NHL-Schweizer kritisiert Nationalcoach im Netz

Denis Malgin bedauert, dass er kein Aufgebot für die WM erhielt. Via Instagram kontert er Aussagen von Patrick Fischer mit klaren Worten.

Sehen manches anders: NHL-Stürmer Denis Malgin (l.) und Nationaltrainer Patrick Fischer driften momentan auseinander.

Sehen manches anders: NHL-Stürmer Denis Malgin (l.) und Nationaltrainer Patrick Fischer driften momentan auseinander. Bild: Freshfocus/Andy Müller

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Auf seinem Instagram-Profil hat Denis Malgin in der Nacht auf Donnerstag einen besonderen Kommentar gepostet. Neben einem Bild, das den Stürmer jubelnd mit Kollegen der Schweizer Nationalmannschaft an der WM 2017 in Frankreich zeigt, schreibt der 22-Jährige: «Ich finde es schade, wie sich der Trainer der Nationalmanschaft in den Medien über mich geäussert hat. Ich will immer dabei sein und für die Nati spielen. Der Ausdruck ‹nicht immer 100% Lust› zu haben, um für die Schweiz zu spielen, ist nicht korrekt. Jeder, der mich kennt, weiss das! Die Entscheidung, dass ich dieses Jahr nicht für die Schweiz an der WM spiele, ist 100% nicht meine. Ich wünsche der Nati viel Erfolg an dieser WM.»

Den Namen des Florida-Stürmers sucht man im Schweizer Aufgebot für die vom 10. bis 26. Mai in der Slowakei stattfindende Eishockey-WM vergeblich. Patrick Fischer hat den Center, der sich nach der Saison 2015/16 von den ZSC Lions nach Nordamerika aufmachte, nicht nominiert. «Weil er in unseren Augen nicht immer 100 Prozent Lust auf die Nationalmannschaft hatte», hatte der Nationalcoach den Entscheid gegenüber der Nachrichtenagentur sda begründet. Die Meldung zu Fischers WM-Aufgebot war am 12. April publiziert worden.

Er will verstanden werden

Malgin, der seit Juli 2016 bei den Panthers in der besten Eishockey-Liga der Welt spielt, fühlt sich offenbar in seinem Stolz verletzt. Wie stolz er jeweils das Schweizer Kreuz auf der Brust trägt, beweist ein Instragram-Post von 2017. Während der WM stellte er ein Bild von sich im Rot-Weissen Trikot ins Netz und schrieb dazu: «Excited to represent my country», auf Deutsch: Aufgeregt, mein Land zu vertreten. Ihm scheint wichtig zu sein, dass seine jüngste Nachricht ankommt und nicht missverstanden wird. Denn die meisten Kommentare setzt er in englischer oder russischer (Malgin hat russische Wurzeln) Sprache ab. Die Kritik an die Adresse des Nationaltrainers verfasste er jedoch auf Deutsch.

Das Schweizer Aufgebot für die WM in der Slowakei:

Dass Fischer auf die Dienste Malgins verzichtet, kam etwas überraschend. Einerseits, weil es bisher zu seinen Markenzeichen zählte, NHL-Spieler noch für die WM zu gewinnen. Andererseits aber auch, weil dem Nationalcoach auf der wichtigen Mittelstürmer-Position mit Enzo Corvi bereits ein Leistungsträger aufgrund einer Verletzung fehlt. Mit Nico Hischier, der vom NHL-Team New Jersey (die Devils haben den Playoff-Einzug verpasst) die WM-Freigabe erhielt, und Gaëtan Haas, der noch vom SC Bern kommen dürfte, stehen ihm nur zwei bewährte Center zur Verfügung. Die bereits aufgebotenen Jason Fuchs (EHC Biel) und Marco Müller (HC Ambri-Piotta) haben beide noch keinerlei WM-Erfahrung, wie auch Hischier.

Malgin hat nun Zeit, sich Gedanken über seine Zukunft zu machen. Denn sein Vertrag in Florida läuft in diesem Sommer aus. Während der abgelaufenen Regular Season kam er in 50 Partien zum Einsatz und sammelte dabei 16 Skorerpunkte (7 Tore/9 Assists).

(ddu)

Erstellt: 25.04.2019, 09:56 Uhr

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