Operation bei Ambühl, Theater um Hiller

Spiel 3 der Serie Biel - Davos (5:3) hat für den HCD Folgen. Captain Andres Ambühl wurde noch in der Nacht nach dem Spiel am Fuss operiert. Biel-Goalie Jonas Hiller fiel derweil mit einer Art Schwalbe auf.

Hillers fragwürdige Aktion im Video
Video: Keystone

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Andres Ambühl hat sich in Spiel 3 am Fuss eine Schnittverletzung zugezogen. Bilder vom letzten Shift Ambühls im Schlussdrittel am Donnerstag bei der 3:5-Niederlage in Biel lassen vermuten, dass es in jener Szene passierte, als Ambühl mit Mitspieler Claude Paschoud zusammenstiess. Wie lange Ambühl, der bereits operiert wurde, ausfällt, ist offen.

Im dritten Spiel der Best-of-7-Serie, nach der Biel nun mit 2:1 Siegen vorne liegt, gab es diverse weitere heiss diskutierte Punkte. Zum Beispiel den Davoser 3:4-Anschlusstreffer Magnus Nygrens, dem ein Rencontre zwischen Biels Goalie Jonas Hiller und dem Davoser Stürmer Ken Jäger vorangegangen war.

Nach sehr langem Videostudium entschieden die Schiedsrichter, den Treffer dennoch zu geben. Sie dürften dabei Hillers Reaktion auf die Berührung Jägers als «Embellishment», also übertriebenes Schauspiel gewertet haben.

Dass es so lange ging, bis endlich Klarheit herrschte, brachte dafür den Davoser Verteidiger Félicien Du Bois im Interview mit RTS 2 auf die Palme: «Dass es nach einer so offensichtlichen Simulation 10 Minuten benötigt, um das Tor zu verifizieren, da fehlt mir das Verständnis.»

Heute entschuldigte sich Hiller auf Facebook für seine unfaire Aktion.

Freiwillig mit drei Ausländern

Für Aufsehen hatte bei Davos bereits vor dem Spiel zudem die Aufstellung Arno Del Curtos gesorgt. Nach der 1:3-Heimniederlage am Dienstag in Spiel 2 nahm der Davoser Trainer mit dem Tschechen Robert Kousal sowie den Schweizern Mauro Jörg, Samuel Walser, Marc Aeschlimann und Marco Forrer gleich fünf Spieler aus dem Line-up und ersetzte sie mit Ken Jäger, Dominic Weder, Nando Eggenberger, Davyd Barandun und Yannick Frehner – allesamt Spieler des Elite-Junioren-Teams. Auf den Einsatz eines vierten Ausländers verzichtete Del Curto also freiwillig.

Zunächst ging der Poker auf, Davos führt bei Spielhälfte 2:0, Jäger kam alleine im Startdrittel zu drei guten Torchancen. Am Morgen nach dem Spiel wollte Del Curto zunächst nicht mehr allzu viel Worte darüber verlieren: «Ich studiere bereits an der Aufstellung von Spiel 4 herum.»

Del Curtos Massnahme erinnerte an die Saison 2006/07, als er in Playoff-Runde 1 gegen die ZSC Lions ebenfalls damalige NLA-Stammkräfte wie Robin Leblanc oder Loïc Burkhalter aus der Aufstellung nahm und dafür die dort noch unbekannten Junioren Dino und Marc Wieser sowie Flurin Randegger ins kalte Wasser warf. Nach einem 1:3-Rückstand nach vier Spielen drehte der HC Davos die Serie nicht nur, er wurde später gar Schweizer Meister.

Nach etwas Nachhaken bezeichnete Del Curto seine Massnahme, zu der in diesem Ausmass wohl kein anderer Trainer in der Liga greifen würde, als «normale Massnahme, die ich einfach machen musste». Spiel 2 sei aus Davoser Sicht ein schlechter Match gewesen: «Es war ein lebloser Match von uns. Da musst du halt etwas unternehmen. Und es war richtig. Lieber so ein Match wie in Biel als ein lebloser.»

Erstellt: 16.03.2018, 16:54 Uhr

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