Pfeifkonzert und Achterbahnfahrt

Die ZSC Lions drehen gegen den EV Zug ein 0:2 und siegen 3:2 nach Verlängerung. Erst in der Schlussphase überzeugen sie.

Die ZSC Lions wehren sich mit vereinten Kräften gegen die Zuger. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Die ZSC Lions wehren sich mit vereinten Kräften gegen die Zuger. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

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Manchmal dauert es länger als erwünscht, bis eine Spielidee umgesetzt werden kann. Am Dienstagabend beim ZSC sogar bis in die Verlängerung. Angriff um Angriff brandete nun auf das Tor von Zugs Tobias Stephan. Drew Shore und Raphael Prassl vergaben zuerst Topchancen. Dann zeigte Maxim Noreau auf, wieso es bei drei gegen drei auf Schweizer Eis wohl kaum einen besseren Spieler gibt. Der Kanadier kurvte elegant herum, brachte sich in Abschlussposition und zog entschlossen ab. Stephan war chancenlos, auch, weil ihm Fredrik Pettersson die Sicht nahm. 3:2, die dritte Niederlage in Serie und damit eine Negativpremiere in dieser Saison, war doch noch abgewendet.

Die Begeisterung unter den mehr als 9000 Fans war gross. «Es war eine Achterbahnfahrt, aber am Schluss sind wir doch noch belohnt worden», sagte Chris Baltisberger. Zwei Punkte waren kein unverdienter, aber doch ein reicher Lohn: Erst 141 Sekunden vor Schluss hatte Denis Hollenstein die Overtime erzwungen.

Noch im Mitteldrittel hatte nur wenig auf diese finale Eruption hingedeutet. Gleich viermal setzte es sogar ein Pfeifkonzert ab. Schon nach 25 Minuten taten die Zürcher Zuschauer ihren Unmut erstmals lautstark kund, später wurde es noch einige Dezibel lauter. Bemüht waren die ZSC-Spieler, das schon, und sie kamen auch zu deutlich mehr Abschlüssen, sie bekundeten aber auch enorm viel Mühe.

Fast zwei Minuten konnten sie sich nach ungeschickten Aktionen der Zuger Routiniers Dominik Schlumpf und Fabian Schnyder in doppelter Überzahl versuchen, schon das Eindringen in die Offensivzone wurde aber zur Herkulesaufgabe. Maxim Noreau und Denis Hollenstein verpassten den Anschlusstreffer aus bester Position, erst ein Zuger Eigentor brachte doch noch das erste Zürcher Tor. Dass der Treffer Baltisberger zugeschrieben wurde, war kein Zufall, der Vorkämpfer rief einmal mehr seine Leistung ab. «Ab Mitte des zweiten Drittels haben wir besser gespielt», fasste der Flügel zusammen.

Start wie mit Beruhigungstee

In der Matchanalyse wird Serge Aubin einmal mehr auf das verschlafene Startdrittel hinweisen. Nur einmal in den letzten acht Partien hatten die Zürcher den Startabschnitt für sich entschieden, sie kamen aber aus der Kabine, wie wenn sie von dieser Statistik nie etwas gehört und zusätzlich Beruhigungstee getrunken hätten. Schon nach 20 Sekunden traf Yannick-Lennart Albrecht frei stehend die Latte, und als Raphael Diaz in der 7. Minute den Führungstreffer für die Zentralschweizer erzielte, war dieser nur eines: überfällig.

Erst wenige Sekunden später gab Chris Baltisberger den ersten Schuss aufs Zuger Tor ab, wirkliche Besserung war aber auch danach nicht auszumachen. Logische Konsequenz: das 0:2, wiederum durch Diaz und erleichtert durch einen der in der Anfangsphase zahlreichen Fehler von Christian Marti.

Es waren bereits die Saisontore Nummer 5 und 6 des Captains der Nationalmannschaft, damit hat der Zuger sein Total aus der Regular Season des Vorjahres übertroffen. Zudem ist der Mann, der in einer durchschnittlichen Saison dreimal so viele Assists erzielt wie Tore schiesst, erfolgreichster Torschütze unter den Verteidigern.

Chris Baltisberger weiss, dass seine Mannschaft in der Anfangsphase etwas ändern muss: «Wir müssen vielleicht anders an die Partien herangehen und in den ersten Minuten vermehrt schauen, dass der Puck weit weg von unserem Tor ist.» Dass es am Dienstagabend in Minne endete, lag auch am Gegner: Zug hat in den vergangenen sechs Jahren im Hallenstadion nur eine von 13 Partien gewonnen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.11.2018, 06:41 Uhr

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