Erlösung für den ZSC in der 70. Minute

Sieg in der Overtime für die Lions in Zug. Nun warten die Übermächtigen im Halbfinal.

Getroffen und gefeiert: Schäppi trifft für die Zürcher zum Sieg gegen Zug.

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Das Glück verliess die ZSC Lions in ­dieser Serie nicht mehr. Dank Schäppis Kunstschuss zum 3:2 in der 70. Minute zogen sie mit 4:1 über den EVZ in den Halbfinal ein. Dies, weil sie zum richtigen Zeitpunkt das Teamspiel wieder entdeckt haben. Nach den Playoff-Enttäuschungen der letzten zwei Jahre gefielen sie gegen den Zweiten mit ihrem beherztem Kampf und ihrer Ausgeglichenheit. Es war bezeichnend, dass Schäppi das entscheidende Tor schoss und der junge Miranda es vorbereitete.

Nun haben sie eine knappe Woche Zeit, sich auf den Halbfinal gegen Dominator Bern einzustellen. Eine äusserst schwierige Aufgabe. Doch diesen ZSC Lions ist nun einiges zuzutrauen. Die Vorzeichen sind gegenüber 2016, als sie im Viertelfinal als Qualifikationssieger mit 0:4 an den Bernern scheiterten, jetzt genau umgekehrt. Die Zürcher sind die Herausforderer, die eine verpatzte ­Qualifikation und einen Trainerwechsel hinter sich haben. Und genug Potenzial in ihren Reihen, um den prominenten Rivalen zu ­bedrängen.

Zögerliche Angriffsauslösung , viele Strafen

Ihren letzten Sieg gegen Zug mussten sie aber nochmals hart erdauern. «Durch diese Türe sollen die Spieler noch oft kommen in dieser Saison», verbreitete der Zuger Stadionspeaker vor der Partie noch Zuversicht. Die EVZ-Fans schienen diese zu teilen – auch das dritte Playoff-Heimspiel in der Bossard Arena war mit 7200 Zuschauern ausverkauft. Bei den ZSC Lions wurde Hans Kossmann erstmals seinem Grundsatz untreu, ein siegreiches Team stets zu verändern. Er liess mit der gleichen Formation auflaufen, die am Samstag fürs 5:0 gesorgt hatte.

Doch den Schwung aus ihrer Heimgala konnten die Zürcher nicht in Spiel 5 mitnehmen. Es schien zunächst fast, als hätten sie sich einreden lassen, dass der vierte Sieg tatsächlich der schwierigste sei. Vor allem bei der Angriffsauslösung wirkten sie zögerlich, liessen sie sich von konsequent forecheckenden Zugern immer wieder in Bedrängnis bringen und zu Strafen verleiten. In Überzahl ­reüssierte der EVZ zwar erneut nicht, doch nachdem das dritte Zuger Powerplay abgelaufen war, erwischte McIntyre Flüeler in der 17. Minute mit einem Distanzschuss. Mit dem 1:0 beendete der Kanadier 104 Minuten und 21 Sekunden Torflaute der Zuger – über fünf Drittel hatten sie nicht mehr getroffen.

Matchwinner Schäppi als Goalie

Die ZSC Lions reagierten heftig auf den Rückstand. Doch trotz mehrerer Zürcher Druckphasen fiel der Ausgleich ­vorerst nicht. Und ab Spielmitte schlichen sich bei den Lions wieder vermehrt Strafen ein. Nach einem hohen Stock Kleins ins Gesicht von Roe mussten sie sogar 42 Sekunden in doppelter Unterzahl abarbeiten. In dieser Phase gerieten sie in arge Nöte, Flüeler verlor seinen Stock und Schäppi rettete auf der Tor­linie für seinen geschlagenen Goalie. In der 40. Minute ging es dann schnell: ­Zuerst lenkte Chris Baltisberger in Überzahl zum 1:1 ab, 20 Sekunden später überlistete Herzog Stephan zum 2:1.

Die ZSC Lions hätten sich auch über einen Eintore-Rückstand zur zweiten Pause nicht beklagen können, doch plötzlich führten sie. Aber beim Versuch, den Minimalvorsprung zu verwalten, gerieten sie im dritten Abschnitt ­zusehends unter Druck. Die Zuger entblössten bei ihren Angriffen allerdings auch immer wieder ihre Abwehr – und so kam Suter in der 54. Minute alleine vor Stephan zur goldenen Chance aufs 3:1. Der Zuger Goalie reagierte glänzend, und in der 55. Minute lenkte Diem den Puck zum frenetisch bejubelten 2:2 ins ZSC-Tor. Womit die erste Overtime in dieser Serie nötig wurde. Und die letzte.


Video: So tippten unsere Experten vor dem Playoff

Erstellt: 21.03.2018, 06:55 Uhr

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