Witolinschs Einfluss und Senns Paraden

In seiner zweiten Abend-Session setzt der HC Davos wieder Akzente. Der Spengler-Cup-Gastgeber besiegt den deutschen Herausforderer Nürnberg mit 3:2.

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Harijs Witolinsch hat seinen neuen Posten in Davos zwar erst vor einer Woche übernommen, aber einige Inputs seiner bis anhin guten Arbeit sind bereits erkennbar. Die Defensive wirkt stabiler, in der Offensive ist zumindest phasenweise wieder etwas vom Speed und von der Souplesse vergangener Meistertage zu spüren.

Den Bündner Zerfall in der Liga hat der Lette unmittelbar vor der primär wirtschaftlichen Exhibition in der Altjahreswoche mit zwei Siegen gegen Gottéron (3:2) und Ambri (3:2 n.P.) vorerst gestoppt, der Start zum Spengler Cup verlief gut bis formidabel.

Davos liess Spannung aufkommen

Dem überzeugenden Auftritt im Klassiker gegen die kanadischen Selects folgte eine weitgehend überzeugende Performance gegen die Nürnberger Ice Tigers. Nach einer Doublette innerhalb von 64 Sekunden führten die Bündner nach sieben Minuten bereits 2:0. Inti Pestoni, auch während der Krisenwoche im Alltag einer der raren Spektakel-Garanten, düpierte mit wunderbaren Finten Verteidiger Marcus Weber und die gesamte Abwehr der Deutschen. Mit dem nächsten Angriffszug erhöhte die Zuger Leihgabe Dario Simion auf 2:0.

Weil die Davoser es danach verpassten, nachzulegen, kam später wieder Spannung auf. In der 49. Minute gelang Nürnberg der Ausgleich. Aber der neue HCD liess sich nicht mehr vom Weg abbringen, obwohl die Ice Tigers den Schlussabschnitt mit 15:4 Schüssen dominierten. Der junge österreichische Verteidiger und Neo-Internationale Julian Payr brachte Davos nur 186 Sekunden nach dem 2:2 wieder in Führung.

Senn mit starken Paraden

«Es geht darum, wieder mehr Selbstvertrauen zu zeigen, Spass zu haben und Siege einzufahren.» So in etwa formulierte Witolinsch seinen unmittelbaren Plan beim Amtsantritt vor Wochenfrist. Und der Mann mit jahrelanger Assistent-Erfahrung an prominenten KHL-Adressen und im Pyeongchang-Stab der russischen Olympiasieger hielt bisher Wort.

Gilles Senn, der vor Witolinschs Ankunft vorübergehend zum chancenlosen Back-up-Goalie degradierte Ex-WM-Teilnehmer, blüht unter dem neuen Chef wieder auf. Im Duell mit dem momentan nur elftplatzierten DEL-Vertreter brillierte der 22-Jährige mit Big Saves und 33 Paraden.

Wieser-Brüder verlängern Verträge

Der zweite Turniertag verlief generell ganz nach dem Gusto des Rekordmeisters: Vor dem ersten Puck-Einwurf vermeldete der HCD weitere News aus seinem Personaldossier: Die Wieser-Brothers Marc und Dino verlängerten ihre Verträge um je vier Jahre. Und Center Enzo Corvi zelebrierte nach sechswöchiger Verletzungspause sein Comeback.

Trotz des Sieges ist nicht damit zu rechnen, dass Davos in der «Gruppe Cattini» noch als Sieger direkt in die Halbfinals einziehen kann. Um das «Freilos» in den Viertelfinals spielen am Freitag Magnitogorsk gegen Kuopio (am Nachmittag) und das Team Canada gegen Nürnberg (am Abend).

Davos - Nürnberg Ice Tigers 3:2 (2:0, 0:1, 1:1)
6300 Zuschauer (ausverkauft). SR Hebeisen/Watson (SUI/USA), Fuchs/Wüst.
Tore: 6. Pestoni (Jung, Heldner) 1:0. 7. Simion (Klasen, Ambühl) 2:0. 37. Buck (Bast) 2:1. 49. Pföderl (Ausschluss Sanguinetti) 2:2. 52. Payr (Klasen, Ambühl) 3:2.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Nürnberg Ice Tigers.
Davos: Senn; Nygren, Payr; Stoop, Du Bois; Kparghai, Sanguinetti; Jung, Heldner; Klasen, Simion, Ambühl; Frehner, Bader, Hischier; Meyer, Corvi, Pestoni; Egli, Aeschlimann, Kessler.
Nürnberg Ice Tigers: Treutle; Aronson, Festerling; Mebus, Lalonde; Weber, Gilbert; Bender, Jurcina; Pföderl, Weiss, Reimer; Bassen, Bast, Buck; Lerg, Acton, Brown; Dupuis, Fox, Segal.
Bemerkungen: Davos ohne Lindgren, Buchli, Dino Wieser, Marc Wieser und Rödin (alle überzählig). - Timeouts: Davos (26.); Nürnberg Ice Tigers (59:37). - Pfostenschüsse: Meyer (17.); Bast (2.).

Rangliste:
1. Team Canada 1/3 (2:1).
2. Davos 2/3 (4:4).
3. Ice Tigers Nürnberg 1/0 (2:3). (lif/sda)

Erstellt: 27.12.2018, 20:02 Uhr

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