SCB, HCD und Servette auf Halbfinal-Kurs

Dank verdienten Erfolgen gegen Lausanne, Zug und Lugano gehen der SC Bern, der HC Davos und Servette in ihrer Playoff-Viertelfinalserie (best of 7) mit 3:2 in Führung.

Die Entscheidung in Bern: Topskorer Martin Plüss erzeilt das 2:0 gegen Lausanne.

Die Entscheidung in Bern: Topskorer Martin Plüss erzeilt das 2:0 gegen Lausanne. Bild: Keystone

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In den Eishockey-Playoffs normalisiert sich das Geschehen. Die ZSC Lions (1. der Qualifikation) und der SC Bern (2.) gehen in ihren Serien gegen Biel und Lausanne mit 3:2 Siegen in Führung. Beide Favoriten setzten sich mit Drei-zu-Null-Siegen durch. Zu Shutouts kamen Lukas Flüeler (ZSC) und Marco Bührer (Bern). In der Serie zwischen Bern und Lausanne fielen in den ersten fünf Partien lediglich zwölf Tore.

Mit 3:2 im Vorteil befinden sich ausserdem Rekordmeister HC Davos und der zweimalige Spengler-Cup-Sieger Genf-Servette. Davos gewann in Zug mit 3:1, Servette setzte sich in Lugano mit 4:2 durch. Die nächsten Spiele finden sowohl in den Playoffs wie in der Abstiegsrunde am Donnerstag statt.

Solide Mutzen zu Hause

Der SC Bern hat im umstrittenen Duell gegen Lausanne wieder vorgelegt. Der Cupsieger gewinnt das vierte Spiel 3:0 und führt in der Serie nun mit 3:2. Am Ende täuschte das Resultat etwas. Denn auch das fünfte Duell zwischen den beiden Mannschaften war eine enge Angelegenheit – wenn auch mit Vorteilen für Bern. Der SCB versuchte, Lausanne im Spielaufbau früher zu stören als in den vorangegangenen Partien. Die etwas angepasste Taktik in der Defensive ging insofern auf, als dass Lausanne noch weniger Offensivszenen hatte als bisher. Weil die Waadtländer ihrerseits aber gewohnt stabil verteidigten, blieb die Partie bis zum zweiten Berner Treffer 61 Sekunden nach der zweiten Pause auf Messers Schneide.

Berns PostFinance-Topskorer Martin Plüss, der den Puck zum 2:0 über die Linie drückte, stiess einen erlösenden Jubelschrei in die Arena. Plüss erzielte nicht nur seinen ersten Treffer in diesen Playoffs, seine Mannschaft ging auch zum ersten Mal in dieser Serie mit zwei Toren in Führung. Wenig überraschend war dieser zweite Treffer gleichbedeutend mit der Entscheidung. Der SCB verteidigte den Vorsprung gegen das offensiv harmlose Lausanne geschickt und problemlos. Und in doppelter Überzahl erhöhte Eric Blum schliesslich zum Schlussresultat. Es war im zweiten Berner Powerplay der zweite Treffer.

In den ersten beiden Abschnitten allerdings war die Partie umkämpft - wie die vier Duelle davor ebenfalls. Nach einem torlosen ersten Drittel brachte Philippe Furrer die Berner mit seinem dritten Saisontor in der 24. Minute 1:0 in Führung. Der Verteidiger erwischte Lausannes Torhüter Cristobal Huet aus spitzem Winkel zwischen den Schonern. Huet sah dabei wenig vorteilhaft aus - wie bereits beim Berner Siegtreffer (2:1) am Samstag in Lausanne, als ihm die Scheibe aus der Hand geglitten war.

Lausanne besass seine beste Phase im Mitteldrittel, als es zuerst sein einziges Powerplay bestreiten konnte und wenig später Paul Savary, der nach einer einmonatigen Verletzungspause sein Comeback feierte, alleine vor Marco Bührer scheiterte. Bührer behielt nicht nur in dieser Szene die Übersicht; am Ende feierte er seinen fünften Shutout in dieser Saison. Apropos Comeback: Bei Bern spielte erstmals seit dem Cupfinal Stürmer Christoph Bertschy wieder mit. Der zweitbeste Schweizer Skorer des SCB war bei seiner Rückkehr nach auskurierter Hüftverletzung gleich wieder ein belebendes und spielbestimmendes Element.

Der fünfte Auswärtssieg

In der Viertelfinal-Serie zwischen Zug und Davos steht es in der Serie 3:2 für die Bündner. Der HCD gewinnt Spiel 5 mit 3:1 und verfügt damit über zwei Halbfinal-Pucks. Davos imponierte dabei mit seiner Effizienz. Im Gegensatz zu Spiel 4 nutzten die Bündner ihre (diesmal geringere Anzahl) Torgelegenheiten eiskalt aus. Zwei Tore innerhalb von fünf Minuten des Schlussdrittels wiesen den Gästen den Weg zum Sieg. Als Samuel Walser aus spitzem Winkel den Zuger Nationalkeeper Tobias Stephan zum 3:1 überwand (49.), war die Partie entschieden. Davor hatte Dario Simion mit einem smarten Abschluss zum 2:1 geglänzt. Der Neo-Nationalstürmer überwand den Zuger Nationalkeeper Tobias Stephan auf der Stockhandseite, als sich dieser nur leicht in die andere Torecke verschoben hatte.

Im mit 1:1 ausgegangenen Mitteldrittel hätte der EV Zug das temporeiche Duell selbst zu seinen Gunsten entscheiden können. Dominic Lammer, der im Schlussdrittel beim Stande von 1:3 noch den Pfosten traf, verpasste beispielsweise unmittelbar nach Ende einer Zuger Unterzahlphase das 2:1, als er am Davoser Keeper Leonardo Genoni scheiterte. Der Davoser Captain Andres Ambühl fing kurz darauf für seinen geschlagenen Goalie Genoni eine Scheibe noch vor Überquerung der Torlinie ab. Insgesamt lautete das Schussverhältnis im zweiten Abschnitt 19:11 für Zug.

Doch nur Nolan Diem war für die Gastgeber erfolgreich. Der Center aus der Romandie war in Spiel 4 der Serie beim 4:3-Auswärtserfolg des EVZ gar Doppeltorschütze gewesen. Am Dienstag erfasste er die Situation nach einer abgelenkten Scheibe am schnellsten. Als Zug sofort nachlegen wollte, gelang Davos mit einem Hochgeschwindigkeits-Gegenstoss der 1:1-Ausgleich. Der bei den Bündnern zuletzt überzählig gewesene Gregory Hofmann schloss einen Doppelpass mit seinem früheren Ambri-Teamkollegen Gregory Sciaroni erfolgreich ab.

Nach drei Viertelfinal-Outs in Serie hat Davos mit dem jüngsten Sieg die Tür zum Vorstoss in die Halbfinals damit weit aufgestossen.

Servettes Goal in Unterzahl

Der Genève-Servette Hockey Club zeigt in Lugano eine beeindruckende Reaktion auf das 2:7-Debakel. Die Genfer setzen sich in der Resega mit 4:2 durch und führen in der Serie mit 3:2 Siegen.

Das Team von Chris McSorley zeigte in Spiel 5 wieder sein glänzendes Spengler-Cup-Gesicht. Und die Genfer bewiesen, dass die Kanterniederlage im letzten Heimspiel lediglich als Ausrutscher zu werten ist. Auch am Samstag hatten die Genfer ja gut begonnen, ehe Lugano mit fünf Goals innerhalb von sieben Minuten (vom 0:0 zum 5:0) alles klar machte. Diesmal begann Servette wieder überlegen und schaffte es im Gegensatz zum Samstag auch, in Führung zu gehen.

Eine schier unglaubliche Effizienz legt Servette in Unterzahl aufs Eis. Auch am Dienstag gelangen den Genfern wieder zwei Treffer in numerischer Unterlegenheit, zwei wegweisende noch dazu. Dabei ist es durchaus nicht so, dass Lugano den Genfern ins offene Messer rennt. Die Luganesi begannen ihr erstes Powerplay nach sieben Minuten sogar speziell vorsichtig. Dennoch entwischte den Luganesi nach 71 Sekunden in Überzahl das Duo Noah Rod und Jonathan Mercier. Mercier gelang das bedeutsame Führungstor. Es war bereits sein zweiter Shorthander in dieser Serie. Und nach 44 Minuten gelang Matt D'Agostini zum 4:1 sein 16. persönliches Saisontor und Genfs bereits viertes Unterzahltor in der Serie gegen Lugano.

Die weiteren Tore erzielten D'Agostini (2:0) und Cody Almond (3:1) für Servette, beziehungsweise Brett McLean (1:2 und 2:4) für Lugano. Nach dem Anschlusstreffer des Kanadiers stand die Partie 18 Minuten lang auf der Kippe, ehe Almond die Situation für Genf wieder entschärfte. Lugano kam in der 37. Minute dem 2:2-Ausgleich äusserst nahe, als Julien Vauclair den Pfosten traf. Eine überragende Leistung gelang Servettes Goalie Robert Mayer mit 37 Paraden. Daniel Manzato hingegen parierte lediglich 19 Schüsse von 23.

Servette bietet sich am Donnerstag in der Les-Vernets-Halle die erste Chance, wie im Vorjahr wieder die Halbfinals zu erreichen. In Spiel 6 dürfte auch Damien Brunner (Lugano) erstmals nach drei Spielen wieder mitmachen.

Bern - Lausanne 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)
16'436 Zuschauer. - SR Stricker/Wehrli, Kohler/Küng. - Tor: 24. Furrer (Blum, Bertschy/Ausschluss Savary) 1:0. 42. Plüss (Scherwey, Joensuu) 2:0. 54. Blum (Furrer, Rüfenacht/Ausschlüsse Antonietti, Gobbi) 3:0. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Plüss; Louhivaara.
Bern: Bührer; Gerber, Blum; Jobin, Furrer; Krueger, Gragnani; Randegger, Kreis; Joensuu, Plüss, Scherwey; Pascal Berger, Rüfenacht, Alain Berger; Holloway, Ritchie, Moser; Bertschy, Gardner, Reichert.
Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Jannik Fischer, Stalder; Genazzi, Rytz; Lardi; Genoway, Hytönen, Déruns; Pesonen, Miéville, Louhivaara; Neuenschwander, Froidevaux, Herren; Antonietti, Conz, Savary; Ulmann.
Bemerkungen: Bern ohne Kobasew, Loichat (beide verletzt), Cloutier und Müller (beide überzählig), Lausanne ohne Simon Fischer, Augsburger, Bang (alle verletzt), Seydoux, Nodari, St. Pierre und Tschannen (alle überzählig). Lattenschüsse Pesonen (43.) und Pascal Berger (55.). Timeout Bern (52.).

Zug - Davos 1:3 (0:0, 1:1, 0:2)
7015 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mandioni/Massy, Fluri/Kaderli. - Tore: 23. Diem (Herzog, Lammer) 1:0. 25. Hofmann (Sciaroni) 1:1. 44. Simion (Paschoud, Ambühl) 1:2. 49. Samuel Walser (Dino Wieser) 1:3. - Strafen: je 2mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Bouchard; Paulsson.
Zug: Stephan; Schlumpf, Sondell; Ramholt, Grossmann; Alatalo, Erni; Morant; Martschini, Holden, Suri; Zangger, Earl, Bouchard; Bürgler, Sutter, Fabian Schnyder; Lammer, Diem, Herzog; Christen.
Davos: Genoni; Guerra, Du Bois; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jan von Arx; Marc Wieser, Ambühl, Dino Wieser; Paulsson, Lindgren, Axelsson; Sciaroni, Samuel Walser, Hofmann; Simion, Corvi, Jörg; Redenbach.
Bemerkungen: Zug ohne Simon Lüthi, Stämpfli, Repik, Blaser und Dünner (alle überzählig), Davos ohne Reto von Arx, Koistinen (beide verletzt) sowie Camperchioli, Reto von Arx, Kindschi und Aeschlimann (alle überzählig). - Pfosten: 41. Earl, 53. Lammer. - Zug von 58:08 bis 59:10 sowie ab 59:13 ohne Torhüter. - 59. Timeout Zug.

Lugano - Genève-Servette 2:4 (0:2, 1:1, 1:1)
6311 Zuschauer. - SR Fischer/Kurmann, Kovacs/Wüst. - Tore: 8. Mercier (Rod/Ausschluss Almond!) 0:1. 17. D'Agostini (Tom Pyatt, Almond) 0:2. 22. Brett McLean (Pettersson/Ausschluss Douay) 1:2. 40. (39:14) Almond (Jérémy Wick) 1:3. 45. D'Agostini (Bezina/Ausschluss Jérémy Wick!) 1:4. 56. Brett McLean (Klasen, Ilari Filppula/Ausschluss D'Agostini) 2:4 (ohne Torhüter). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Pettersson; D'Agostini.
Lugano: Manzato; Kienzle, Julien Vauclair; Calle Andersson, Hirschi; Chiesa, Kparghai; Dal Pian; Pettersson, Ilari Filppula, Klasen; Simek, Brett McLean, Bertaggia; Walker, Steinmann, Fazzini; Diego Kostner, Sannitz, Reuille; Maurer.
Genève-Servette: Robert Mayer; Vukovic, Iglesias; Eliot Antonietti, Mercier; Loeffel, Bezina; Dario Trutmann; D'Agostini, Tom Pyatt, Almond; Jérémy Wick, Rubin, Taylor Pyatt; Douay, Kast, Rod; Roland Gerber, Jacquemet, Impose; Dupertuis.
Bemerkungen: Lugano ohne Ulmer, Brunner (beide verletzt) und Paakkolanvaara (überzähliger Ausländer), Genève-Servette ohne Bays, Lombardi, Marti, Romy, Rivera und Ranger (alle verletzt). - Pfostenschüsse: Julien Vauclair (37.); Jérémy Wick (28.). - Timeout Lugano (59.).
(si)

Erstellt: 10.03.2015, 22:48 Uhr

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Die Topskorer im NLA-Playoff (Schlussrangliste, 12. April 2015) Wer Tore geschossen und Pässe gegeben hat im Meisterschaftsfinale 2014/15.

NLA, Viertelfinals (best of 7)

Resultate vom 10. März:

ZSC Lions (1.) - Biel (8.) 3:0 (1:0, 0:0, 2:0); Stand 3:2.

Bern (2.) - Lausanne (7.) 3:0 (0:0, 1:0, 2:0); Stand 3:2.

Lugano (3.) - Genève-Servette (6.) 2:4 (0:2, 1:1, 1:1); Stand 2:3.

Zug (4.) - Davos (5.) 1:3 (0:0, 1:1, 0:2); Stand 2:3.

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