als freundlichen Nachbarn bezeichnen durfte, kräftig mit.

Denn die Lions mit ihrem ­imposanten Kader waren lange so überlegen, dass sie dabei das ­Wesentliche vergassen: Tore zu schiessen. Wie das geht, zeigte Von Gunten. Der Bieler in Klotener Diensten schoss in Überzahl die Tore zum 1:1 (29.) und 2:1 (48.) und lenkte so die Partie in günstige Bahnen für das Heimteam.

Es ist dem 31-Jährigen zu gönnen. Denn der Winter war für ihn bisher alles andere als wunsch­gemäss verlaufen. Sein Debüt gab er erst kurz vor Weihnachten, nachdem eine Diskushernie eine Operation nötig gemacht hatte. Das Derby war für Von Gunten erst die fünfte Partie in dieser ­Saison. Als er in der zweiten den Rücken wieder gespürt hatte, schwante ihm Böses. Doch die ­Beschwerden sind in der Altjahreswoche wieder ­verfolgen.

Die Operation als Befreiung

«Es ist schön, dem Team zu ­helfen», sagte Von Gunten in den ­Kabinengängen der Swiss-Arena. So hart die letzten Monate gewesen seien, die Entscheidung zur Operation habe er nach längerer Zeit der Ungewissheit als Befreiung empfunden. Am 5. Oktober musste er unters Messer. Und auch wenn nun der Einstieg mitten in der Saison kein einfacher war, seine Beine noch mehr ­brennen als sonst, so bewies der Routinier gegen den ZSC doch schon einmal, welchen Wert er für die Klotener haben kann.

Dank dem Sieg hievten sich ­diese wieder über den Strich. Die Trendwende war schon am Donnerstag beim 3:2 gegen Lausanne im Cup-Halbfinal gelungen. Mit ähnlichem Rezept wie gegen den ZSC. Man liess den Gegner zuerst anrennen und konterte ihn dann aus. 16:44 war damals das Schussverhältnis, im Derby lautete es nun 19:35. Wobei die Überlegenheit der Lions im Startdrittel mit 13:2 Torschüssen gut abgebildet wurde. «Ich weiss nicht, ob wir in den ersten 20 Minuten überhaupt ­einmal aus unserer Zone herauskamen», sagte Von Gunten. «Aber der ZSC ist eben spielerisch stark und dazu noch komplett.»

Wann wechselt Cunti?

Umso bemerkenswerter war der Sieg der Klotener, die auf sechs Stammspieler verzichten mussten. Bei den Lions ist die Personalsituation so gut, dass Cunti abermals überzählig war. Der Center könnte, ja soll den Klotenern bis zum Saisonende helfen – Gespräche über einen Seitenwechsel stehen nächste Woche an. Aber so freundlich, dass sie auch noch den Lohn Cuntis übernehmen, sind die Lions dann doch nicht.

Der Techniker wäre an Abenden wie diesen wohl ein beliebter Sündenbock bei den viel zu verspielten Zürchern – wenn er mitgetan hätte. Doch auch ohne Cunti verliert sich diese Mannschaft viel zu sehr in Schönspielerei. Und damit gibt es im Playoff nichts zu gewinnen. Ja nicht einmal gegen arg ­dezimierte, aber herzhaft kämpfende ­Klotener.

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