Mit Kolarik gegen den Koller

Die Kloten Flyers demontieren beim 5:1 den geschwächten Meister Davos – Chad Kolarik trifft dreimal.

Ein Hattrick gegen den Meister: Flyers-Stürmer Chad Kolarik erhöhte sein Total auf 6 Treffer.

Ein Hattrick gegen den Meister: Flyers-Stürmer Chad Kolarik erhöhte sein Total auf 6 Treffer. Bild: Keystone

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Wenn die neuen Kloten-Eigner aus Kanada am Freitag nach dem ­4:3-Derbysieg im Hallenstadion euphorisiert waren, wie war dann erst ihre Gefühls­lage am Tag darauf gegen den HC Davos? Nach einem desolaten Saisonstart mit vier Niederlagen aus fünf Partien schafften die Flyers an diesem Wochenende den Befreiungsschlag.

Beim 5:1 liessen sie dem Meister nicht den Hauch einer Chance. Und man fragte sich unweigerlich: Hat der Umschwung mit dem ­erstmaligen Besuch der Führungsriege aus Nordamerika zu tun?

So zielstrebig wie gegen die Bündner waren die Klotener in dieser Saison jedenfalls noch nie aufgetreten. Auf ein müdes Start­drittel, nach dem sie 0:1 zurücklagen, reagierten sie mit einem fulminanten Mittelabschnitt. Innert sechs ­Minuten zogen sie auf 4:1 davon. ­Wobei der Amerikaner Kolarik dreimal traf und sein Total auf sechs Tore erhöhte. Immer reagierte er einen Tick schneller als seine Gegenspieler, wenn der Puck frei lag. Bieber und Hollenstein taten sich derweil als Passgeber hervor.

Allerdings: Die Davoser waren arg dezimiert angetreten. Die kämpferischen Teamstützen Dino Wieser, ­Sciaroni und Du Bois fehlen wegen Gehirnerschütterungen für unbestimmte Zeit. Und so fanden sich auf dem Matchblatt acht Spieler, die 21 oder jünger sind. Da stieg die Nervosität in der ­Abwehr sichtlich, besonders, ­nachdem die Klotener einmal Fahrt aufgenommen hatten.

Auch ein Timeout von Trainer Del Curto, in der Vergangenheit schon so oft ein erfolgreicher ­Weckruf, verfehlte seine Wirkung vollends. Zehn ­Sekunden später jubelte Kolarik bereits wieder. Zählt man den Auftritt in der Champions League mit, steht der Meister nun bei vier Niederlagen in ­Serie. Doch auch die Klotener ­dürften vorsichtig bleiben: Letzten Dezember hatten sie sich ebenfalls mit einem 5:1 ­gegen Davos vermeintlich aus der Krise gespielt. Es war am Ende nur ein Ausreisser in einer verpatzten Saison.

Gaydoul verwandelt das Defizit von 7,5 Millionen in ein Plus

Auf jeden Fall kein Grund für Hochstimmung war die gestrige Generalversammlung: Wie erwartet schrieben die Flyers ein horrendes Betriebsdefizit – 7,5 Millionen Franken, nochmals 1,8 Millionen mehr als im Vorjahr. Obschon mit dem ­Verpassen des Playoffs keine Boni fällig wurden, stieg zum Beispiel der Personalaufwand auf 13,7 Millionen. Nur dank eines weiteren Zuschusses von Philippe Gaydoul wurde aus dem Minus ein Plus von 500 000 Franken. Die Einlage von 8 Millionen ist quasi das Abschieds­geschenk des ­abgetretenen Präsidenten. Derweil wurde sein Vorgänger aus den glorreichen 90ern, Jürg Ochsner, zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Die neuen kanadischen Besitzer erhoffen sich, dass die nächste Rechnung dank höheren Zuschauer- und Marketingeinnahmen ­besser ausfallen wird. Dass die Flyers aber erst wieder Vertrauen aufbauen müssen, verdeutlichte gestern der geringe Andrang an den Kassen: Der HCD ist sonst ein sicherer Zuschauermagnet, diesmal kamen bloss 4710 an den Schluefweg. Sie wurden mit einer Gala belohnt. (SonntagsZeitung)

Telegramm:

Kloten Flyers - Davos 5:1 (0:1, 5:0, 0:0) 4710 Zuschauer. - SR Mollard/Stricker, Fluri/Pitton. Tore: 11. Paulsson (Ambühl) 0:1. 21. (20:46) Kolarik (Gustafsson/Ausschluss Ambühl) 1:1. 23. (22:52) Santala (Hollenstein) 2:1. 24. (23:02) Kolarik (Bieber) 3:1. 26. Kolarik (Bieber) 4:1. 36. Santala (Hollenstein) 5:1. Strafen: Keine Strafe gegen Kloten, 3mal 2 Minuten gegen Davos. PostFinance-Topskorer: Kolarik; Paulsson. Kloten Flyers: Gerber; Stoop, von Gunten; Back, Gustafsson; Frick, Schelling; Harlacher; Lemm, Santala, Hollenstein; Bieber, Olver, Kolarik; Guggisberg, Kellenberger, Casutt; Praplan, Obrist, Leone; Liniger. Davos: Genoni (41. Senn); Jung, Brejcak; Schneeberger, Forster; Heldner, Guerra; Paschoud; Kessler, Ambühl, Paulsson; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Simion, Walser, Jörg; Ryser, Egli, Sieber. Bemerkungen: Kloten ohne Boltshauser, Davos ohne Corvi, Du Bois, Sciaroni, Kindschi, Dino Wieser (alle verletzt) und Aeschlimann (krank).

Erstellt: 26.09.2015, 22:42 Uhr

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