SCL Tigers stürzen den SCB tiefer in die Krise

Die Emmentaler feiern einen 3:1-Derbysieg gegen die Hauptstädter. Davos und Biel siegen auswärts, Fribourg gewinnt zu Hause gegen Ambri.

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Nein, ein Spektakel war es nicht. Es war auch nichts fürs Auge. Das Berner Derby war Krampf statt Kunst. Nun, den Langnauern wird es total egal sein. Sie siegten in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Ilfishalle verdient 3:1, stürzten damit den SCB noch tiefer in die Krise. Fünf Punkte liegen die Tigers mittlerweile vor dem Meister, der zudem zwei Spiele mehr ausgetragen hat und zum vierten Mal in Serie verlor. Den entscheidenden Treffer zum 2:1 erzielte Robbie Earl in der 54. Minute. Ausgerechnet Earl, dem es in dieser Saison bis anhin mehr schlecht als recht gelaufen ist. Und das Tor fiel ausgerechnet in Überzahl – die Emmentaler haben das schlechteste Powerplay der ganzen Liga.

Der Langnauer Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil sie nur mit drei Ausländern antraten, zudem Nationalspieler Andrea Glauser wegen einer Hirnerschütterung fehlte. Die Tigers brillierten nicht, aber sie arbeiteten hart. Dem SCB wiederum war die Verunsicherung anzusehen, es fehlte an Intensität, an Ideen – an und für sich fehlte von allem etwas. Erfolgreich war einzig Ramon Untersander im Powerplay. Das frühe Führungstor des Heimteams hatte Ben Maxwell schon in der dritten Minute erzielt.

Der siebte Streich des HCD, Zug weiter auf Formsuche

Der HC Davos bleibt das Team in der Stunde in der National League. Die Bündner gewinnen beim EV Zug 5:4 und feiern damit den siebten Sieg in Serie. Auf Zuger Seite reichten drei Tore und ein Assist von Topskorer Gregory Hofmann nicht einmal zu einem Teilerfolg. Dies, weil sich die Zentralschweizer einmal mehr extreme Defensivaussetzer leisteten, die vom gefestigten Team von Christian Wohlwend eiskalt bestraft wurden. Der Sieg war verdient, die Zuger waren nie in Führung.

Die beiden ersten Drittel verliefen praktisch deckungsgleich: Davos ging jeweils in der 2. Minute und nach Zuger Abwehrschwächen durch Lukas Stoop, respektive Luca Hischer in Führung, dem EVZ gelang in der Schlussminute der Ausgleich, durch zwei Mitglieder der Paradelinie, Jan Kovar und Gregory Hofmann, der acht Zehntelsekunde vor Drittelsende zum 2:2 traf. Schon nach 34 Sekunden im dritten Drittel waren die Zuger Vorsätze auf eine Defensivsteigerung Makulatur, nach einem nachlässigen Einsatz des Paradeblocks konnte Marc Wieser zum 2:3 einschiessen. Dieselbe Zuger Formation lud Davos später auch noch zum 3:4 ein. Der EVZ hat nun die letzten drei Heimspiele verloren, der letzte Sieg in der Bossard-Arena datiert vom 11. Oktober.

Künzles Schuss ins Glück

Biel siegt im Duell der beiden Champions-League-Achtelfinalisten bei Lausanne 3:2 und zementiert damit den zweiten Tabellenplatz hinter den ZSC Lions. Den Siegestreffer erzielte Mike Künzle 73 Sekunden vor Schluss. Die Seeländer hatten schon den besseren Start erwischt. Dank einem sehenswerten Treffer von Künstler Luca Cunti und dem Nachdoppler von Marc-Antoine Pouliot führte das Team von Antti Törmänen mit einem Zweitore-Vorsprung. Doch noch vor der ersten Pause konnte mit Ville Peltonen der andere finnische Trainer jubeln: Cory Emmerton verkürzte und mit Joel Vermin gelang ein Nationalspieler der Ausgleich für die Waadtländer, welche schon die letzten beiden Partien verloren hatten. Bei Biel sind die Spiele derzeit besonders spannend: Es war die sechste Partie in Serie, die mit einem Tor Unterschied endete.

Gottéron zehrt vom Startpolster

Fribourg-Gottéron bestätigt seinen Aufwärtstrend und gewinnt das Duell im Tabellenkeller gegen Ambri-Piotta 4:2. Der Sieg war hoch verdient, das Schussverhhältnis betrug 46:27, die Erlösung kam aber erst in der Schlussminute mit einem «empty netter». Nach elf Punkten aus den letzten vier Partien startete Gottéron erneut stark. Matthias Rossi, Daniel Brodin und David Desharnais brachten die Einheimischen bis zur 12. Spielminute komfortabel in Führung, die Leventiner schienen auf direktem Weg auf die vierte Auswärts-Niederlage in Serie zuzusteuern, Goalie Benjamin Conz ass bei seinem Comeback anfänglich hartes Brot. Doch Matt D’Agostini brachte mit seinen Saisontoren 8 und 9 bis nach zwei Dritteln die Spannung zurück. Dass es noch einmal eng wurde, kann dem Triumvirat mit Christian Dubé, Pavel Rosa und Sean Simpson egal sein: Noch vor kurzem waren die Freiburger klarer Letzter, nun beträgt der Vorsprung auf Ambri schon fünf Punkte, bei zwei gespielten Partien weniger.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

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Kurztelegramme

SCL Tigers - Bern 3:1 (1:0, 0:0, 2:1)
6000 Zuschauer (ausverkauft).
SR Lemelin/Mollard; Kovacs/Cattaneo.
Tor: 3. Maxwell (Kuonen, Lardi) 1:0. 52. Untersander (Ebbett/Ausschluss Rüegsegger) 1:1. 54. Earl (Pesonen, Blaser/Ausschluss Andersson) 2:1. 60. (59:31) Pesonen 3:1 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 3mal 2 Minuten gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Pesonen; Arcobello.
SCL Tigers: Punnenovs; Schilt, Blaser; Lardi, Leeger; Cadonau, Huguenin; Kuonen, Maxwell, Dostoinow; Pascal Berger, Diem, Pesonen; Schmutz, Earl, Neukom; Andersons, In-Albon, Rüegsegger.
Bern: Caminada; Untersander, Colin Gerber; Andersson, MacDonald; Krueger, Burren; Praplan, Arcobello, Moser; Rüfenacht, Ebbett, Scherwey; Sciaroni, Mursak, Kämpf; Alain Berger, Bieber, Jeremi Gerber; Spiller.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne DiDomenico, Erni, Gagnon, Glauser und Melnalksnis, Bern ohne Beat Gerber, Blum, Grassi, Heim und Pestoni (alle verletzt). Pfostenschüsse Earl (34.) und Colin Gerber (54.). Bern von 58:38 bis 59:31 ohne Torhüter. Timeout SCL Tigers (59:31).

Zug - Davos 4:5 (1:1, 1:1, 2:3)
7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Salonen/Hungerbühler, Fuchs/Altmann.
Tore: 2. Stoop (Herzog, Baumgartner) 0:1. 20. (19:30) Kovar (Zgraggen) 1:1. 22. Hischier (Corvi) 1:2. 40. (39:59) Hofmann (Martschini/Ausschluss Ambühl) 2:2. 41. (40:41) Marc Wieser (Lindgren, Palushaj) 2:3. 43. Hoffmann (Martschini, Diaz/Ausschluss Guerra) 3:3. 44. Palushaj (Lindgren, Marc Wieser) 3:4. 52. Palushaj (Corvi, Lindgren/Ausschluss Alatalo) 3:5. 53. Hofmann (Kovar/Ausschlüsse Lindberg; Du Bois) 4:5.
Strafen: je 3mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Hofmann; Lindgren.
Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Stoffel; Langenegger, Albrecht, Zehnder.
Davos: Aeschlimann; Du Bois, Jung; Rantakari, Paschoud; Stoop, Guerra; Kienzle; Marc Wieser, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Herzog, Baumgartner, Ambühl; Frehner, Aeschlimann, Dino Wieser; Eggenberger.
Bemerkungen: Zug ohne Bachofner, Schnyder, Morant, Thorell und Senteler, Davos ohne Buchli und Nygren (alle verletzt) und Barandun, Bader und Meyer (überzählig). National-League-Debüt von Zug-Stürmer Yves Stoffel (18). Pfostenschuss McIntyre (27.). Timeouts Davos (52.) und Zug (59.). Zug ab 58:17 ohne Torhüter.

Lausanne - Biel 2:3 (1:2, 1:0, 0:1)
8888 Zuschauer.
SR Wiegand/Vikman, Obwegeser/Schlegel.
Tore: 9. Cunti (Tschantré, Kessler) 1:0. 18. Pouliot (Ullström, Rajala/Ausschluss Traber) 0:2. 20. (19:13) Emmerton (Junland) 1:2. 27. Vermin (Jeffrey, Almond) 2:2. 59. Künzle (Kessler) 2:3.
Strafen: je 4mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Rajala.
Lausanne: Boltshauser; Lindbohm, Frick; Heldner, Junland; Nodari, Genazzi; Grossmann; Bertschy, Emmerton, Kenins; Vermin, Jeffrey, Herren; Moy, Jooris, Almond; Traber, Froidevaux, Antonietti.
Biel: Hiller; Fey, Salmela; Rathgeb, Forster; Moser, Kreis; Sataric; Ullström, Pouliot, Rajala; Kessler, Fuchs, Künzle; Ulmer, Cunti, Tschantré; Schläpfer, Neuenschwander, Karaffa.
Bemerkungen: Lausanne ohne Leone (verletzt), Biel ohne Lüthi, Riat, Kohler, Gustafsson, Hügli und Brunner (alle verletzt) sowie Schneider (überzähliger Ausländer). - Verletzt ausgeschieden: 16. Jooris. - National-League-Debüt von Biel-Stürmer Elvis Schläpfer (18/Sohn von Kevin Schläpfer). - 59. Timeout Lausanne, ab 58:55 ohne Torhüter.

Fribourg-Gottéron - Ambri-Piotta 4:2 (3:1 , 0:1, 1:0)
6260 Zuschauer.
SR Stricker/Dipietro, Kehrli/Gnemmi.
Tore: 3. Rossi (Lhotak, Mottet/Ausschluss Dotti) 1:0. 7. Brodin (Furrer) 2:0. 12. Desharnais (Stalder, Gunderson) 3:0. 15. D'Agostini (Upshall) 3:1. 27. D'Agostini (Müller) 3:2. 60. (59:21) Rossi 4:2 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 plus 10 Minuten (Brodin) gegen Fribourg-Gottéron, 6mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Dotti) gegen Ambri-Piotta.
PostFinance-Topskorer: Gunderson; D'Agostini.
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Stalder; Kamerzin, Furrer; Chavaillaz, Abplanalp; Marti; Stalberg, Bykow, Sprunger; Brodin, Desharnais, Mottet; Rossi, Walser, Lhotak; Vauclair, Schmutz, Lauper; Schmid.
Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Fischer; Ngoy, Jelovac; Fohrler, Dotti; Payr; Trisconi, Flynn, Egli; D'Agostini, Müller, Hofer; Upshall, Dal Pian, Zwerger; Rohrbach, Goi, Bianchi; Neuenschwander.
Bemerkungen: Gottéron ohne Forrer und Marchon (verletzt), Ambri-Piotta ohne Kneubühler, Kostner, Fora, Pinana, Sabolic und Incir (alle verletzt). - Pfosten: 34. Jelovac. - 37. Müller verletzt ausgeschieden. - 59. Timeout, von 58:22 bis 59:21 ohne Torhüter.
(mke/phr)

Erstellt: 15.11.2019, 19:33 Uhr

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