Roman Josi, Schweizer Qualität

Die Predators erkoren den Berner nicht nur wegen seiner spielerischen Qualitäten zu ihrer Schlüsselfigur über Jahre hinaus, sondern auch wegen seiner Bodenständigkeit.

Illustration: Kornel Stadler

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Nachdem Roman Josi seinen neuen 72-Millionen-Vertrag unterschrieben hatte, veröffentlichten die Predators einen schmucken Videoclip, wie er durch ein Spalier von Clubangestellten läuft, die ihm begeistert applaudieren. Auch sein Teamkollege Ryan Johansen hat sich unter die Menge gemischt und klatscht mit Josi ab. Klar, das war wohl kaum eine spontane Aktion des Personals, und doch sieht man an den Gesichtern, wie sehr sich alle für Josi freuen – und darüber, dass er bis 2028 in Nashville bleiben wird.

Eben nicht nur, weil er ein exzellenter Hockeyspieler ist, sondern auch, weil er ein solch bodenständiger, liebenswürdiger Mensch ist. Und einer, der sich bewusst ist, dass seine Rolle als Gesicht der Predators über sein Wirken auf dem Eis und in der Garderobe hinausgeht. Eine schöne Episode dazu: Während des Stanley-Cup-Finals 2017 gegen Pittsburgh nahm er sich Zeit, um einen zweijährigen, an Krebs erkrankten Jungen zu besuchen und ihm Mut zuzusprechen. Josi war auf Facebook kontaktiert worden.

Dass der Berner für die Predators mehr als ein «normaler» Spieler ist, zeigte sich auch darin, dass sich General Manager David Poile während der monatelangen Verhandlungen um den neuen Vertrag immer mal wieder persönlich mit Josi traf. Um mit ihm über die Zukunft des Clubs zu diskutieren. Normalerweise unterhalten sich während Verhandlungen nur der GM und die Agenten miteinander – und der Spieler hält sich tunlichst raus.

Die bestbezahlten Schweizer Teamsportler

Roman Josi wird in Nashville endgültig zum Millionär. Eine Übersicht der Topverdiener von Niederreiter über Josi bis Capela. (Video: Tamedia/Wibbitz)

Nicht nur Skorerpunkte, Eiszeit oder Plus-Minus-Bilanz fliessen ein bei der Entscheidung, ob ein Club sein Team um einen Spieler aufbaut wie nun die Predators um Josi, sondern auch der zwischenmenschliche Umgang. Das werde sehr genau registriert, sagte Mark Streit im Rahmen des «Eisbrecher»-Podcasts: «Überall, wo man hingeht, gibt man seine Visitenkarte ab. Die Arbeit über Jahre, aber auch, wie man mit den Leuten umgeht, mit den Betreuern, mit dem Staff, das wird wahrgenommen.» Wenn er heute an seine früheren NHL-Stationen zurückkehre, erhalte er immer grosse Wertschätzung. Das sei für ihn eine schöne Bestätigung.

Das Gütesiegel Swiss Made

Es ist kein Zufall, dass Josi und Streit, die erfolgreichsten Schweizer NHL-Cracks, viele ähnliche Eigenschaften haben. Die Arbeitshaltung, aber auch der Respekt, mit dem sie allen begegnen, vom Platzanweiser und Materialwart bis zum General Manager oder Präsidenten. Solche Persönlichkeiten sind die besten Botschafter für das Schweizer Eishockey, das noch vor zehn Jahren gar keinen Ruf hatten in der NHL. Swiss Made gilt in der ganzen Welt als Gütesiegel. Langsam etabliert es sich auch im Eishockey.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Erstellt: 31.10.2019, 16:06 Uhr

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