Nadals Pressekonferenz, Palmen und eine Regeländerung

Bei uns gibt es die Bescherung bereits vor den beiden letzten Runden des Jahres. Wir legen jedem der 12 National-League-Teams ein Geschenk unter den Weihnachtsbaum.

Illustration Kornel Stadler

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1. EV Zug

Die Abschrift einer Pressekonferenz von Rafael Nadal. So laufen die Spieler von Dan Tangnes nicht Gefahr, durch den fast optimalen bisherigen Saisonverlauf - Leader, Cupfinalist, Sieger auf dem Transfermarkt - überheblich zu werden. Nach eingehender Lektüre tönt es von Diaz, Martschini und Co dann etwa so: «Wir haben heute wie fast immer gewonnen, aber morgen müssen wir gegen den Tabellenletzten unser allerbestes Eishockey zeigen, um vielleicht eine Chance auf den Sieg zu haben.»

2. SC Bern

Eine Prise Kreativität. Resultatmässig ist der SCB mit zuletzt vier Siegen in der Meisterschaft und nur einem Punkt hinter dem EVZ auf Kurs für einen Toprang. Der Unterhaltungswert der Partien, ist oft aber nicht entscheidend höher als bei der vierten Wiederholung von «Dinner for One» an Silvester.

3. EHC Biel

Finnische Konstanz. Stark in die Saison gestartet, liessen die Seeländer im November ebenso stark nach. Nur eines von sieben Spielen gewann das Team von Antti Törmänen in sieben Anläufen. Allerdings bleiben sie über das ganze Kalenderjahr gesehen das Team mit der wohl erfreulichsten Entwicklung.

4. Lausanne

Einen Lottosechser. Dann kann Sportchef Jan Alston vielleicht irgendwo einen Ersatz für Jonas Junland loseisen, den Verteidiger, der sicher zwei Monate ausfällt. Der Abwehrpatron hat ligaweit die zweitmeiste Eiszeit, die zwetmeisten Shifts und die zweitbeste Plus-/Minus-Bilanz. In der Skorerliste figuriert er ebenfalls in den Top Ten.

5. Tigers

Ein Sieg im Tatzen-Derby. Nur acht Punkte Rückstand auf den SCB, zwei von drei Derbys gewonnen: Vermutlich jeder Langnau-Anhänger hätte vor Saisonstart für diese Bilanz bei Hälfte der Regular Season blind unterschrieben. Am 2. Januar kann die hervorragende Saison noch besser werden, mit einem Erfolg gegen den Erzrivalen unter freiem Himmel im Stade de Suisse. Das erste Freilicht-Spektakel zwischen den beiden wurde 2007 mit 5:2 eine klare Beute der Stadtberner.

6. Ambri-Piotta

Einen Elektrozaun. Sportchef Paolo Duca kann damit Unbefugten den Eingang zur Valascia verunmöglichen. Es ist wohl der einzige Weg, um zu verhindern, dass das Interesse am überragenden und für die National League zu starken Dominik Kubalik zu gross wird.

7. Fribourg-Gottéron

Die Rückkehr von Philippe Furrer. Wer den Verteidiger im letzten Jahrzehnt im Team hatte, der hatte in der Regel Erfolg. Bern sowieso, in den letzten drei Jahren sogar Lugano und nun sollte diese Regel auch für Freiburg gelten. Seit dem 26. Oktober hat der Recke aber nicht mehr gespielt, ausgerechnet bei seinem ersten Auftritt mit Gottéron in Bern zog er sich eine langwierige Bauchmuskelzerrung zu. 14 Spiele hat Furrer erst absolviert, weitere sollen dieses Wochenende hinzu kommen.

8. Genf-Servette

Eine klare Nummer 1. Es schien, als sei Robert Mayer bei Chris McSorley in Ungnade gefallen, nun sieht es aber wieder anders aus. Gauthier Descloux, der Überflieger dieser Saison hat nur gerade 260 Minuten mehr gespielt, dies, obwohl seine Werte deutlich besser ist und er mehr Ruhe ausstrahlt. Er hat fast 93 Prozent aller Schüsse gehalten, der frühere Nationalgoalie Robert Mayer weniger als 87 Prozent.

9. ZSC Lions

Eine einfache Erkenntnis. Sobald die Zürcher realisieren, dass es nicht verboten ist, schon vor Februar ihr Potenzial einer Spitzenmannschaft entsprechend abzurufen, also richtig die Beine zu bewegen und jeden Check fertigzumachen, wird es wieder aufwärts gehen. Dazu können sie gerne die Statistik der letzten Zeit bemühen: Seit Beginn der Saison 17/18 gewannen sie gerade einmal 38 von 75 Qualispielen, im letzten Playoff 12 von 18, gegen die drei Topwidersacher wohlgemerkt. Auch Serge Aubin wird es dem spielenden Personal danken.

10. Lugano

Eine Serie Minipalmen. Teammanager Mirko Bertoli kann diese jeweils bei Auswärtsspielen in der Garderobe platzieren, so dass die Mannschaft sich heimisch fühlt. Mindestens eine Verdoppelung der Auswärtssiege in absehbarer Zeit ist dann absolut realistisch. Der nächste ist Away-Erfolg Nummer 2.

11. Davos

Ein Mittel gegen Höhenangst. In wenigen Tagen startet der HCD zum Spengler-Cup, von einem Heimvorteil würde aber nicht einmal der verwegenste Optimist, auch wenn mit Haris Witolinsch eine neue Stimme befehligt. Ganze drei Pünktchen haben die Davoser in dieser Saison zu Hause gewonnen, bei einem 2:0 gegen Rapperswil. Seither gab es in zehn Auftritten in der Vaillant-Arena kumuliert 0 Pluspunkte und 17:51 Tore.

12. Rapperswil-Jona

Eine simple Regeländerung. Per sofort zählen nur noch Cupspiele für die Meisterschaftstabelle, und mit einem Schlag sind die Lakers nicht mehr Letzter, sondern ex-aequo auf Platz 1. Die Partien vom letzten Winter sind da nicht einmal eingerechnet.

Erstellt: 21.12.2018, 10:21 Uhr

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