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Stabilität und ein imperiales Trio

Kloten behauptete sich mit dem 6:4 in Rapperswil-Jona an der Spitze. Die Flyers sind ein unerwarteter Leader - vor allem, weil sie bisher nur auswärts antreten konnten.

Die Kloten Flyers stehen an erster Stelle. Das ist vielleicht eine Momentaufnahme, weil der SC Bern mit zwei Spielen im Rückstand ist und der HCD morgen im Gegensatz zu Kloten punkten könnte. Diese Position ist nach dem letzten Titel 1996 zur Seltenheit geworden. Nur vor zwei Jahren produzierten die Flyers einen ähnlich guten Saisonstart mit sechs Siegen in sieben Partien. Kloten als Leader ist aber vor allem eine Überraschung, weil die Mannschaft die ersten acht Auftritte wegen des Umbaus der Kolping-Arena auswärts zu bestreiten hat und früher nicht unbedingt für besondere Stärke abseits der heimischen Umgebung bekannt war.

Schon der vierte Erfolg in Serie

Das 6:4 bei den Lakers am Samstag war im fünften Auswärtsspiel der vierte Erfolg in Serie. Der Klubrekord liegt bei acht Siegen in der Meistersaison 1992/1993. Die Flyers haben sich diesen Herbst offenbar an die spezielle Aufgabe gewöhnt. Es sei im Eishockey durchaus erlaubt, in fremden Stadien zu gewinnen, stellte Goalie Ronnie Rüeger lapidar fest. Wahrscheinlich ist es eine Frage der Einstellung zu dieser Herausforderung. Seit Anfang August hat Kloten in Bäretswil und Winterthur trainiert und in neun weiteren Arenen gespielt - zwischen Sursee und Nyköping, zwischen der Resega und der Diners-Club-Arena.

In einer auswärtigen Angelegenheit besonderer Art war Felix Hollenstein am Wochenende unterwegs: Der Assistent und passionierte Hundezüchter besuchte die Weltausstellung für deutsche Schäferhunde in Aachen. Diese Absenz hat er sich vertraglich fixieren lassen. Er hätte aber auf die Reise verzichtet, wenn Kloten die beiden Spiele zuvor nicht gewonnen hätte.

Powerplay könnte noch besser sein

Für Trainer Anders Eldebrink ist die Stabilität der vier Blöcke in der eigenen Zone der Schlüssel zu den bisher 12 Punkten,wobei die drei wohl härtesten Prüfungen des Roadtrips im Westen warten (Bern, Fribourg, Servette). Der Schwede lobte explizit die Breite in der Verteidigung. Ein Mann wie Benjamin Winkler macht den vierten Block zusammen mit Captain Frédéric Rothen am Flügel konkurrenzfähig. Erst im letzten Drittel in Rapperswil-Jona verkürzte Eldebrink auf drei Blöcke, weil Rothen wieder über Knieprobleme klagte.

Verbesserungspotenzial gibt es bei Kloten vor allem im Powerplay, weil das Passspiel über Gebühr forciert wird. «Wir müssen mehr dem Instinkt folgen und weniger dem Hang zur kreativen Aktion», sagt Eldebrink.

Santalas zu grosser Respekt

Die neue Ausgeglichenheit in der Mannschaft des Leaders ist aber nur relativ - im offensiven Sinn. Der erste Sturm legte mit seinem Blitzstart und seiner Produktivität das Fundament fast aller Punkte. Kimmo Rintanen, Tommi Santala und Roman Wick haben zusammen 10 der 21 Tore geschossen und dabei 26 Skorerpunkte erzielt - ein imperiales Trio, das noch manche Abwehr schwindlig kombinieren wird.

Der 35-jährige Rintanen, der in jeder Saison die meisten, schönsten und spektakulärsten Tore schiesst, brachte nach einer zurückhaltenden Vorbereitung nicht nur das Klotener Umfeld zum Staunen. «Rintanen ist Rintanen, was soll man sagen», fasst Eldebrink zusammen, «er ist mit seiner Technik, mit seinem Stil, der in diese Liga passt, einfach unglaublich gut.» Er ist so gut, dass Center Santala vor lauter Respekt fast nur noch auf ihn schaut und ihn sucht. Eldebrink riet ihm deshalb, auch einmal selber den Abschluss zu suchen - «Rintanen macht seine 25 Tore diese Saison sowieso.»

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