Klotens Derbysieg als Playoff-Test

Der EHC kassiert erstmals diese Saison ein Tor gegen die GCK Lions – und ebnet beim 2:1 den Weg für weitere Duelle.

Musste erstmals gegen die GCK Lions ein Gegenstor einstecken: Kloten-Goalie Dominic Nyffeler. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Musste erstmals gegen die GCK Lions ein Gegenstor einstecken: Kloten-Goalie Dominic Nyffeler. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

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Und es geht doch: Tore kassieren gegen die GCK Lions. Zum ersten Mal seit dem 18. Januar 2019, nach 214 Minuten und 45 Sekunden Spielzeit, gelang dem Farmteam des ZSC wieder ein Tor gegen Kloten. Das 1:1 von Rihards Puide kurz vor Spielhälfte belebte ein Derby, das Swiss-League-Leader Kloten zuvor scheinbar mühelos kontrolliert hatte. Und das am Ende zeigte, dass der EHC auch Spiele mit schierer Hartnäckigkeit gewinnen kann. Das 2:1 war ein viel wichtigerer Sieg, als die Affiche auf den ersten Blick vermuten liess.

Es ging los mit der Leichtigkeit einer Mannschaft, die das Siegen gewohnt ist. Die sich von der Overtime-Niederlage gegen Ajoie bestens erholt zeigte. Goalie Dominic Nyffeler hatte bei einem Penaltykilling in der 4. Minute die Coolness, den Puck hinter dem eigenen Tor zu stoppen und nach freien Mitspielern zu suchen. Er entdeckte Robin Figren in der Mittelzone, hebelte die Scheibe übers halbe Spielfeld auf den Stock des schwedischen Flügels. Und der bezwang Wolfgang Zürrer zwischen den Schonern.

Vielleicht ging es fast zu leicht. Jedenfalls dominierte das Team von Per Hanberg zwar den Startabschnitt, kam aber zu wenig zwingenden Abschlüssen. Und als im Mitteldrittel auch die Dominanz verschwand, nutzten die GCK Lions ihr zweites Powerplay, um den Bann zu brechen. 0:1, 0:1, 0:5 hatten sie die bisherigen Begegnungen mit dem EHC verloren. Puide sorgte dafür, dass diese Serie ein Ende hatte. Und löste damit einiges aus.

Dieses 1:1 wirkte nämlich auf die Klotener wie ein Weckruf. Sie reagierten heftig, verzeichneten schon vor der zweiten Pause einen Lattentreffer und drückten danach so hartnäckig aufs Tempo, bis das Führungstor fiel. Dabei mussten sie viel Geduld beweisen, denn die GCK Lions standen defensiv gut und liessen trotz weniger Spielanteile kaum echte Chancen zu. Marco Lehmann war es, der für die Entscheidung sorgte: Erst luchste er einem Gegner den Puck ab, dann vollendete er das Zuspiel von Dominic Forget. Keine sieben Minuten fehlten da noch zur dritten Sirene.

Die zweite Niederlage in Folge verhindert

Es wurden sieben lange Minuten. Die Lions drückten auf den Ausgleich, besonders in der Schlussminute, als Fabian Sutter auf der Strafbank sass und vier Feldspieler sich mit Händen und Füssen gegen sechs Lions wehrten. Und Nyffeler erstmals an diesem Abend beweisen musste, dass er nicht nur Traumpässe spielen kann, sondern auch in höchster Not Pucks abwehren.

So wurde es ein Abend, an dem die Klotener einiges bewiesen haben. Dass sie sich von einer Niederlage nicht aus dem Konzept bringen lassen – noch immer haben sie diese Saison nie zweimal in Folge verloren. Oder dass sie auch in einem engen Match nie den Kopf verlieren, weder in der Offensive noch in der Defensive – auch wenn der erste Punktverlust überhaupt gegen die GCK Lions droht.

Das ist psychologisch gerade gegen diesen Gegner nicht zu unterschätzen. Denn die Saisonbilanz gegen GCK trügt. Von den total zwölf Dritteln haben die Klotener nur fünf für sich entschieden, ging die Hälfte torlos zu Ende. Und obschon der Spielplan aktuell keine weiteren Duelle vorsieht, könnte es doch bald zum nächsten Derby kommen: im Viertelfinal nämlich. Die GCK Lions liegen vor ihrem ersten Playoff seit 2013 auf Rang 8, der Vorsprung von Leader Kloten wuchs wieder auf fünf Punkte an. Gestern roch es in Küsnacht schon ein wenig nach Playoff.

GCK Lions - Kloten 1:2 (0:1, 1:0, 0:1) KEK. – 550 Zuschauer. – SR Hendry, Ströbel/Steenstra, Pitton. – Tore: 4. Figren (Nyffeler/Ausschluss Harlacher!) 0:1. 28. Puide (Brüschweiler, Hayes/Ausschluss Sutter) 1:1.54. Lehmann (Forget) 1:2. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen die GCK Lions, 4-mal 2 plus 10 Minuten (Kindschi) gegen Kloten. – GCK Lions: Zürrer; Braun, Büsser; Bryan, Sidler; Geiger, Meier; Widmer; Chiquet, Fuhrer, Brüschweiler; Hayes, Suter, Rizzello; Berri, Hardmeier, Puide; Berni, Riedi, Marchand. – Kloten: Nyffeler; Steiner, Stämpfli; Back, Harlacher; Ganz, Kindschi; Figren, Faille, Knellwolf; Kellenberger, Sutter, Obrist; Truttmann, Forget, Marchon; Sturny, Lemm, Lehmann; Krakauskas, Füglister. – Bemerkungen: GCK Lions ohne Backman (ZSC Lions); Kloten ohne Kälin, Mettler (verletzt) und Grossniklaus (SCL Tigers). Lattenschüsse: 33. Ganz., 60. Stämpfli. 58:31 Time-out GCK Lions, danach ohne Goalie.

Erstellt: 15.01.2020, 23:35 Uhr

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