Nur gut reicht im Playoff eben nicht

Kloten muss im ersten Viertelfinal-Heimspiel mit einem 0:3 gegen Langenthal den Ausgleich in der Serie hinnehmen.

Nur ein Ausrutscher oder mehr? Jeffrey Füglister und Kloten straucheln gegen Vincenzo Küng (l.) und Langenthal erstmals im Playoff.

Nur ein Ausrutscher oder mehr? Jeffrey Füglister und Kloten straucheln gegen Vincenzo Küng (l.) und Langenthal erstmals im Playoff. Bild: Leo Wyden

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Fabian Sutter wusste, dass er sich selber nicht von der Kritik ausnehmen durfte: «Wir müssen doch viel mehr schiessen», suchte der Center nach den Gründen für die 0:3-Niederlage gegen Langenthal. Eben auch er selber. Zum Beispiel im Powerplay kurz vor der zweiten Pause. Da wäre nach einem Querpass von Kellenberger doch einiges offen gewesen. «Und ich spielte noch diesen Pass in die Mitte», schüttelte Sutter den Kopf.

«Wir haben keinen schlechten Match gespielt, aber das hat nicht gereicht. Es muss wieder mehr kommen.» In Langenthal seien sie gelaufen, da habe alles gestimmt. Und dann kam dieses erste Heimspiel, mit einem Auswärtssieg im Hinterkopf, vielen Zuschauern im Stadion und einer guten Ambiance. «Aber ich spürte schon fünf Minuten vor dem Match, dass unsere Stimmung nicht gleich gut wie in Langenthal war.» Er hat zwar darauf hingewiesen, aber wie das so ist: Solche Dinge lassen sich in den letzten Minuten nicht mehr korrigieren.

«Waren weniger entschlossen»

Vor 4735 Zuschauern startete Kloten ansprechend. Doch dann kam der erste Bruch. Ausgelöst von Verteidiger Dominic Egli, der unbedrängt die Scheibe in der eigenen Zone verlor. Da ging eine ganze Menge der Selbstverständlichkeit des Spiels vor dem eigenen Tor verloren. Eine erste Phase überstand Kloten noch, doch es folgte gleich eine zweite – und in der erzielte Langenthal das so wichtige Führungstor. Egli war den ganzen Match über alles andere als zuverlässig.

Das 0:1 machte die Aufgabe für Kloten noch schwerer. Und die Mannschaft war beim Versuch, sie zu lösen, nicht gerade optimal unterwegs. «Wir spielten nicht so geradlinig wie im ersten Match», sah Jeffrey Füglister. «Wir waren weniger entschlossen», sah Sutter. Und Trainer André Rötheli sagte: «Wenn wir ein Tor schiessen, gibt es einen anderen Match. Das haben wir in Langenthal gemacht.» Und in Langenthal war die Teamleistung eben das wichtige Quäntchen besser als gestern. Philip Wüthrich im Langenthal-Goal war gestern wieder sehr gut.

Ausländer des Gegners sind effizienter

Erst in den letzten zehn Minuten spielte Kloten mit den Emotionen, die es über 60 Minuten braucht. Da wurde gecheckt – und da wurde auch noch geprügelt. Jeffrey Füglister und Toms Andersons schieden danach mit Fünfminutenstrafen aus. Nachdem Langenthal nach 43 Minuten in einem Powerplay das zweite Tor gelungen war, musste Kloten schon früh etwas riskieren. Goalie Van Pottelberghe machte bereits nach 56:17 einem zusätzlichen Feldspieler Platz. Eine Minute später fiel das 0:3 ins leere Gehäuse.

Was man aus den ersten zwei Partien an Fakten nehmen kann: Langenthal hat das bessere Powerplay (und zwei Überzahltore geschossen) sowie die effizienteren Ausländer. Pascal Pelletier und Brent Kelly, der den Club nach dieser Saison verlassen wird, haben schon zwei (oder mehr) Punkte auf ihrem Konto. Jack Combs und Lauri Tukonen kommen zusammen auf 0 (null). Die beiden Flügel verstehen sich nicht gerade blind, auch Center Patrick Obrist ist noch auf der Suche, wie er die zwei optimal lenken kann. Die beste Linie war daher lange jene mit Thibaut Monnet, Ramon Knellwolf und Marco Lehmann.

Rekord in Weinfelden

Am Mittwoch geht es in Langenthal weiter. Neben dieser Serie steht auch jene zwischen Ajoie und Thurgau 1:1. Die Thurgauer erzwangen vor nicht einmal 2000 Zuschauern in Weinfelden den Ausgleich in einem Marathonspiel. Michael Loosli traf im fünften Drittel, nach exakt 92:42. Damit übertraf er den Rekord aus der Swiss League. Im März vor einem Jahr hatte Jewgeni Schirjajew das 3:2 für Olten gegen Langenthal nach 87:24 erzielt.

Erstellt: 24.02.2019, 23:17 Uhr

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