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Klotens Zittersieg über den Abstiegskandidaten

Der EHC gewinnt gegen ein über weite Strecken desolates Ambri 2:1 nach Penaltys – und zwei wichtige Punkte zum baldigen Ligaerhalt.

Die Entscheidung: Mit Captain Paolo Duca verschiesst auch Ambris letzter Schütze seinen Penalty.
Die Entscheidung: Mit Captain Paolo Duca verschiesst auch Ambris letzter Schütze seinen Penalty.
Patrick B. Kraemer, Keystone

So recht glauben mochte man es nicht: In was für einer miserablen Verfassung sich Ambri gestern präsentierte. Und dass die Klotener dennoch ein Penaltyschiessen brauchten, um gegen den Tabellenletzten wenigstens zwei Punkte zu holen. Praplan traf als einziger der zehn Schützen und machte damit seinen Lapsus wett, der den ­Leventinern zuvor zu ihrem einzigen Treffer verholfen hatte.

Für den EHC bedeutete dieses 2:1, dass er erstmals seit Ende Oktober zwei Siege aneinanderreihte. Und dass dank Gottérons Niederlage im Hallenstadion der Vorsprung auf die Freiburger auf 11 Punkte wuchs. 11 Punkte, die den EHC vom zweitletzten Tabellenrang trennen, der nach der Platzierungsrunde den Fall ins Playout bedeutet. Obwohl die Klotener in dieser Qualifikation bewiesen haben, dass sie auch ein stattliches Punktepolster preisgeben können: Der Mini-Sieg gegen Ambri war ein grosser Schritt Richtung Klassenerhalt.

Viel fehlte allerdings nicht, und der Abend wäre ein Fiasko geworden. Nachdem Kloten 38 Minuten gebraucht hatte, um seine krasse Überlegenheit in ein Tor umzumünzen – Bieber traf per Hocheckschuss –, führte der erste Rückschlag zu völliger Verunsicherung. Unmittelbar nach der zweiten Pause hatte Praplan das 2:0 auf dem Stock, doch statt mit einem Tor beendete er den Spielzug mit einem Foul in der offensive Zone. Ambri nutzte das Powerplay nach neun ­Sekunden zum Ausgleich.

An Ambris Niveau angepasst

Das Tor kam insofern unerwartet, als es die Tessiner zuvor an so ziemlich allem hatten fehlen lassen. An Organisation; an Ideen, wie man aus der eigenen Zone kommen könnte; an Zug aufs Tor, an Leadern. Ein System blieb im sechsten Spiel unter Headcoach Gordie Dwyer unerkennbar, zu überzeugen vermochte einzig Goalie Descloux, der 20-Jährige, an dem Klotens Angriffe fast zwei Drittel lang verebbten.

Die Erfolglosigkeit im Abschluss war aber nur das eine. Das andere war, wie das Spiel nach dem 1:1 zu kippen drohte. Wie Ambri sich gar nicht so sehr steigern musste, um dem Sieg am Ende näher zu sein, sondern wie Kloten sich ans Niveau der Tessiner anpasste, ihnen plötzlich mehr Chancen und mehr Torschüsse zugestand, mehr Strafen nahm und einen starken Goalie Boltshauser brauchte.

Und das gegen eine Team, dass nach 32 Jahren in der NLA auf wie neben dem Eis Auflösungserscheinungen zeigt. Das 11 seiner 12 letzten Spiele verloren hat, dessen Präsident von «fast unerklärlichen sportlichen Resultaten» spricht und sich bei den Fans dafür entschuldigt, dass ihre Geduld so geprüft wird.

Auch in Kloten wird die Geduld der Fans derzeit auf die Probe gestellt. Doch dank der zwei Punkte von diesem Freitagabend spricht vieles ­dafür, dass es damit ­wesentlich früher ein Ende hat als beim abstiegsgefährdeten Ambri.

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