Sven Bärtschi aus Vancouver vertrieben

Der 27-jährige Berner wurde zwei Tage vor dem NHL-Saisonstart abgeschoben. Andere Teams haben nun 48 Stunden Zeit, um ihn zu holen.

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Sven Bärtschi zeigte sich in den letzten Wochen voller Tatendrang, wollte wieder angreifen nach einer frustrierenden, von einer Gehirnerschütterung geprägten Saison. Und er überzeugte in der Vorbereitung für Vancouver, skorte in fünf Spielen vier Punkte. Zwei Tage vor dem NHL-Saisonstart kam für den Oberaargauer nun der nächste Rückschlag, für einmal nicht in Form einer Verletzung: Er wurde von den Canucks auf die Waiver-Liste gesetzt.

Das heisst, dass nun in den nächsten 48 Stunden eines der anderen 30 NHL-Teams die Möglichkeit hat, sich seine Dienste zu sichern. Falls dies nicht geschieht, müsste er seine Karriere im Farmteam in Utica fortsetzen. Seine Abschiebung ist für Kenner eine Überraschung. Doch Jim Benning, der General Manager der Canucks, sowie Headcoach Travis Green scheinen nicht mehr viel vom 27-Jährigen zu halten. Das Problem für diesen ist, dass die meisten NHL-Teams nah an der Salärobergrenze sind und sich sein Jahressalär von 3,7 Millionen Dollar nicht leisten können.

Auf den sozialen Medien war der Aufschrei unter den Canucks-Fans gross. Bärtschi geniesst wegen seines enormen Offensivpotenzials einen guten Ruf. Ihm wird eine 50-Punkte-Saison zugetraut, wenn er gesund bleibt. Das Problem ist, dass er seine Stärken zuletzt viel zu wenig zeigen konnte. In den letzten zwei Saisons verpasste er verletzungsbedingt rund die Hälfte der Spiele – in 79 Partien erzielte er 23 Tore und 43 Punkte.

Einst ein Star auf höchster kanadischer Juniorenstufe und 2011 mit der Nummer 13 gedraftet, wurde Bärtschi nie ganz so gut, wie man ihm zugetraut hatte. Nach einem Transfer von Calgary zu Vancouver entwickelte er sich ab 2015 aber zu einem respektablen Stürmer und erhielt im Sommer 2018 einen neuen Dreijahres-Vertrag mit einem Durchschnittssalär von 3,37 Millionen Dollar.

Holt ihn nun ein anderes NHL-Team, wäre das für ihn die Chance zu einem Neuanfang. Sicher ist, dass er vorderhand nicht in die Schweiz zurückkehrt. Denn sein Einweg-Vertrag läuft noch bis 2020 und trägt ihm in der American Hockey League den gleichen Lohn ein wie in der NHL. Finanzielle Sorgen hat Bärtschi also nicht, aber sportliche.


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Erstellt: 30.09.2019, 19:36 Uhr

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