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Pius Suters hektischer Tag

Der Zürcher Stürmer war ein wichtiges Puzzleteil beim ZSC-Sieg in Rapperswil-Jona. Trotz persönlichem Fehlstart.

Jetlag, ein Assist und grosse Pläne: Pius Suter ist zurück beim ZSC. Foto: Michela Locatelli (Freshfocus)
Jetlag, ein Assist und grosse Pläne: Pius Suter ist zurück beim ZSC. Foto: Michela Locatelli (Freshfocus)

Wenn ein Match für einen Eis­hockeyspieler beginnt, wie er es für Pius Suter am Samstag in Rapperswil-Jona tat, dann wird das oft ein langer und ungemütlicher Abend. Gut 20 Sekunden erst auf dem Eis beim allerersten Shift, der erste Puckkontakt, und schon hatte Suter die Scheibe vor dem eigenen Tor zu einem Gegenspieler gepasst.

«Die Müdigkeit, Hände, die schneller waren als der Kopf», erklärte Suter nach dem Spiel das Missgeschick mit einem verschmitzten Lächeln. Und während «Müdigkeit» nach dem ersten Meisterschaftsspiel nach Ausrede klingen könnte, durfte Suter sie glaubhaft vorschieben.

Es wurde am Ende zwar weder ein langer noch ein ungemütlicher Abend für den 22-jährigen Mittelstürmer des ZSC. Schon im zweiten Einsatz, keine drei Minuten nach dem Patzer, stibitzte Suter dem Rapperswiler Roman Schlagenhauf dank hartnäckigem Nachsetzen den Puck. Die Szene stand am Ursprung der frühen 1:0-Führung der Zürcher, und alles war wieder gut.

Schlag auf Schlag

Doch Suter hatte einen sehr langen Tag hinter sich, mit zehn Stunden in einem Flugzeug, Verspätungen und Jetlag – Müdigkeit war da normal. Suter war aus New York angereist, gern wäre er auch noch diese Woche im NHL-Camp der Islanders ­geblieben. Doch dann fiel er dem Cut zum Opfer und konnte, wie mit seinem Schweizer Club vereinbart, zum ZSC zurückkehren.

Die Rückreise vom John-F.-Kennedy-Flughafen wurde hektisch: «Wir hatten vor dem Abflug einen Notfall mit einem Passagier, mussten drei Stunden warten», erzählt Suter. So traf er erst um 14 Uhr in Zürich ein, ­legte sich für zwei Stunden hin, dann ging es Schlag auf Schlag: Ab nach Rapperswil-Jona, einlaufen («Das grosse europäische Eisfeld erschien mir nach New York wie ein Fussballplatz…»), Patzer («Ein Riesen-Turnover!»), Sieg («Solche Spiele verloren wir Anfang letzte Saison noch»), Heimfahrt und Schlaf.

Auch wenn andere Gerüchte aufkamen: Es war klar, dass ­Suter zurückkommen und nicht bei den Islanders bleiben würde. Bereits letzte Saison hatte der Stürmer ZSC-Spiele verpasst, weil er bei den Ottawa Senators im Vorbereitungs-Camp ein ­wenig NHL-Luft schnuppern durfte. Doch in einem Jahr könnte die Situation eine neue sein.

Reicht es für die NHL?

Suter liebäugelt mit einem definitiven Wechsel nach Nordamerika, er dürfte vorerst auch Abenteuern in der Farmteam-Liga AHL nicht abgeneigt sein. Er werde in der Schweiz auf jeden Fall keinen neuen Vertrag ohne Ausstiegsklausel unterschreiben, sagt Suter. Im Gegensatz zu 2017 und Ottawa endet der Kontakt nicht, die Islanders werden Suter beobachten. Ob es dem kleinen Stürmer mit dem grossen Spielverständnis für die NHL reicht? Noch mangle es ihm an Routine und Pucksicherheit, sagt Suter: «Du hast auf dem kleinen Eis viel weniger Zeit.»

Abschreiben sollte man ihn nicht. Der neue ZSC-Trainer Serge Aubin beschreibt ihn als sehr smarten Center, der die kleinen, wichtigen Dinge mache – entsprechend habe er sich über die frühe Rückkehr gefreut.

Was wie Coach-Talk tönt, sah in der Praxis beim Sieg am ­Samstag so aus: Gemeinsammit Reto Schäppi erhielt Suter am meisten Eiszeit aller ZSC-Spieler, und als die Lakers inder Schlussphase ohne Goalie und mit sechs Feldspielern den Ausgleich anstrebten, war Suter mittendrin im Getümmel vor dem ZSC-Tor. So sieht Trainer-Vertrauen aus.

ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Noreau, Marti; Berni; Bodenmann, Shore, Herzog; Hollenstein, Suter, Wick; Sigrist, Schäppi, Chris Baltisberger; Miranda, Prassl, Hinterkircher; Bachofner.

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