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Klotens Geschenke erhalten ZSC Punkte

Die ZSC Lions nutzten individuelle Aussetzer von Kloten zum 3:2-Sieg im Derby und distanzierten den Kantonsrivalen an der Tabellenspitze nun auf vier Punkte. Die nächsten Verfolger Bern (10:2 gegen Biel) und Davos (5:3 gegen Langnau) siegten.

Umkämpft: Das Zürcher Derby war wie hier zwischen Roman Wick und Ryan Gardner eine enge Sache.
Umkämpft: Das Zürcher Derby war wie hier zwischen Roman Wick und Ryan Gardner eine enge Sache.
Keystone
Shorthander: Mit einer herrlichen einzelleistung glich Marcel Jenni das Derby kurz vor der zweiten Pause zum 2:2 aus.
Shorthander: Mit einer herrlichen einzelleistung glich Marcel Jenni das Derby kurz vor der zweiten Pause zum 2:2 aus.
Keystone
Getroffen: Andrej Bykow traf für Fribourg gegen Ambri-Piotta beim 3:2-Sieg.
Getroffen: Andrej Bykow traf für Fribourg gegen Ambri-Piotta beim 3:2-Sieg.
Keystone
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Während Fribourg (3:2 gegen Ambri) und Lugano (2:1 gegen Genf-Servette) bis zuletzt um ihre Erfolge bangen mussten, gelang Zug im «Hirzel-Derby» gegen die Rapperswil-Jona Lakers ein klarer 4:1-Erfolg.

Ausgerechnet Cyrill Bühler entschied das Zürcher Derby und damit den NLA-Spitzenkampf in Kloten. Der bis zu Saisonbeginn in der Nationalliga A ausschliesslich für die Flyers stürmende Bühler sorgte in der 47. Minute für den 3:2-Siegtreffer. Er nutzte eine Unaufmerksamkeit des Klotener Routiniers Radek Hamr und verwertete die ideale Vorlage von Thibaut Monnet.

Die abgeklärterten und defensiv soliden Lions vermochten im Mitteldrittel die Partie nach einem 0:1-Rückstand zu wenden. Dabei profitierte ZSC-Nationalverteidiger Severin Blindenbacher bei seinem Powerplay-Treffer zum 2:1 (38.) von einem Lapsus von Klotens Nationalkeeper Ronnie Rüeger, der die Scheibe mit seiner Fanghand nur unzureichend stoppte. Schon beim Ausgleich hatte Rüeger nicht eben glücklich ausgesehen. ZSC-Coach Sean Simpson sprach hinterher von einer «cleveren und systemtreuen Vorstellung» seines Teams.

Starkes Solo von Jenni

Ein eindrucksvolles Kontertor durch Marcel Jenni in Unterzahl zum 2:2 zum Ende des Mitteldrittels eröffnete Kloten zwischenzeitlich nochmals die Möglichkeit zum Sieg. Einen möglichen Sieg verspielten die Zürcher Unterländer aber vielmehr nach der früher Führung durch Félicien Du Bois (6.). Frédéric Rothen, der im Finish des Startdrittels von ZSC-Goalie Ari Sulander gestoppt wurde, und Tommi Santala mit einem Pfostenschuss unmittelbar vor dem ZSC-Ausgleich zum 1:1-Ausgleich durch Ryan Gardner, vergaben die besten Klotener Möglichkeiten zum 2:0.

Gardners Ausgleichstreffer war bereits das NLA-Saisontor Nummer 16 des neuen Schweizer Nationalstürmers. Verteidiger Blindenbacher trug den NLA-Saisontreffer Nummer 10 zum Erfolg bei.

Revanche mit «Stängeli»

Dem SC Bern glückte die Revanche für die Blamage vom letzten Samstag in Biel eindrucksvoll. Die Berner gewannen mit 10:2 sogar noch höher, als sie vor sechs Tagen verloren hatten (1:6).

Die Entscheidung fiel früh. Bern führte nach neun Minuten 3:0 und bei Spielmitte schon 6:1. Biels Goalie Pascal Caminada liess im ersten Abschnitt vier der ersten zehn Schüsse passieren. Vier Tore erzielte Bern im Powerplay; das siegsichernde 3:0 in der 10. Minute durch Travis Roche resultierte sogar während einer doppelten Überzahl. Martin Gelinas erzielte vier Tore und ein Assist. Nur Jeff Toms und Erik Westrum markierten diese Saison auch schon vier Goals in einem Spiel.

Thoresens Gamewinner in Unterzahl

Patrick Thoresen wies Lugano im Heimspiel gegen Genève- Servette mit dem 2:0 in Unterzahl zur Spielmitte den Weg zum 2:1- Sieg. Für den Tessiner Topskorer war es der erste Treffer nach vier Spielen ohne Torerfolg.

Eine gute Leistung zeigte zudem Lugano-Goalie David Aebischer, der 20 Schüsse abwehrte. Lugano konnte wieder auf eine breitere Personaldecke und dadurch auf beinahe vier komplette Sturmlinien zählen.

Genève-Servette wurde von Assistenztainer Louis Matte gecoacht, da der vorgesehene Flug mit Headcoach Chris McSorley nach Agno wegen Schnee gestrichen wurde. Das Team war im Gegensatz zu McSorley bereits am Vortag angereist.

Der langjährige Lugano-Präsident und Geldgeber Geo Mantegazza wurde vor dem Spiel auf dem Eis nachträglich für seinen 80. Geburtstag geehrt. Die Ehrung (u.a. mit Lichtshow) dauerte rund 20 Minuten. Mantegazza trug dabei seinen grünen Glücksbringer-Pullover aus der «Grande-Lugano»-Ära.

Frühe Führung und spätes Zittern

Der HC Davos führte gegen Langnau nach zehn Minuten 3:0, schaltete daraufhin mehr als einen Gang zurück, wurde für die Nonchalance aber nicht bestraft. Davos setzte sich mit 5:3 durch.

Viel fehlte aber nicht zu einer wundersamen Wende. Aus dem 0:3 machten die Langnauer ein 2:3; in der 47. Minute verpasste Michel Zeiter bei einem Pfostenschuss den Ausgleich nur um Millimeter. Dario Bürgler beruhigte mit seinem zweiten Tor und dem 4:2 in der 54. Minute das Geschehen wieder. Die letzten beiden Treffer fielen erst in den letzten 18 Sekunden. 90 Sekunden vor Schluss hatten die SCL Tigers den Torhüter durch einen zusätzlichen Stürmer ersetzt.

Beim HC Davos gelang das Debüt von Interims-Goalie Jaroslav Hübl. Hübl agierte stark, als die Langnauer wegen des Bündner Nachlassens aufkamen. An den Gegentoren traf Hübl keine Schuld. Hätten die Langnauer nicht den Start komplett verschlafen (0:10 Torschüsse in den ersten zehn Minuten), wären auch beim zweiten Auftritt in Davos Punkte möglich gewesen.

Zugs Mini-Serie

Erst zum dritten Mal in dieser Saison kam der EV Zug zu zwei Siegen hintereinander. Zug gewann das Duell der Kellerklubs gegen Rapperswil-Jona 4:1.

Die Tore für die Innerschweizer erzielten Verteidiger René Back, Fabian Schnyder, Patrick Oppliger und Björn Christen - lauter Akteure, die sich sonst in der Torproduktion zurückhalten. Im Tor kam der 18-jährige Junior Fabian Zurkirchen beim NLA-Debüt beinahe zum Shutout. Zurkirchen parierte 18 Schüsse und wurde erst vier Minuten vor Schluss durch einen Shorthander bezwungen (von Stacy Roest). Die Zug-Spieler gaben sich Mühe, Zurkirchen besser abzuschirmen als in den Spielen zuvor Weibel. Nur im Powerplay gegen drei Rapperswiler kurz vor Schluss liessen sie das eigene Tor ausser Acht.

Zurkirchen debütierte, weil der umstrittene Nummer-1-Goalie Lars Weibel an starkem Fieber litt und der bis Weihnachten verpflichtete Reto Berra frühestens am Samstag in Zürich spielen darf. Ob Berra aber gegen die ZSC Lions eingesetzt werden kann, steht noch nicht fest. Offenbar zog sich Berra im Training eine leichte Verletzung zu. Schon in Davos war Berra zuletzt nicht mehr hundertprozentig fit gewesen.

Law Matchwinner für Fribourg

Fribourg-Gottéron holte mit dem 3:2-Heimsieg gegen Ambri- Piotta drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze. Kirby Law sorgte in der 47. Minute der Gamewinner.

Bei Gottéron feierte der amerikanische Stürmer Mark Mowers nach mehrwöchiger Verletzungspause ein Comeback. Er steuerte ebenso eine Vorlage zu einem Treffer bei wie Nationalmannschafts-Captain Sandy Jeannin. Der zweitbeste Skorer von Fribourg-Gottéron agierte wegen der Verletzungs-Misere in der Abwehr der Romands.

Ambris Goalie-Notlöung Lorenzo Croce blieb vorab zu Beginn der Partie den Beweis seiner NLA-Tauglichkeit erneut schuldig. Croce, der seit dem verletzungsbedingten Saisonende von Thomas Bäumle vor einem Monat zur Nummer 1 bei den Leventinern aufstieg, liess die Schüsse Nummer 1 und 3 pausieren. Aber auch Ambris Führungssieler Erik Westrum ist derzeit weit von seiner Bestform entfernt; er agierte eigensinnig und verhielt sich defensiv zu wenig energisch.

Wenigstens vermochte Ambris Julian Walker zur Mitte des Startdrittels mit seinem fünften Saisontor zu verkürzen. Und Nicola Celio sorgte mit dem Sirenenton am Ende des Startdrittels mit einem Powerplaytor für den 2:2-Ausgleich. Für den routinierten Verteidiger und früheren Stürmer war es der erste Treffer in seiner 20. und voraussichtlich letzten NLA-Saison für die Leventiner. Insgesamt war es Nicola Celios 80. Tor in der NLA und gleichzeitig für Ambri.

si/son

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