Zum Hauptinhalt springen

Lange ist der ZSC gelähmt, dann erleichtert

Die ZSC Lions bezwingen die SCL Tigers 2:1 im Penaltyschiessen. Es sind zwei wichtige, aber äusserst glückhafte Punkte.

Blauer Jubel: Die ZSC Lions und Fabrice Herzog feiern einen wichtigen Sieg. Bild: Keystone.
Blauer Jubel: Die ZSC Lions und Fabrice Herzog feiern einen wichtigen Sieg. Bild: Keystone.

Das Positive vorweg: Die ZSC Lions holten zwei weitere Punkte im Kampf um einen Playoff-Platz. Und damit blieben sie gerade noch über dem Strich, punktgleich mit Fribourg. Doch wenn sie so weiterspielen, werden sie das Playoff verpassen. Sie wurden, abgesehen von einer guten Startphase, von den SCL Tigers dominiert. Und hätten sich nicht beklagen können, wenn sie dieses Spiel verloren hätten.

43:18 Schüsse lautete die Bilanz für die Gäste, die ZSC Lions wirkten phasenweise wie paralysiert. Doch zum Glück hatten sie einen überragenden Schlegel im Tor und Wick und Suter, die im Penaltyschiessen reüssierten.

Es ist ganz offensichtlich, dass der negative Druck, das Playoff nicht verpassen zu dürfen, dieser Mannschaft zusetzt. Viele bewegten die Beine kaum mehr, und immer wieder passierten haarsträubende Fehlpässe und Puckverluste. Es bliebe kaum genug Zeit, um alle misslungenen Szenen am Video anzuschauen, sagte Captain Patrick Geering kopfschüttelnd. «Wir hatten uns so viel vorgenommen, starteten dann auch wirklich gut, doch dann schien es, als überliessen wir den Langnauern das Spiel.»

Fatale Verwaltermentalität

Es half wohl nicht, dass das 1:0 Herzogs, das bereits in der 6. Minute gefallen war, bis zur 50. Bestand hatte. Weil die SCL Tigers den Puck nicht ins Tor brachten, spielten die Lions je länger, desto mehr, um den Minimalvorsprung über die Zeit zu bringen. Es gelang ihnen nicht. Weil der Puck im vierten Langnauer Überzahlspiel nach einem Gerangel vor dem ZSC-Tor zurück zu Huguenin gelangte, und der gegen einen noch etwas irritierten Schlegel zum 1:1 bezwang. In den folgenden Minuten taumelten die Zürcher, aber sie fielen nicht.

Das 1:0 für den ZSC durch Fabrice Herzog. (Video: SRF)

Immerhin schafften sie es, das Unentschieden bis zum Ablauf der regulären Spielzeit zu konservieren. In der Overtime sah man sie dann, wohl mit der Erfahrung von Davos im Hinterkopf, äusserst defensiv eingestellt. Fast nur die Langnauer griffen an, und Gagnon traf in der 65. Minute dann noch die Latte. Im Penaltyschiessen bewahrte Schlegel dann weiter einen kühlen Kopf, liess er sich nur von Di Domenico bezwingen. Wick traf gleich zum Auftakt zwischen die Beine Ciaccios, und Suters platzierter Hocheckschuss im vierten Zürcher Versuch bedeutete den Sieg.

Man wird nicht schlau aus dem ZSC

Man wird dieser Tage einfach nicht schlau aus diesen ZSC Lions. Beim 5:0 gegen Lugano brachten sie phasenweise endlich das Tempo aufs Eis, das sie eigentlich auszeichnen würde. In Davos, wo sie immerhin ein 1:4 aufholten, zeigten sie sich zwar fehlerhaft, aber kämpferisch. Gegen die SCL Tigers waren sie nun völlig verunsichert.

«Ich hoffe, das war von diesen letzten vier Spielen nun unser schlechtes», sagte Geering. «Aber man kann es auch so sehen: Lieber gewinnen und schlecht spielen als gut spielen und verlieren.»

Ein Abend für die Tessiner

Das stimmt wohl. Hätten die ZSC Lions keinen Punkt geholt, die Situation würde sich für sie äusserst kritisch präsentieren. Denn andere Teams im Strichkampf scheinen eher an der Herausforderung zu wachsen, statt sich von ihr lähmen zu lassen. Lugano und Ambri siegten auswärts und verbesserten ihre Positionen wieder, Biel hat sich mit einem Zwischenspurt mit drei Siegen die Playoff-Teilnahme fast gesichert. Praktisch gescheitert ist aber Servette, das in Bern nach einem 3:2 noch 3:4 verlor und nun fünf Punkte Rückstand auf den Strich hat.

Weiter geht es für die ZSC Lions am Freitag in Bern, und vielleicht hilft ihnen diese Herausforderung ja, dann wieder ein anderes Gesicht von sich zu zeigen. Es sind spannende Tage beim Meister.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch