Neun Ungenügende bei den ZSC Lions

Der Meister ist unter dem Strich klassiert. Entsprechend tief fallen die Noten der Zürcher im Zwischenzeugnis aus – nur zwei Jungstürmer haben eine 5 für «gut».

Am Besten wenn er genervt ist: ZSC-Verteidiger Kevin Klein gehört trotz schwachem Saisonstart noch zu den Besseren.

Am Besten wenn er genervt ist: ZSC-Verteidiger Kevin Klein gehört trotz schwachem Saisonstart noch zu den Besseren. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Meister ist nach 25 Spielen unter dem Strich klassiert. Entsprechend tief fallen die Noten der Zürcher im Zwischenzeugnis aus - mit einem Schnitt von 3,98. Nur zwei Jungstürmer haben eine 5 für «gut».

Die Goalies

Lukas Flüeler – Note 4-5
Es war noch nicht seine Saison, wobei er auch mit einer Gehirnerschütterung ausfiel. Mit 2,62 Gegentoren und einer Fangquote von unter 91 Prozent schwächere Statistiken als letzte Saison - und als Schlegel. Allerdings lässt auch die Unterstützung der Vorderleute zu wünschen übrig.

Schwächer als Schlegel aber mit wenig Unterstützung – Lukas Flüeler wird von Ambris Kubalik bezwungen. Bild: Keystone

Niklas Schlegel – Note 4-5
Bisher etwas solider als Flüeler und schon mit zwei Shutouts. Wegen dessen Verletzung kam er fast gleich oft zum Einsatz. Das dürfte sich nach seiner Unterschrift beim SC Bern ändern – sofern Flüeler nun gesund bleibt.

Die Verteidiger

Tim Berni – Note 3-4
Der grosse Aufsteiger der letzten Saison ist hart gelandet. Anfangs sehr fehlerhaft, hat er sich etwas stabilisiert. Aber man darf nicht vergessen: Er ist erst 18. Vielleicht hilft ihm die U-20-WM, um wieder Vertrauen zu schöpfen.

Phil Baltisberger – Note 4-5
Ein solider Wert in der Abwehr, zwischendurch bringt er auch Emotionen ins Spiel. Spielerisch hat er seine Limiten, aber das weiss er auch – er versucht nicht, wie Noreau zu spielen.

Severin Blindenbacher – Note 4
Nach einer fast einjährigen Pause nach seiner Gehirnerschütterung tritt er nicht mehr mit der Autorität von früher auf. Er bekommt allerdings auch nicht mehr die gleich wichtige Rolle.

Patrick Geering – Note 4 Lange ausgefallen, sucht der Captain seinen Tritt. Niemand erhält so viel Eiszeit wie er (21:47 Minuten), dafür ist der offensive Ertrag mit einem Assist mager. Da ist noch viel Luft nach oben. Immerhin defensiv recht solid.

Roger Karrer – Note 3-4
Man wartet bei ihm schon länger auf den nächsten Schritt. Er hat die Anlagen, um ein guter Allrounder zu sein und auch spielerisch Akzente zu setzen, ist aber immer noch zu zaghaft. Vielleicht sehen wir den wahren Karrer ja nächste Saison in Genf.

Kevin Klein – Note 4-5
Mit Startschwierigkeiten, tritt er inzwischen wieder bestimmter auf. Am besten ist er, wenn er sich nervt. Aber auch er hat Steigerungspotenzial. Wieso er mit seinem harten Schuss so wenig im Powerplay spielt, ist ein Rätsel.

Langsam auf dem Weg zurück nach schwachem Saisonstart: Kevin Klein. Bild: Keystone

Christian Marti – Note 4
Er bringt das physische Element hinein, hat aber immer mal wieder Aussetzer und oft Mühe beim Spielaufbau. Für einen Nationalspieler tritt er zu wenig dominant auf. Weil grosse, kräftige Verteidiger Mangelware sind, erhielt er einen Vertrag bis 2024.

Maxim Noreau – Note 4
Offensiv hat der Kanadier die Erwartungen vollauf erfüllt. Er kurbelt das Spiel an, hat schon sieben Tore erzielt, davon zwei in der Overtime. Defensiv ist er aber enorm anfällig, verliert auch immer mal wieder seinen Gegenspieler aus dem Auge.

Dave Sutter – Note 4
Der 1,94-Meter-Hüne spielte noch keine grosse Rolle in der ZSC-Abwehr. Den besten Sutter sahen wir im Playoff. Seit einem Monat out, fehlte den Zürchern zuletzt vielleicht etwas seine Physis.

Die Stürmer

Jérôme Bachofner – Note 5
Obschon seine Torproduktion zuletzt stockte, er seit November nur noch einmal traf, hat er die Erwartungen weit übertroffen. In den ersten zwei Monaten eine treibende Kraft in der Offensive, erhielt er beim EVZ einen lukrativen Dreijahresvertrag.

Der Shootingstar hat zwar etwas nachgelassen, ist aber immer noch begehrt: er wechselt zu Zug. Bild: Keystone

Chris Baltisberger – Note 4-5
Der kantige Flügel ist kämpferisch ein Vorbild, bringt physisches Spiel und Emotionen hinein. Bei der Torproduktion hinkt er seinem letztjährigen Wert aber hinterher. Damals traf er in der Qualifikation 15-mal, jetzt ist er bei 5 Toren angelangt.

Simon Bodenmann – Note 4
Auch ihm ist punkto Einsatzwille kein Vorwurf zu machen. Und er kommt auch in jedem Spiel in gute Abschlusspositionen. Aber er ist zu wenig effizient – nur 5 Punkte bei numerischem Gleichstand sind zu wenig.

Roman Cervenka – Note 3
Er hätte für Spektakel sorgen sollen und war nicht mehr als ein laues Lüftchen. Der ehemals beste KHL-Torschütze hat für den ZSC erst einmal getroffen und fällt wegen seiner Thrombose mindestens bis Februar aus.

Fabrice Herzog – Note 3
Ein Mysterium, wie ein Spieler mit so guten Voraussetzungen so wenig bewirken kann. Einst mit zwei Toren gegen Kanada WM-Held, hat er diese Saison noch nie getroffen. Vielleicht blüht er nächste Saison in Davos auf.

Mattia Hinterkircher – Note 4
Ein Flügel für die vierte Linie mit einem guten Arbeitsethos. Kräftig und durchaus mit Abschlussqualitäten, aber ihm fehlt der Speed, um in der National League eine grössere Rolle zu spielen.

Denis Hollenstein – Note 4-5
Der Königstransfer aus Kloten ist zur Saisonhälfte der Zürcher Topskorer und sorgt mit seinen Rushes immer mal wieder für Schwung. Doch für seine Klasse tritt er noch zu wenig dominant auf. Er müsste hin und wieder ein Spiel entscheiden.

Marco Miranda – Note 3-4
Anders als Bachofner und Prassl hat er die Chance nicht genutzt, sich eine grössere Rolle zu erkämpfen. Der 20-Jährige hat alle Anlagen, um ein Topstürmer zu werden. Deshalb schmerzt sein Abgang zu Servette trotz seiner bisher bescheidenen Saison.

Fredrik Pettersson – Note 3-4
Wegen seiner Sperre verspätet in die Saison gestiegen, läuft er seiner Form immer noch hinterher. Der letztjährige Liga-Torschützenkönig (26 Treffer) hat erst fünfmal getroffen und ist tief verunsichert. Ein Indikator dafür: Er schiesst nur noch halb so oft aufs Tor (2,38 pro Spiel) wie vergangene Saison (4,67).

Raphael Prassl – Note 5
Gut, konnten die ZSC Lions immerhin ihn halten. Gut zu Fuss und bissig in den Zweikämpfen, ist der Jungcenter eine Schlüsselfigur geworden. Zumal er auch langsam entdeckt hat, dass er Tore schiessen kann.

Der beste Mann der Lions bis jetzt: Raphael Prassl. Bild: Keystone

Reto Schäppi – Note 3-4
Stark im Playoff und ein wichtiger Part des Schweizer WM-Silberteams, ist er diese Saison bisher nur eine Randfigur. Trotz wenig Eiszeit (12:55 Minuten) mit minus 6 die schwächste Bilanz aller Stammstürmer.

Drew Shore – Note 3-4
Als sich fünf Ausländer um vier Plätze balgten, hatte er seine stärkste Phase. Seit der Verletzung Cervenkas tauchte er wieder ab, inzwischen wurde er von Backman überholt. Technisch versiert und gross, entwickelt er zu wenig Intensität.

Pius Suter – Note 3-4
Aus dem Camp der New York Islanders zurückgekehrt, hat er noch nicht zu seiner letztjährigen Form gefunden. Er ist zwar bemüht, doch er tritt nicht mehr mit der gleichen Energie auf. In dieser Verfassung ist die NHL für ihn nicht mehr als ein Traum.

Roman Wick – Note 4
Schwer zu beurteilen, da er seit Mitte Oktober mit einer Oberkörperverletzung ausfällt. Befindet sich wieder im Aufbau. Seine Tore fehlen den Zürchern.

Nicht bewertet: Backman, Brüschweiler, Ulmann, Sigrist.

Erstellt: 21.12.2018, 11:43 Uhr

Artikel zum Thema

Drei Spiele für ein frohes Fest bei den ZSC Lions

Der Eishockey-Meister braucht dringend eine Trendwende – sonst drohen Konsequenzen. Mehr...

ZSC siegt nach Penaltys – Biel schlägt Fribourg

Der SC Bern wahrt die Führung in der National League mit einem mageren 2:1-Sieg bei den Lakers. Biel gewinnt in Fribourg 4:0. Die Lions besiegen die Tigers im Penaltyschiessen. Mehr...

Die Lions siegen nach drei Niederlagen wieder

13 Tore haben die Zürcher in den vergangenen drei Spielen kassiert, jetzt schlagen sie Fribourg. Die Tigers setzen sich gegen Servette dank Harri Pesonen durch. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Mamablog Was Neu-Eltern nie mehr hören wollen

Sweet Home Breiten Sie sich ungeniert aus

Die Welt in Bildern

Im Wiederaufbau: Das Sonnenlicht am frühen Morgen scheint auf die Kathedrale Notre-Dame in Paris. (16. September 2019)
(Bild: Ian Langsdon) Mehr...