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Nach 17 Stunden war Arno Del Curto ZSC-Trainer

Der Trainerwechsel des Jahres – so kam er innert weniger Stunden zustande.

Arno Del Curto im Interview: «Gebt der Mannschaft etwas Zeit». Video: Tamedia

Rund 17 Stunden vergehen von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Handelseinigkeit zwischen Arno Del Curto und den ZSC Lions, so erzählen das die Beteiligten des Überraschungstransfers. Ob immer alle die ganze Wahrheit sagen, oder ob sie nicht doch das eine oder andere kleine Detail verschweigen, weiss man im Eishockey-Business nie ganz genau. Aber mit folgender Chronologie soll der Trainerwechsel bei den ZSC Lions über die Bühne gegangen sein.

Sonntagabend, 18.00 Uhr

Die ZSC Lions verlieren gegen den HC Davos 1:2 nach Verlängerung. Eine neuerliche Enttäuschung für den Meister, der deutlich höhere Ansprüche hat. CEO Peter Zahner und Sportchef Sven Leuenberger nehmen direkt nach dem Spiel eine erste Analyse vor und kommen zum Schluss, dass kein Fortschritt erkennbar ist. Die Situation wird mit dem Verwaltungsrat diskutiert, gemeinsam mit VR-Präsident Walter Frey wird ein Trainerwechsel beschlossen.

Kurz später

Die ZSC Lions fragen den HC Davos – namentlich dessen Präsident Gaudenz Domenig – an, ob sie Arno Del Curto (der faktisch bis Ende Saison bei den Bündnern unter Vertrag steht) kontaktieren dürfen. Domenig gibt sein Okay, und so erkundigen sich die ZSC Lions telefonisch bei Del Curto, ob er am Trainerjob interessiert sei. Er ist es. Für den nächsten Morgen wird ein Treffen vereinbart.

Arno Del Curtos Karriere in Bildern: 1996 kehrt der gebürtige St. Moritzer in seinen Heimatkanton Graubünden zurück und übernimmt den HC Davos.
Arno Del Curtos Karriere in Bildern: 1996 kehrt der gebürtige St. Moritzer in seinen Heimatkanton Graubünden zurück und übernimmt den HC Davos.
Arno Balzarini, Keystone
Und er führt ihn schnell zu grossen Erfolgen: Im Jahr 2000 gewinnt er mit dem HCD den Spengler-Cup. Es ist das erste Mal seit 1958, dass der Verein sein eigenes Traditionsturnier gewinnen kann.
Und er führt ihn schnell zu grossen Erfolgen: Im Jahr 2000 gewinnt er mit dem HCD den Spengler-Cup. Es ist das erste Mal seit 1958, dass der Verein sein eigenes Traditionsturnier gewinnen kann.
Edi Engeler, Keystone
Ende Saison endet die Liaison: Die Lions verlängern den Vertrag mit der Trainerlegende nicht. Unter Del Curto hatte der ZSC erstmals seit 2006 die Playoffs verpasst.
Ende Saison endet die Liaison: Die Lions verlängern den Vertrag mit der Trainerlegende nicht. Unter Del Curto hatte der ZSC erstmals seit 2006 die Playoffs verpasst.
Walter Bieri, Keystone
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Sonntagabend, 21.50 Uhr

Arno Del Curto sieht sich auf MySports in der Wiederholung das Spiel vom Nachmittag zwischen den ZSC Lions und seinem Ex-Club an, will sich über sein mögliches neues Team und dessen Zustand informieren. Die Live-Übertragung um 15.45 Uhr hatte er verpasst. Er kommt zur Erkenntnis: Das könnte passen.

Montagmorgen, 8.30 Uhr

Die Führung der ZSC Lions trifft sich mit Arno Del Curto. Man tauscht sich aus und wird rasch handelseinig. Die letzten Details werden besprochen, anschliessend unterschreibt Del Curto einen Vertrag bis Ende Saison.

Montagvormittag, 11.30 Uhr

Leuenberger hat den bisherigen ZSC-Trainer Serge Aubin und dessen Assistenten Craig Streu per SMS auf die Geschäftsstelle bestellt. Kein Vorgang, der zwingend auf eine Entlassung hindeutet, denn der Sportchef trifft sich an spiel- und trainingsfreien Tagen öfters mit den Coaches zum Austausch. Doch diesen gibt es dieses Mal nicht mehr. Aubin und Streu wird eröffnet, dass sie per sofort freigestellt sind. Die beiden Kanadier reagieren sehr überrascht.

Montagmittag, 12.05 Uhr

Die ZSC Lions machen den Trainerwechsel öffentlich, versenden die Medienmitteilung.

Montagnachmittag, 15.00 Uhr

Die erste Pressekonferenz von Arno Del Curto als Trainer der ZSC Lions. Der Medienraum im Hallenstadion platzt fast aus allen Nähten, Del Curto sieht sich zahlreichen Kameras und Mikrofonen gegenüber. «So etwas habe ich in den 22 Jahren beim HC Davos nie gesehen, ich kann noch immer dazulernen», zeigt sich der 62-Jährige überrascht vom heftigen Medienauflauf. Da ist er nicht der Einzige. Auch die ZSC Lions haben noch nie ein solches Echo auf eine Einladung zu einer Medienkonferenz erlebt.

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