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Kossmann – die logische Wahl

Den ZSC Lions blieb nichts anderes mehr übrig, als die Notbremse zu ziehen. Der Wechsel von Hans Wallson zu Hans Kossmann kommt spät, aber nicht zu spät.

Simon Graf
In Ambri schaffte er Bemerkenswertes: Hans Kossmann ist die ideale Übergangslösung für die ZSC Lions.
In Ambri schaffte er Bemerkenswertes: Hans Kossmann ist die ideale Übergangslösung für die ZSC Lions.
Keystone

Es war ein spannendes Experiment, mit Hans Wallson und Lars Johansson zwei schwedische Coaches zu den ZSC Lions zu holen, die zuvor noch nie am Ausland gearbeitet hatten. Sie hatten mit Skelleftea im Norden Schwedens neue Massstäbe gesetzt, fünf Finals in Serie erreicht. Doch Experimente können eben auch schiefgehen. Wallson/Johansson kamen nie richtig in Zürich an, wussten nicht, wie sie mit den Spielern umgehen sollten und setzten auch im Coaching zu wenig Akzente. War in der ersten Saison ihre Spielidee noch zu erkennen, verflüchtigte sich diese in der zweiten.

Die Schweden wackelten in diesem Winter schon früh, Kevin Schläpfer war nicht nur bei Kloten, sondern auch bei den ZSC Lions ein Thema gewesen. Nun zogen diese in der Weihnachtspause die Notbremse. Gemäss der Redewendung: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Der Kanadaschweizer Hans Kossmann ist als Nothelfer die logische Wahl. Der 55-Jährige kennt das Schweizer Eishockey in- und auswendig und versteht es, einem Team eine Struktur zu verpassen. Das zeigte er schon in Ambri, wo er 2015/16 Serge Pelletier ersetzte innert kurzer Zeit Bemerkenswertes schaffte.

Eine Struktur und eine klare Führung brauchen die ZSC Lions auch. Sie wirkten in den letzten Wochen auf dem Eis orientierunglos, ihr Spiel beruhte nur noch auf Einzelleistungen. Und sie wussten nicht recht, wo sie bei den Coaches stehen. Mit Kossmann wird nun auch ein rauerer Ton Einzug halten. Auch das ist gut. Die Spieler sind nun in der Pflicht, es liegt an ihnen, die enttäuschende Saison noch zu retten. Die Qualität dazu haben sie.

Indem die ZSC Lions mit dem 42-jährigen Kanadier Serge Aubin auch schon den Mann der Zukunft bekanntgaben, signalisieren sie, dass die Zeit der Experimente vorbei ist. Die Rückkehr zu Nordamerikanern passt zu diesem Club, dessen fünf Meistercoaches der Neuzeit ja auch alle aus Übersee stammen: Kent Ruhnke, Larry Huras, Harry Kreis, Bob Hartley und Marc Crawford.

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