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Schlaflos in Bus und Bett

8 Uhr

Letzten Dienstag reiste der HC Davos ins 226 km entfernte Langnau – eine typische Davoser Auswärtsreise, im Durchschnitt ist diese 242 km lang. Für Verteidiger Félicien Du Bois beginnt der Tag um 8 Uhr – wie immer: «Ich kann nicht länger schlafen. Das ist eine Gewohnheit, seit wir Kinder haben.»

11 Uhr

Die Davoser Mannschaft trifft sich im Heimstadion zum Warm-up auf dem Eis. Drei Stunden später fährt der HCD-Bus Richtung Langnau ab. «Für mich ist das der Zeitpunkt, um kurz zu schlafen», sagt Du Bois.

16.15 Uhr

Der HCD-Car kommt in Luzern-Neuenkirch an. Kurzer Zwischenstopp. «Natürlich ist es im Vergleich mit der KHL schon etwas anderes», sagt Du Bois. «So gesehen geht es uns gut. Aber auch wir haben unsere Reisen. Mit Davos ist jeder Gegner minimum zwei Stunden entfernt.»

17.45 Uhr

Ankunft in Langnau. Aufwärmen, umziehen, einlaufen – die Gedanken an Schlaf sind weit weg, sie werden Du Bois erst in rund fünf Stunden wieder einholen. Die Fahrt verlief ruhig, perfekte Erholung bot sie dennoch nicht. «Es kommt halt auch auf den Bus an», sagt Du Bois. «Unser aktueller ist nicht wirklich der komfortabelste.»

19.45 Uhr

Spielbeginn. Es ist ein Dienstags-Match, keine Doppelrunde. «Auf dem Eis, während des Spiels, merke ich keinen Unterschied, ob es ein einzelnes Spiel, eine zweite Partie einer Doppelrunde oder gar eines am Sonntag mit weniger Erholung ist», sagt Du Bois. «Aber ich bin sicher, dass exakte Messungen etwas anderes zeigen würden …» Man könne die Doppelrunden grundsätzlich als «fragwürdig» bezeichnen, findet er. Auch wenn er wisse, dass am Wochenende halt mehr Zuschauer ins Stadion kommen. «Unsere neuen Spieler Broc Little und Magnus Nygren fragten uns dennoch, warum es hier Doppelrunden gäbe. Sie kamen aus Schweden, dort wird fast nur am Dienstag, Donnerstag und Samstag gespielt.»

22.10 Uhr

Das Spiel in Langnau ist zu Ende. Trainer Arno Del Curto treibt seine Spieler in der Garderobe an, er will so schnell wie möglich abfahren. Noch vor 23 Uhr rollt der Bus los. Zeit zum Runterfahren. «Schlafen im Bus nach dem Spiel? Das kann ich nicht», sagt Du Bois. Es ist die Zeit, wenn einige Spieler Schlafmittel einnehmen. «Ich nicht», sagt Du Bois. «Ich respektiere jeden, der das macht. Aber ich nehme lieber die lange Nächte in Kauf. Man hört ja von den Abhängigkeiten, die Schlafmittel verursachen können.»

23.30 Uhr

Die Fahrt durch das Emmental und dem Entlebuch ist geschafft. Auf dem Rückweg gibt es keinen Zwischenhalt. Wäre das Spiel in Genf gewesen, gäbe es nun die Option, auf halbem Weg ein Hotel anzusteuern. «Da ich nach einem Match eh mehrere Stunden nicht mehr schlafen kann, spielt das keine Rolle für mich, ob wir durchfahren oder nicht», sagt Du Bois. «Ich würde auch im Hotel noch mindestens eine Stunde wach im Bett liegen.»

0.40 Uhr

Der HCD-Bus hat Graubünden erreicht: Endspurt durch das Prättigau, bevor die letzten Kilometer im Landwassertal bis Davos in Angriff genommen werden. «Wenn wir Schiers oder Küblis passieren, passiert es oft, dass ich plötzlich doch noch einschlafe», sagt Du Bois. «Es ist der dümmste Moment dafür, so kurz vor Davos.»

1.35 Uhr

Ankunft in Davos. Die Spieler schleppen ihre Ausrüstung in die Garderobe, danach fahren sie nach Hause. Doch nicht immer bedeutet dies, gleich schlafen zu können. Du Bois: «Auch nach Heimspielen kann ich nicht vor 2 schlafen. Hin und wieder bin ich sogar um 3 Uhr noch hellwach.»

2 Uhr

Du Bois ist zu Hause. Ins Bett geht er aber erst, «wenn ich weiss, dass ich müde genug bin, um sofort einzuschlafen.» Die Zeit vertreibt er auf dem Sofa vor dem Fernsehen. «Die NHL-Spiele laufen mittlerweile, ich schaue gerne rein.» Ist am nächsten Tag ein Spiel, empfehlen immer mehr Schlafforscher, auf das Morgentraining zu verzichten, stattdessen die Spieler einfach ausschlafen zu lassen. «Ich kann mir vorstellen, dass das Sinn macht», sagt Du Bois und lacht: «Für mich aber nicht: Wie gesagt, ich werde so oder so um 8 Uhr aufwachen.»

Sie spielten zwei Jahre in der russischen KHL. Wie erlebten Sie die Reiserei?

Haben Sie Mühe mit dem ­Schlafen in Hotels?

In der KHL erlebten Sie ­regelmässige Reisen zwischen mehreren Zeitzonen. Viele Spieler haben ihre eigenen Tricks, um besser damit ­umgehen zu können. Wie sah Ihrer aus?

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Und wenn Sie aus Genf um 4 oder 5 Uhr in Davos ankommen?

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Sie haben beides erlebt: Bus und Flugzeug. Womit reisen Sie lieber. Worin erholen Sie sich besser?

Ist es im Flugzeug dafür etwas komfortabler?

Robert Kousal beim Meisterschaftsspiel zwischen dem HC Davos und den SCL Tigers, am Sonntag, 15. Oktober 2017, in der Vaillant Arena in Davos.
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