Lugano hatte keine Lust auf Nilsson-Eishockey

Die Bianconeri siegen in Zürich zum ZSC-Abschied vom schwedischen Künstler dank aufopferungsvollem Kampf 2:1.

Endgültiger Abschied: Robert Nilsson (r.) mit Frau Sasha.

Endgültiger Abschied: Robert Nilsson (r.) mit Frau Sasha. Bild: Keystone

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Der Abend des Abschieds von Robert Nilsson hätte ein rauschendes Eishockeyspiel verdient. Mit brillanten Dribblings, überraschenden Pässen, präzisen Abschlüssen, mit viel Offensivkunst und Spielwitz. Die ZSC Lions suchten sich das Heimspiel gegen Lugano wohl auch deshalb aus für diese Zeremonie, schliesslich haben die beiden Teams schon manch spektakuläres Duell ausgetragen. Doch momentan kämpft Lugano verbissen ums Playoff, und Nothelfer Serge Pelletier verlangt von seiner Mannschaft, die Räume eng zu machen, möglichst wenige Tore zuzulassen.

Das klappt nicht immer, aber immer öfter. Und meist gegen Topteams. Die Bianconeri siegten 2:1 gegen Davos, sie erkämpften sich ein 2:0 in Genf und nun ein 2:1 gegen die ZSC Lions. Nur das 1:3 gegen die SCL Tigers vom Freitag passt nicht recht in diese positive Phase. Goalie Zurkirchen hatte da nicht den besten Eindruck gemacht, deshalb bekam Schlegel die Chance an seiner langjährigen Heimstätte. Und er hielt glänzend, liess sich nur einmal bezwingen, von Simic in Überzahl. So erwies sich Klasens 2:1 in der 38. Minute aus spitzem Winkel als das entscheidende Tor.

«Einer wie Nilsson hätte in einem solchen Spiel den Unterschied machen können», sagte ZSC-Coach Rikard Grönborg bedauernd. «Aber leider kann er nicht mehr spielen.» Und weil sich viele der Zürcher Topstürmer derzeit schwertun, brachten diese am Wochenende in 120 Spielminuten nur ein Tor zustande.

Mit wenig Freude dürfte der designierte Goalgetter Pettersson die Spiele gegen Rapperswil-Jona und Lugano verfolgt haben. Zweimal musste er zuschauen, weil Krüger und Roe von ihren Verletzungen zurückgekehrt sind. Beide blieben zweimal blass, doch Grönborg sprach von einer Investition in die Zukunft, man müsse sie wieder in Form bringen.

So fand der schönste ZSC-Moment schon vor dem Spiel bei der Verabschiedung von Nilsson statt. Mit Krawatte und Frau Sasha an der Hand betrat er das Eis und winkte ins Publikum. Noch bevor ein Wort gesagt war, erhoben sich die 9800 zu Standing Ovations. Es gibt viele, die länger ihre Knochen hingehalten haben für die Zürcher, sie mehr geprägt haben. Doch Nilsson war eben speziell, seine Spielfreude ansteckend.

Walter Frey: «Unser Künstler, Spiel- und Spassmacher»

Sogar Präsident Walter Frey stockte bei seiner Rede zwischendurch, sichtlich bewegt. «Er war unser Künstler, unser Spielmacher und auch unserer Spassmacher», sagte Frey. «Es machte eine Riesenfreude, ihm zuzuschauen.» Und natürlich vergass er den Meisterpenalty 2014 gegen Kloten nicht zu erwähnen. «Ich war einfach sicher, dass ich ihn verwandeln würde», sagte Nilsson später. Deshalb habe er vorher schon gelächelt. «Ich sah mich das Tor schiessen, bevor ich es getan hatte.»

Er und seine Frau hätten sich in den ZSC-Jahren in Zürich verliebt, sagte Nilsson. Trotzdem ziehen sie bald definitiv um nach Stockholm. Zuerst würden sie noch gut zwei Wochen herumreisen. Dann steht ab Anfang Februar das Packen an. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen.


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Erstellt: 19.01.2020, 12:55 Uhr

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