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Merzlikins patzt mehrfach und rastet aus

Elvis Merzlikins erlebt beim 1:5 im zweiten Viertelfinal-Spiel gegen Zug einen Abend zum Vergessen. Sein Frust darüber ist gewaltig.

Ein Aussetzer nach dem anderen: Lugano-Torhüter Elvis Merzlikins lässt einfach die Scheibe liegen und sich später zum 0:2 erwischen. <i>(Video: SRF)</i>

Elvis Merzlikins ist mit ein Grund, weshalb der HC Lugano den Playoff-Einzug schaffte. Der Torhüter liess während der Qualifikation immer wieder seine Klasse aufblitzen, seine Leistungen schwankten allerdings. In den einen Partien war er ein verlässlicher Rückhalt, dann wiederum zog der Lette einen schwarzen Abend ein. Deshalb lag er mit 104 kassierten Toren in 43 Spielen (siebenmal lief Stefan Müller von Beginn weg auf) über dem Durchschnitt der National League (87 Gegentore) und einer Fangquote von 92,07 Prozent über dem Mittelwert (91,65).

Merzlikins träumt von einer Zukunft in der NHL. Doch im ersten Heimspiel der Luganesi in der Viertelfinal-Serie gegen den EV Zug lieferte der 24-Jährige alles andere als eine gute Visitenkarte für die beste Eishockeyliga der Welt ab. Im Gegenteil: Die eine oder andere Szene würde er wohl am liebsten aus dem Netz löschen.

Das Unheil beginnt im Startdrittel. Während eines Powerplays der Tessiner entwischt Reto Suri. Merzlikins kann zwar klären, lässt dann allerdings die Scheibe fallen. Offenbar ist er davon ausgegangen, dass der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen hat. Es läuft aber weiter und nur mit Glück können die Gastgeber das 0:1 verhindern. 46 Sekunden vor Ende des Drittels lässt sich der Keeper unglücklich zwischen den Beinen erwischen, wobei sein Teamkollege Taylor Chorney im Zweikampf mit Dario Simion die Scheibe mit dem Stock noch entscheidend ablenkt.

Ausraster nach Fehlgriffen

Das 0:2 muss Merzlikins auf seine Kappe nehmen. In der 25. Minute kommt Zugs Garrett Roe zum Abschluss. Der lettische Goalie mit Schweizer Lizenz fährt seine Fanghand aus, streift den Puck aber nur, sodass dieser im hohen Bogen im Tor landet. Wieder schaut Merzlikins grimmig aus seiner Maske und schüttelt ungläubig den Kopf.

Auch beim 0:3 (27.) hinterlässt der Torhüter keinen sicheren Eindruck. Ihm ist allerdings die Sicht leicht verdeckt, als Dominic Lammer ins obere Toreck zielt und trifft. Vier Minuten später muss Merzlikins bereits wieder hinter sich greifen. Bei Lino Martschinis Hammer hat er freie Sicht, aber kaum Abwehrchancen. Nach dem dritten Treffer innert fünf Minuten lässt Merzlikins den angestauten Frust an seinem Stock aus. Er macht Kleinholz aus ihm und kassiert dafür eine Strafe.

Video: Der Frust des Lugano-Goalies

Alles kommt zusammen: Elvis Merzlikins sieht auch beim 1:5 nicht gut aus – seinen Stock zertrümmert er schon vorher. (Video: SRF)

Und als wäre das alles noch nicht genug, muss Merzlikins 36 Sekunden nach Beginn des letzten Abschnitts gar das 1:5 hinnehmen – Grégory Hofmann hat zwischenzeitlich (34.) verkürzt. Ein weiteres Mal erwischt Martschini ihn, wobei der Puck knapp unter der Fanghand durchfliegt.

Eines ist klar: Merzlikins muss sich am Donnerstag in Zug massiv steigern, ansonsten droht dem HC Lugano schon früh das Playoff-Aus.

Megaflop schon im Dezember

Bereits während der Qualifikation war Merzlikins im Dezember ein grober Schnitzer unterlaufen. Ausgerechnet im Tessiner Derby sorgte er für ein kurioses Eigentor. Im dritten Duell der Saison mit Ambri-Piotta verliess der Goalie in der Startphase seinen Kasten, um das Spiel mit einem Querpass zu beschleunigen. Stattdessen lenkte der Lette den Puck ins eigene Gehäuse ab und ermöglichte den Leventinern dadurch nach 87 Sekunden die Führung. Sein Team konnte den Rückstand aber wettmachen und die Partie vor eigenem Anhang 5:3 gewinnen.

Video: Kurioses Eigentor gegen Ambri

Ausflug endet mit Megaflop: HCL-Keeper Merzlikins startet im Dezember unglücklich ins Tessiner Derby. (Video: SRF)

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