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Pettersson in allerletzter Sekunde

Dank den zwei Toren des Schweden schaffen die ZSC Lions gegen Oulu im Hinspiel des Achtelfinals ein 4:4. In Finnland ist eine Steigerung nötig.

Er sorgte für den späten Ausgleich: Fredrik Pettersson erzielte im Hallenstadion für den ZSC eine Sekunde vor Spielende den Ausgleich zum 4:4 gegen die Finnen aus Oulu.
Er sorgte für den späten Ausgleich: Fredrik Pettersson erzielte im Hallenstadion für den ZSC eine Sekunde vor Spielende den Ausgleich zum 4:4 gegen die Finnen aus Oulu.
Walter Bieri, Keystone
In einer umkämpften Partie ging es hin und her. Kein Team konnte im Verlauf Partie mit mehr als einem Tor Abstand in Führung gehen. Die ZSC Lions gingen mit 2:1 und 3:2 in Führung.
In einer umkämpften Partie ging es hin und her. Kein Team konnte im Verlauf Partie mit mehr als einem Tor Abstand in Führung gehen. Die ZSC Lions gingen mit 2:1 und 3:2 in Führung.
Walter Bieri, Keystone
Schwerer ist die Ausgangslage für den HC Lugano. Die Tessiner mussten sich in der heimischen Resega mit einem 1:1-Remis gegen Frölunda zufrieden geben. Das Remis kann dennoch gegen den favorisierten Gegner als Erfolg gewertet werden.
Schwerer ist die Ausgangslage für den HC Lugano. Die Tessiner mussten sich in der heimischen Resega mit einem 1:1-Remis gegen Frölunda zufrieden geben. Das Remis kann dennoch gegen den favorisierten Gegner als Erfolg gewertet werden.
Getty Images
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Die ZSC Lions haben ein Flair für späte Tore. Die Meistertreffer von Adrien Plavsic (59:50) und Steve McCarthy (58:58) sind jedem ein Begriff, der die jüngere Geschichte des Stadtclubs verfolgt hat. Gegen Oulun Kärpät ging es zwar nicht um den Titel, dafür machte es Fredrik Pettersson noch ein bisschen spannender. Der Schwede traf 1,1 Sekunden vor der Sirene zum 4:4, mit einem seiner krachenden Direktschüsse, die man vergangene Saison so oft gesehen hatte. Pius Suter stürmte der Bande entlang in die gegnerische Zone, schaute kurz auf und legte den Puck zurück zum heranbrausenden Pettersson, der flach und präzise ins Eck traf. Danach fuhr der 31-Jährige mit ausgestreckten Armen zur Bande, gemahnte mit seiner Pose fast an die Jesus-Statue auf dem Zuckerhut in Rio.

Dass er an diesem Abend wieder einmal die grosse Figur beim ZSC war, ja sein durfte, war für Pettersson besonders süss. In drei der letzten vier Spiele war er überzählig gewesen, in der Champions League, wo es keine Ausländerbeschränkung gibt, durfte er wieder einmal spielen. Und dabei wirkte er zunächst so verkrampft wie meist in dieser Saison. Im ersten ZSC-Powerplay leitete er in der 19. Minute sogar einen Shorthander ein – er schoss einen Finnen an, der rasante Konter führte zum 2:2. Doch Pettersson liess sich nicht entmutigen und wurde belohnt: In der 34. Minute traf er mit einem Direktschuss aus spitzem Winkel zum 3:2. Schon da auf Pass Suters, der sein über­raschendes Comeback gab.

Wer siegt, ist weiter

Und dann sorgte Pettersson eben noch für den Schlusspunkt unter einen unterhaltsamen Eishockeyabend. «Manchmal geht der Puck rein, manchmal nicht», gab er sich Mühe, seine persönlichen Erfolgserlebnisse nüchtern zu kommentieren. So richtig zufrieden war er mit dem Spiel trotzdem nicht. «Wir machten viele gute Dinge, aber wir ziehen es einfach nicht über 60 Minuten durch», analysierte er. «In Finnland werden wir besser spielen und gewinnen.» Die Ausgangslage ist denkbar einfach: Wer gewinnt, in 60 Minuten, in der maximal zehnminütigen Overtime oder im Penaltyschiessen, qualifiziert sich für den Viertelfinal.

Den Zürchern steht noch ein hartes Stück Arbeit bevor. Denn abgesehen von einer starken Phase vom 0:1 zum 2:1 im Startdrittel hatten sie ihre liebe Mühe mit dem finnischen Meister. Die Champions League ist auch deshalb so interessant, weil die Schweizer Teams andere Spielstile kennenlernen. So fiel auf, wie schnell die Finnen den Puck zirkulieren liessen und wie ­direkt sie ihn in der Offensivzone aufs Tor brachten. Zudem waren sie läuferisch zwar nicht schneller, aber beweglicher – ihre rasanten Richtungsänderungen brachten die ZSC-Verteidiger immer wieder in Verlegenheit. Und, das darf nicht unerwähnt sein: Sie wirkten besser organisiert.

Dass es den Zürchern trotzdem zu einem Remis reichte, hatten sie nicht nur Pettersson, sondern auch Goalie Schlegel zu verdanken, der ab dem Mitteldrittel manchen Fehler seiner Vorderleute ausbügelte. Der erste, ein haarsträubender Querpass Noreaus durch die eigene Zone, hatte schon nach 44 Sekunden zum 0:1 geführt – natürlich ein denkbar ungünstiger Start.

Noreau als Fehlerquelle

Noreau war auf beiden Seiten immer wieder an gefährlichen Aktionen beteiligt und wurde für seine Tändelei im Finish auch noch mit einem krachenden Check bestraft, spielte aber weiter. Internationales Eishockey ist schnell, gradlinig und körperbetont. Das ist nicht neu. Aber die ZSC Lions erfuhren dies gegen Oulu wieder einmal. Vielleicht ist es eine lehrreiche Lektion.

Telegramm:

ZSC Lions - Oulun Kärpät 4:4 (2:2, 1:0, 1:2)

3510 Zuschauer. - SR Linde/Nord (SWE), Castelli, Altmann. Tore: 1. (0:44) Heponiemi 0:1. 9. Klein 1:1. 16. Prassl (Bachofner, Noreau) 2:1. 19. Lasu (Lindsten, Ohtamaa/Ausschluss Humaloja!) 2:2. 34. Pettersson (Suter) 3:2. 52. Lasu (Ausschluss Shore) 3:3. 59. (58:53) Heshka (Kivihalme, Leskinen/Ausschluss Suter) 3:4. 60. (59:59) Pettersson (Suter, Noreau) 4.4.Strafen: 6mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 3mal 2 Minuten gegen Kärpät Oulu. ZSC Lions: Schlegel; Noreau, Phil Baltisberger; Klein, Marti; Karrer, Blindenbacher; Sutter; Bodenmann, Shore, Hollenstein; Pettersson, Suter, Cervenka; Chris Baltisberger, Prassl, Bachofner; Herzog, Schäppi, Backman.Bemerkungen: ZSC Lions ohne Geering, Nilsson, Wick (alle verletzt). - Lattenschüsse Heshka (39.), Leskinen (39.). Timeout Oulun Kärpät (58:30).

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