Servettes Alleinherrscher akzeptiert Zurückstufung

Chris McSorley wird ab kommender Saison nur mehr aus der zweiten Reihe als «General Manager» wirken.

Künftig keine Emotionen an der Bande mehr: Chris McSorley. Bild: Keystone

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Dieses Geburtstagsgeschenk hat sich Chris McSorley mit Sicherheit nicht gewünscht. 55 wird der Kanadier heute, am Tag, an dem seine Karriere ihren ersten grossen Knick erleidet, seit diese 2001 mit seiner Ankunft in Genf begonnen hat. Am Mittwochvormittag gibt der Eishockeyclub Genf-Servette via Pressemitteilung bekannt, dass sein Trainer und Aushängeschild ab kommender Saison nur mehr als «General Manager», also als Sportchef, amten wird. Damit endet nach 16 Jahren die zweitlängste Arbeitsperiode aller aktuellen NLA-Trainer. Führend ist in dieser Sparte weiterhin Arno Del Curto, der seit 1996 in Davos amtet.

Für die Genfer ist der Entscheid eine grosse Zäsur, kommt allerdings nicht völlig überraschend. McSorley, bislang im Club Alleinherrscher und -unterhalter, hatte 2014 seine Anteile an Präsident Hugh Quennec verkauft – und war damit vom Eigentümer zum Angestellten geworden. Einem besonderen allerdings, niemand bei Servette soll besser verdient und einen längeren Vertrag gehabt haben, angeblich bis 2024, wie die NZZ schrieb. Und auch der Kanadier schien zu spüren, dass sich etwas verändern würde. Vergangenen Freitag, als man in «Les Vernets» mit 300 Fans den Saisonabschluss beging, sagte er zu den Anwesenden, die seinen Namen skandiert hatten: «Dieser Empfang ist wunderbar. Ich hoffe wirklich sehr, meine Arbeit im Club weiterführen zu können. Genf-Servette, das ist mein Herz, mein Leben.»

Ein Rücktritt in Minne?

McSorleys Langzeitvertrag dürfte nun auch einer der Gründe sein, dass der Kanadier nach einer eher dürftigen Saison, die mit einem 0:4 im Viertelfinal gegen Zug endete, nicht entlassen wird, sondern nur ins zweite Glied zurücktritt, als Sportchef – eine Position, die er bislang in Personalunion ausgeübt hat.

Die Medienmitteilung des Clubs macht den Anschein, als sei der Entscheid in Minne gefallen, so wird McSorley jedenfalls zitiert: «Angesichts der Grösse und Ambitionen unseres Projekts, habe ich entschieden, als Trainer zurückzutreten, um mich auf die Aufgaben als ‹General Manager› zu konzentrieren.» In Realität dürfte er die Degradierung kaum so locker hinnehmen. Aber als Angestellter hat er keine Wahl, als die Jobveränderung hinzunehmen, wenn er seinen Vertrag nicht auflösen will.

Servette hat McSorleys Popularität weiterhin nötig

Aber auch Servette dürfte durchaus ein Interesse haben, McSorley in einer Funktion im Club zu halten, wegen seiner Popularität bei den Fans und in der Genfer Öffentlichkeit ganz generell. Vor allem auch, weil sich diese diametral von jener von Eigentümer Quennec unterscheidet. Dessen Ruf ist in Genf sehr ramponiert. Unter Quennecs Präsidium war der Fussballclub Servette vor zwei Jahren fast Konkurs gegangen und als Folge dessen in die 1. Liga zwangsrelegiert worden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.03.2017, 10:56 Uhr

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