Kommentar: Kossmann hat das Feuer im Team entfacht

Nothelfer Hans Kossmann verwandelte die ZSC Lions in ein Meisterteam. Das erinnert in verblüffender Weise an den SCB vor zwei Jahren.

So feierten die ZSC-Spieler in der Kabine. Video: Tamedia/Simon Graf
Video: Keystone

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Das Märchen der ZSC Lions im Playoff fand doch noch ein Happy End. Und es war bezeichnend, dass sie, als sie im Final zurück waren in der Rolle des Underdogs, das Steuer nochmals herumreissen konnten. Die letzten Wochen zeigten einmal mehr: Mit dem Playoff beginnt eine neue Saison. Noch nie wurde das so offensichtlich wie jüngst im Schweizer Eishockey. In den letzten vier Jahren wurde dreimal ein Team Meister, das sich zuvor mehr schlecht als recht durch die Regular Season geschleppt hatte: 2015 der Fünfte Davos, 2016 der Achte Bern und nun mit den ZSC Lions der Siebte.

So erstaunlich die markante Steigerung der Zürcher ist – dass sie das Potenzial haben, um erfolgreich zu spielen, war allen klar. Die entscheidende Frage war, ob es Nothelfer Hans Kossmann gelingen würde, das Feuer im Team zu ­ent­fachen und den Spielern das ­nötige Vertrauen zu vermitteln. Ihre Verwandlung erinnert in verblüffender Weise an jene des SCB vor zwei Jahren. Beide hatten sich lange mit Verletzungen geplagt, ­beide wechselten den Trainer, beide eliminierten in Viertel- und Halbfinal die Topteams der Qualifikation und besiegten im ­Final Lugano. Für ZSC-Sportchef Sven Leuenberger, der 2015/16 beim SCB ­gewirkt hatte, muss es wie ein Déjà-vu sein.

Das 2:0 ins leere Tor. Video: SRF

Mit sechs Titeln im neuen Jahrtausend liegen die ZSC Lions nun gleichauf mit Davos – und schoben sich vor den SCB (fünf). Es ist verblüffend, dass diese drei Clubs trotz aller Ausgeglichenheit seit 2007 alle Titel gewonnen haben. Sie haben sich abgewechselt, setzten sich in dieser Zeit je viermal durch. Einzig dem SCB gelang es 2017, den Titel erfolgreich zu verteidigen.

Im nächsten Winter werden die Lions die Gejagten sein, nicht mehr die Jäger. Keine einfache Aufgabe für den neuen Coach Serge Aubin. Seine Challenge ist, dass die Löwen so erfolgshungrig bleiben, wie sie im Playoff waren.

Den 9. Meistertitel des ZSC beleuchtet der TA neben der aktuellen Berichterstattung und Würdigung mit einer Beilage. Sie finden die ZSC-Meisterzeitung im TA vom Montag, 30 April oder unter meisterzeitung.tagesanzeiger.ch

Erstellt: 27.04.2018, 22:35 Uhr

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