So will Fischer die Dänen schlagen

Fürs kapitale Spiel gegen Dänemark mischt der Nationaltrainer die Linien neu.

Heute will der Chef das Thema Abstiegsangst erledigen: Patrick Fischer im Training mit Andres Ambühl und Felicien Du Bois (v.r.). Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)

Heute will der Chef das Thema Abstiegsangst erledigen: Patrick Fischer im Training mit Andres Ambühl und Felicien Du Bois (v.r.). Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)

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Nino Niederreiter ist der erste Schweizer, der gestern zum Morgentraining aufs Eis fährt. Bald füllt sich der Rink, doch auch wenn das Personal das gleiche ist wie drei Tage und zwei verlorene WM-Partien zuvor: Auf dem Eis ist gegenüber dem Abschlusstraining alles anders.

Statt perfekt choreografierter Übungen in schneller Folge gibt es Unter­brüche, Diskussionen, Grüppchenbildung. Der Fehlstart sorgt für reichlich Gesprächsbedarf: Trainer Patrick ­Fischer hat drei von vier Sturmlinien um­gestellt und im speziell fehleranfälligen dritten Verteidigerpaar Grossmann durch Schneeberger ersetzt.

Das Resultat im Angriff sieht so aus: Ambühl, Walser, Hollenstein; Moser, Hofmann, Niederreiter; Marc Wieser, Schäppi, Andri­ghetto. Mit Schäppi wird der zweitletzte offene Kaderplatz ­besetzt. Einer bleibt frei, falls Nashvilles Roman Josi in der Nacht auf morgen aus dem NHL-Playoff ausscheidet.

Problemzone Mittelachse

Opfer dieser Rochaden ist Haas, der bisher überfordert wirkte und nach einem Puckverlust gegen Norwegen nicht mehr zum Einsatz kam. Das auf T-Shirts ­gedruckte Motto «Mir vertraued» gilt für den Stürmer nach zwei Spielen schon nicht mehr. Trotzdem fühlt sich der WM-Debütant nicht wie in einem Albtraum. «Was ich diese Saison mit Biel erlebt habe, das war ein Albtraum», verglich der Topskorer des NLA-Letzten.

So nachvollziehbar seine Herausnahme ist: Sie akzentuiert das Problem auf der Centerposition. Hofmann, der neu Moser und Niederreiter mit Pucks füttern soll, ist kein gelernter Mittelstürmer und kann in dieser Rolle weder ­seinen Speed noch seine Abschluss­qualitäten voll zur Geltung bringen. Und den Rest der Achse bilden mit Trachsler (Saisonbestleistung in der NLA: 16 Assists), Walser (12) und Schäppi (12) drei Stürmer, die in der heimischen Liga noch nie auch nur einen halben Skorerpunkt pro Spiel und Saison schafften.

Der Trainer sieht lieber das Positive. «Schäppi ist der Grösste und Stärkste in unserer Mannschaft», so Fischer, «es wird ihn brauchen.»

Der beste Center ist Assistenztrainer

Die Hoffnung ist verständlich. Doch es bleibt der Eindruck, dass das Zentrum der Schweizer kreativ schwach ist wie selten zuvor. Die ­Absage von Plüss, der plötzliche Abgang von Romy und die Aussortierung von Cunti haben ein Loch ­gerissen, das nicht ansatzweise gefüllt werden konnte. Als ein Trainingsgast ­kalauert, der beste Center auf dem Eis sei Assistenztrainer von Arx, lacht niemand.

Nach der Lektion und vor dem Spiel gegen Dänemark, mit dem das Thema Abstiegsangst wieder verschwinden soll, demonstriert der Chefcoach Unbeschwertheit. «Der Tag fing schön an, die Sonne schien, wir hatten gute Stimmung im Team, gingen aufs Eis und absolvierten ein ­gutes Training», so Fischer. Jetzt freue man sich auf die Dänen.

Die machten bisher Eindruck. Sie besiegten Norwegen 3:0, und gegen Schweden, wo vier Dänen ihren Arbeit­geber haben, gab es ein 2:5. Generell sind die Nordländer ein Team von Fremdarbeitern: Nur sechs spielen in der Heimat, der Rest verteilt sich über ganz Europa. Und mit Nikolaj Ehlers, dem Sohn des ehemaligen Lausanne-Trainers, sowie Hansen und Eller verfügt das Team auch über drei NHL-Stürmer.

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Erstellt: 10.05.2016, 09:22 Uhr

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