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Kurz vor dem Ziel sind die ZSC Lions vom Weg abgekommen

Statt einer Meisterparty erlebte man nach dem 0:4 in Lugano konsternierte Zürcher. Ihre nächste, beste Chance folgt am Mittwoch.

Lachendes Lugano: Die Tessiner lassen in Spiel 5 nichts anbrennen und schlagen den ZSC deutlich.
Lachendes Lugano: Die Tessiner lassen in Spiel 5 nichts anbrennen und schlagen den ZSC deutlich.
Gabriele Putzu, Keystone
Konsternierte Zürcher nach der 0:4-Pleite in der heissen Resega.
Konsternierte Zürcher nach der 0:4-Pleite in der heissen Resega.
Gabriele Putzu, Keystone
Enttäuschung im Hallenstadion: Die ZSC-Fans müssen ihre Meisterfeier mindestens bis Mittwoch verschieben.
Enttäuschung im Hallenstadion: Die ZSC-Fans müssen ihre Meisterfeier mindestens bis Mittwoch verschieben.
Ennio Leanza, Keystone
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Die gute Nachricht für die ZSC Lions ist: Sie führen im Final noch 3:2 und haben am Mittwoch im heimischen Hallenstadion die Chance, Meister zu werden. Die schlechte lautet: Sie sind von ihrem Spiel abgekommen. Und wenn sie das nicht sofort korrigieren, wird ihnen diese Serie noch entgleiten.

Statt einer Meisterparty erlebte man am Samstag spät in der Resega konsternierte Zürcher. «Wir hatten der Intensität der Luganesi nichts entgegenzusetzen», sagte Captain Patrick Geering nach dem 0:4. «Und wir stellen uns selbst ein Bein, wenn wir sie jedes Mal in Führung gehen lassen.» Zum dritten Mal in Serie schoss Lugano das erste Tor, und diesmal dauerte es gar nur 27 Sekunden, bis die Tessiner erstmals jubeln konnten.

Klare Sache: Lugano lässt dem ZSC im fünften Finalspiel keine Chance. (Video: SRF/Tamedia)

Für Finalbeobachter Kent Ruhnke stand die Aktion, die zum 0:1 führte, symbolisch für den zögerlichen Zürcher Auftritt: «Pettersson wollte fore­checken, doch plötzlich kehrte er um. Da sah man schon die Unentschlossenheit. Es war, als hätte ihm Kossmann ­gesagt, er dürfe keinen Druck machen, wenn er keine guten Aussichten habe, den Puck zu ­erobern.»

Das Handicap Ausländersturm

So konnte Lugano seinen Angriff in Ruhe aufbauen, der Puck gelangte mit ­etwas Glück via Korpikoski zu Lapierre, der den links heranstürmenden Hofmann bediente – und der musste nur noch ins leere Tor einschiessen. Was Ruhnke auch auffiel: dass Kossmann gegen die Lapierre-Linie zuerst den Zürcher Ausländersturm aufs Eis geschickt hatte und nicht die Checker-Linie um Schäppi. Ein Fehler, der sich gleich rächte.

Die ausländischen ZSC-Stürmer ­zogen ohnehin einen schwarzen Abend ein: Pettersson und Shore gingen mit einer Minus-2-Bilanz vom Eis, Korpikoski mit minus 3. Auf die Frage, ob sie nicht langsam zum Handicap würden, sagte Kossmann: «Zu Hause waren sie sehr stark, hatten sie 17 Torschüsse. Und man kann nicht nur auf unsere Ausländer zielen. Alle unsere Offensivspieler haben zu wenig gebracht, und von unseren Verteidigern kam auch zu wenig von der blauen Linie.»

Trotzdem: Kossmann wäre gut beraten, am Mittwoch nicht den Sturm um Pettersson gegen Lapierre und Co. aufs Eis zu schicken, sondern die Schäppi-Reihe. Denn die Ausländerlinie ist ­defensiv schlicht zu wenig solide.

Kossmann war in der Resega schon verärgert, bevor die Niederlage feststand. Er stauchte zur zweiten Pause ­Kenins heftig zusammen, worauf der Lette wutentbrannt in die Bande kickte. Es ging darum, dass Kenins im einzigen ZSC-Powerplay nicht das getan hatte, was ihn Kossmann angewiesen hatte.

Das Überzahlspiel ist ein weiteres ­leidiges Thema bei den Zürchern: Es funktioniert, obschon der Coach schon einiges ausprobiert hat, inzwischen gar nicht mehr. So gesehen kommt es den Lions entgegen, dass die Schiedsrichter im ­Final weniger Strafen aussprechen als in den ersten beiden Runden.

Im Hallenstadion stets siegreich

Doch eben: Obschon Lugano in dieser Serie in mehr Dritteln Vorteile hatte und nach geschossenen Toren mit 13:9 vorne liegt, führen die ZSC Lions noch 3:2. Und sie dürfen Vertrauen daraus schöpfen, dass sie die Tessiner in dieser Saison im Hallenstadion immer geschlagen haben, wenn auch zuletzt zweimal erst in der Overtime. Kossmann, Geering und Suter waren sich einig, dass es in Spiel 6 gelte, wieder mehr Druck auf die gegnerischen Verteidiger auszuüben und sie so zu Fehlern zu zwingen – wie in der Verlängerung von Spiel 4 in Zürich.

Dass es erst am Mittwoch weitergeht, ist auf den ersten Blick ein Vorteil für ­Lugano, das seine Schlüsselspieler wie Lapierre, Furrer oder Johnston mehr forciert als die ZSC Lions – Klein aus­genommen. Doch vielleicht tut es den Zürchern gut, dass sie vor dem grossen Spiel nochmals durchschnaufen und sich ihrer Stärken besinnen können.

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