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«Schwierig? Nein! Das beste Gefühl!»

Roman Wick kann am Mittwoch mit dem ZSC Schweizer Meister werden. Was ihm hilft, positive Gedanken zu generieren. Und was nicht.

Roman Wick und die freudigen ZSC-Erlebnisse im Hallenstadion.
Roman Wick und die freudigen ZSC-Erlebnisse im Hallenstadion.
Ennio Leanza, Keystone

Die ZSC Lions haben emotional in den letzten 7 Tagen typische Playoff-Achterbahnfahrten hinter sich. Als die Zürcher letzten Mittwoch in Spiel 4 des Finals zu Hause Lugano einmal mehr nach einer langen Nacht in der Verlängerung bodigten, lautete der Tenor: Auf ins Tessin! Noch ein Sieg bis zum Titel! Nach dem 0:4 in Spiel 5 in der Resega am Samstag dann aber die Ernüchterung: Lugano war besser!

Das mit dem einen Sieg, der fehlt, ist nach wie vor gültig, der ZSC führt in der Best-of-7-Serie immer noch, mit 3:2, und heute Mittwoch kann er im ausverkauften Hallenstadion Meister werden. Wird es nun aber immer schwieriger mit diesem einen Sieg? «Schwierig?» Roman Wick lacht laut und schüttelt den Kopf. «Nein! Das ist das beste Gefühl! Wir haben die Chance, vor eigenem Publikum die Serie zu beenden.»

Wick kommt gerade vom Eis nach dem Mittagstraining, die freundlicheren Züge kehren erst jetzt wieder auf sein Gesicht zurück. Zuvor, während der Übungen, blickte Wick wie auch seine Kollegen mehrheitlich grimmig und angespannt. «Sah man das wirklich?», fragt er und sagt: «Ein bisschen Nervosität ist ja auch gesund.»

Es wäre gelogen, würde er behaupten, dass er nun abschalten, die Gedanken um anderes als dieses Spiel am Mittwoch kreisen lassen könne, sagt Wick: «Weder wir noch die Spieler von Lugano können das. Im Moment dreht sich alles um Eishockey. Zu Schlaf kommen wir nicht mehr gross. Aber das ist doch menschlich, es geht nun um alles.»

«Das ist eine unserer Stärken»

Und wer schon nicht loslassen kann, der will doch zumindest dafür sorgen, dass die Gedanken fröhlich und optimistisch sind. «Das ist eine unserer Stärken im Team», sagt Wick. «Wir haben im Playoff auf jede Niederlage positiv reagiert, haben die Köpfe nie hängen lassen.»

Für Positivität sorgt bei Wick der Blick auf die Playoff-Spiele im Hallenstadion: «Das letzte Spiel in Lugano war nicht gut. Aber wir wissen, wie stark wir zu Hause waren. Darauf vertrauen wir, darum denken wir positiv, das gibt die guten Gedanken.»

Der Blick in die Vergangenheit wäre ebenfalls ein legitimes Mittel, um mit breiter Brust in Spiel 6 zu steigen – gerade bei Wick. Er feierte bislang zwei Meistertitel, einen 2014 mit dem ZSC und einen 2011 mit Binghamton, dem damaligen AHL-Farmteam der Ottawa Senators.

Gerade der Titel in Nordamerika sorgte bei Wick für ein unvergessliches Erlebnis, denn «Bingo» wählte die komplizierte, irre Variante, um sich zum Champion krönen zu lassen: Es drehte nicht nur im Final einen 1:2-Rückstand, sondern machte in Runde 1 aus einem 1:3 ein 4:3, indem es dreimal in Serie eine Overtime gewann.

Die Tore nur als halbe Wahrheit

Als Wick mit Binghamton Champion wurde, schoss er im Meistermatch einen Treffer. Das würde er nur allzu gerne auch am Mittwoch gegen Lugano tun, mit zwei Treffern ist seine Ausbeute in 16 Playoff-Spielen bislang bescheiden geblieben. Wer aber nun denkt, Wick laufe es im Playoff 2018 gar nicht gut, der irrt fundamental.

Sein durch Pius Suter und Ronalds Kenins komplettiertes Sturmtrio hat es in fast all diesen Spielen geschafft, am meisten Abschlüsse und Chancen aller Linien zu kreieren – bloss die Belohnung durch Tore blieb zu oft aus. «Ich hoffe, dass wir uns noch im richtigen Moment belohnen werden», sagt Wick.

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